Zum Start der Fußball-Europameisterschaft bleibt der Steilpass im Stadtgebiet Erlangen und Stephan Müller vom FSV Erlangen-Bruck nimmt den Ball auf. Der 22-Jährige hat dort meist in der Landesliga gespielt, aber auch schon Bayernliga-Luft geschnuppert. Doch eine hartnäckige Verletzung hat den ambitionierten Abwehrspieler etwas zurück geworfen.

Wer hat Sie angespielt?
Müller: Es war Simon Exner, der mich angespielt hat. Ich kenne Simon noch aus unserer gemeinsamen Zeit in der Brucker Jugend. Mittlerweile spielt er beim ATSV Erlangen und ist dort der Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Er ist ein fantastischer Fußballer, sehr vielfältig und wurde technisch eben sehr gut ausgebildet.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?
In der Jugend habe ich beim BSC Erlangen begonnen, den ich dann in der D-Jugend aber Richtung Greuther Fürth verlassen habe. Aus verletzungstechnischen Gründen - ich hatte mir damals einen Knöchelbruch zugezogen - bin ich in der D1-Jugend zum FSV Erlangen-Bruck gegangen. Dort bin ich geblieben und kam bei den Herren sowohl in der Reserve in der Landesliga als auch in der Bayernliga-Truppe zum Einsatz. Nun haben mich aber wieder einige hartnäckige Verletzungen zurückgeworfen und ich muss mich erst wieder rankämpfen. Wie es daher für mich weitergehen wird, ist noch unsicher.

Was erwarten Sie vom Wochenende?
Ich erwarte hauptsächlich ein schönes Spiel, das mit einem deutschen Sieg gegen Portugal endet. Ich freue mich wirklich sehr, dass die EM endlich beginnt. Das Spiel der Deutschen werde ich wahrscheinlich in Nürnberg beim Public Viewing verfolgen. Ich finde, dass dort immer eine ganz tolle Atmosphäre herrscht, und mir gefällt es, wenn hunderte fremde Leute gemeinsam bei jeder Chance fiebern und feiern. Ich denke, das erste Vorrundenspiel endet 2:0 für Deutschland.

Welche Rolle wird die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-EM spielen?
Meiner Meinung nach haben wir sehr gute Chancen auf den Titel, da Deutschland eine starke Mannschaft hat, die auch in der Breite hervorragend besetzt ist. Mit Leuten wie Reus, Götze, Özil oder Müller ist die Offensive bestens bestückt. Die Hauptaufgabe wird es daher sein, die Defensivschwächen abzustellen, die man im Testspiel gegen die Schweiz deutlich gesehen hat. Es hängt alles davon ab, wie die Deutschen hinten stehen werden. Und da bin ich gespannt, wen Löw von Beginn an in der Innenverteidigung ranlässt. Ich würde auf Hummels statt Mertesacker setzen, da er eine starke Saison gespielt und das Double geholt hat. Vorne werden sie schon ihre Tore machen, da bin ich mir sicher.

An wen passen Sie weiter?
Ich würde gerne Christian Merckel anspielen. Bis zur letzten Saison hat er in Ansbach gespielt, wechselt nun aber zur SpVgg Erlangen. Wir kennen uns ebenfalls aus der Jugend bei Erlangen-Bruck. Er ist zwar ein etwas kleinerer Spieler, aber dafür sehr vielfältig und schnell. Auf den Außenpositionen kann er überall spielen. Egal, ob Angriff, Abwehr oder Mittelfeld - am Flügel ist er ein Allrounder.