Herzogenaurach
Basketball

Herzogenaurach: Der Kür folgt die Pflicht

Nach dem völlig überraschenden Sieg bei Tabellenführer Vilsbiburg haben die Longhorns auch ihre Aufgabe gegen das Schlusslicht erledigt.
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Ben Gahlert (weiß) ließ sich von Zwickau nur selten stoppen. 22 Punkte legte der Herzogenauracher im Kellerduell mit den Sachsen auf, nur Mike Kaiser steuerte einen Zähler mehr zum Heimsieg bei.  Foto: Picturedreams
Ben Gahlert (weiß) ließ sich von Zwickau nur selten stoppen. 22 Punkte legte der Herzogenauracher im Kellerduell mit den Sachsen auf, nur Mike Kaiser steuerte einen Zähler mehr zum Heimsieg bei. Foto: Picturedreams
Die Regionalliga-Basketballer der TS Herzogenaurach haben einen wichtigen, weil erwarteten Erfolg gegen Zwickau eingefahren. Vor gut 300 Zuschauern in der Gymnasiumhalle spielten die Aurachstädter von Beginn an hochkonzentriert und legten einen Start-Ziel-Sieg hin. Damit stehen die Longhorns zwar weiter "nur" auf dem zwölften Platz, sind aber punktgleich mit drei weiteren Teams. Schwabing auf Rang 8 hat zudem nur zwei Zähler mehr auf dem Konto. Die klar unterlegenen Sachsen stehen dagegen langsam mit dem Rücken zur Wand.


TS Herzogenaurach - GGZ Basket Zwickau 112:78

Die Bedeutung dieses Kellerduells wurde dem aufmerksamen Zuschauer schnell klar. Die Longhorns hatten sich auf allen Ebenen perfekt auf das Spiel vorbereitet. Die Publikumsakquise lief vor dem Anpfiff auf Hochtouren, so dass in der Halle gute Stimmung herrschte. Die Heimmannschaft war auf den Punkt fokussiert. Selbst das Kampfgericht wurde eigens für diese entscheidende Begegnung zusammengestellt.

Das merkte man den Herzogenaurachern vom Start weg an. Stefan Dinkel verwandelte flugs zwei Dreier, der starke Mike Kaiser setzte einen Korbleger hinterher und die TSH führte nach drei Minuten mit 8:2. Doch die Zwickauer fingen sich und fanden im 205 Zentimeter großen und 125 Kilogramm schweren Mario Nagler ihre Lebensversicherung. Wie ein Derwisch schob Nagler seine Gegenspieler nach Belieben durch die Zone, teilweise versetzte er seine Kontrahenten mit nur einer Berührung um zwei Meter, wodurch er frei und hochprozentig abschloss. So entwickelte sich ein hochklassiges Hin und Her, das nicht annähernd an ein Gastspiel des Tabellenletzten beim Drittletzten erinnerte. Kurz vor Ende des ersten Viertels ergatterten die Sachsen mit einem Dreier ihre einzige Führung der Partie (24:27).

Im zweiten Abschnitt drehten die Mittelfranken mächtig auf. Aus allen Lagen hagelte es Dreier über die Zwickauer. Egal ob Daniel Krause, Vedran Nakic oder Dinkel - alle warfen und trafen aus allen Rohren. Hinten überragten Tobias Übbing und Ben Gahlert, indem sie keine Würfe in der Zone mehr zuließen und annähernd jeden Rebound einsammelten. Einzig Sandro Cordis, der mit 26 Punkten und zwölf Rebounds mit Abstand bester Zwickauer war, hielt in dieser Phase dagegen, doch auch er konnte nichts daran ändern, dass die Aurachstädter mit einem 52:37-Vorsprung in die Pause gingen.


Zwickau kräftemäßig am Ende

Im dritten Viertel machte sich die kurze Rotation der Sachsen bemerkbar. Die TSH hielt die Schlagzahl hoch, die Gäste hielten nicht mehr ganz mit. Insbesondere Nagler gingen die Körner aus, schließlich musste er die ersten 20 Minuten durchspielen. Folglich ließ seine Effizienz im Abschluss nach, auch im Rebound konnte er sich gegen die von nun an deutlich schnelleren und flexibleren Herzogenauracher nicht mehr behaupten.

Gahlert und Patrick Horstmann übernahmen in der Offensive das Kommando und führten die Longhorns zu einer 81:56-Führung vor dem Schlussabschnitt.

Dieser verkam zu einem Schaulaufen der TSH. Nach all den harten Niederlagen in der Hinrunde explodierten die Gastgeber vor Spielfreude und brachten die Stimmung auf den Siedepunkt. Dunkings von Krause und Gahlert waren die spektakulären Höhepunkte, doch auch die Nachwuchsspieler um Anthony Bauer, der von Woche zu Woche stärker wird, Christenvie Kwilu und Jan Eismann zeigten, dass mit ihnen in der Rückrunde zu rechnen ist. Dank des Überraschungssiegs beim Primus und des in der Höhe verdienten 112:78 gegen das Schlusslicht gehen die Longhorns mit einem guten Gefühl in die kurze Winterpause.

"Wir haben eines unserer besten Spiele in dieser Saison gemacht. Mit den zwei Siegen in den vergangenen beiden Partien haben wir die Hinrunde gerettet und gehen mit viel Selbstvertrauen in die Rückrunde", resümierte Trainer Benedikt Aumeier. Schon am 6. Januar ist die TSH in der einzigen Begegnung der Regionalliga Südost wieder im Einsatz. Zu Gast ist dann die Bundesliga-Reserve der Oettinger Rockets. "Bis dahin werden wir im Training noch eine Schippe drauflegen, so dass wir die Rückrunde hoffentlich deutlich erfolgreicher gestalten. Ich möchte mich auch bei den Fans bedanken, die trotz der vielen knappen Niederlagen immer zu uns gehalten haben", sagte Aumeier.
TSH: Horstmann (8), Gahlert (22), Krause (13), Kwilu, Eismann (5), Bauer (11), Nakic (14), Kaiser (23), Dinkel (14), Übbing (2)
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