Hemhofen
Motorsport

Hemhofener Brüder rasen zum Titel

Die Hemhofener Brüder Liam und Jonas Müller haben sich den ersten und zweiten Platz der deutschen Autocross-Meisterschaft gesichert.
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Liam Müller fuhr am letzten Rennwochenende die nötigen Punkte für den Titel ein. Archivfoto: privat
Liam Müller fuhr am letzten Rennwochenende die nötigen Punkte für den Titel ein. Archivfoto: privat

Die Krone des deutschen Autocross-Sports geht nach Franken - das gab es noch nie. Die Hemhofener Brüder Liam und Jonas Müller holten nach dem zehnten Lauf in Cunewalde (Sachsen) den ersten und zweiten Platz der deutschen Autocross-Meisterschaft.

"Es ist einfach unbeschreiblich. Ich habe das ganze Jahr hart gekämpft und jetzt hat es wirklich geklappt. Wahnsinn", sagte Liam im Ziel nach dem finalen Lauf der Saison. Dabei lief das Rennwochenende alles andere als glatt. Selbst ein Platz im Mittelfeld hätte für ausreichend Punkte gesorgt, doch im ersten Qualifikationstraining unterlief Liam ein Fehler: Die Technik an seiner Brille, die trotz dreckiger Piste für freie Sicht sorgen soll, versagte. "In der Aufregung habe ich die Brille dann heruntergezogen. Das ist nicht erlaubt." Das Reglement besagt, dass das komplette Rennen über eine Brille zum Schutz vor Steinen getragen werden muss. Damit wurde Liam für dieses Rennen nachträglich disqualifiziert.

Das bedeutete den letzten Startplatz für das zweite Qualifying. Dort kämpfte er sich zwar auf Platz 2 nach vorne und das letzte Qualifying gewann er mit großem Vorsprung, doch da er die maximale Strafpunktzahl für die Disqualifikation erhalten hatte, musste er im Finale ebenfalls von ganz hinten losfahren. Erneut fuhr er bis auf den zweiten Platz nach vorne. "Ich hätte noch angreifen können, aber ich wollte kein Risiko mehr eingehen", sagte er im Ziel. Damit war für den ersten der Müller Brüder der Gewinn der Meisterschaft fix.

Jonas Müller musste, wenn er seinen zweiten Platz in der Meisterschaft halten wollte, mindestens den dritten Platz im Finale erreichen. Er war schnellster in den Trainings und in den beiden Qualifyings. Doch dann hatte auch er Pech: Kurz nach dem Start des dritten Qualifyings verlor sein Motor an Leistung und mit viel Mühe hielt er Platz 3. Der nachgereiste Chefmechaniker Georg Kiessling fand den Fehler zwar, ob der Motor das Finale durchhalten würde, war aber unsicher.

Er hielt - und Jonas Müller behielt die Nerven. Mit einem Start-Ziel-Sieg sicherte er den Vize-Meistertitel hinter seinem ein Jahr älteren Bruder. "Unglaublich. Ich kann es noch gar nicht glauben."

Damit ist die Saison 2019 beendet und das Team Schreck Sport plant bereits für das kommende Jahr. "Liam wird in die nächste Leistungsstufe aufsteigen und Jonas steigt in die Klasse auf, in der Liam gefahren ist. Wir werden den Winter nutzen, um die Fahrzeuge auf die neuen Klassen umzubauen. Spätestens im März geht es dann mit den Tests los. Aber jetzt wird gefeiert", so Teamchefin Katharina Müller. red

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