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Eishockey

HEC: Das Saisonende erzeugt Unmut

Saisonziel erreicht, aber zu viele Niederlagen: Ein Blick auf die durchwachsene Oberliga-Spielzeit des Höchstadter EC. [Mit Kommentar]
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Bild mit Symbolcharakter: Der Höchstadter EC erreichte sein Saisonziel, legten allerdings zu viele Bauchlandungen hin - so wie hier Markus Babinsky (rechts).Picturedreams, Archiv
Bild mit Symbolcharakter: Der Höchstadter EC erreichte sein Saisonziel, legten allerdings zu viele Bauchlandungen hin - so wie hier Markus Babinsky (rechts).Picturedreams, Archiv
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Erfolgreicher Start und frustrierendes Ende: Die Eishockey-Saison 2018/19 war nicht die des Höchstadter EC. "Vorrangiges Ziel in dieser Saison war es, sich in der Oberliga zu etablieren und das ist uns - sogar sehr frühzeitig - gelungen", sagt HEC-Pressesprecherin Caroline Hauke. "Somit wurde das Ziel zwar erreicht. Dass wir mit dem weiteren Verlauf der Saison zufrieden sind, kann man aber natürlich nicht behaupten." Der Oberligist hatte große Probleme, die vielen Verletzten zu kompensieren. Die Folgen: Zu viele Niederlagen, die Qualifikation für die Play-offs wurden klar verfehlt - der Verein und das Umfeld waren unzufrieden. Vielleicht hatte der gute Beginn zu hohe Erwartungen geweckt.

"Wir spielen nicht schlecht, verlieren aber trotzdem", hatte Jörg Schobert, Sportvorstand der Höchstadt Alligators, Ende Januar gesagt. "Diese Spirale sorgt für schlechte Stimmung, die nicht nur auf das Team drückt, sondern auch auf die Zuschauer, und da kommt man nur schwer wieder heraus." Damals entschieden sich die Vereinsverantwortlichen, Trainer Martin Ekrt zu entlassen. Er war bei 38 Spielen der Höchstadter als Coach verantwortlich, 25 davon verloren die Alligators. Mittlerweile hat er einen neuen Job gefunden: Er wird Trainer beim Ligakonkurrenten ERC Sonthofen. "Die Zeit als Trainer in Höchstadt war für mich sehr lehrreich und ich möchte aus meinen Fehlern lernen", wird Ekrt auf der Vereinshomepage der Sonthofener zitiert.

Sikorski und Kasik übernehmen

Mit HEC-Rekordspieler Daniel Sikorski und Nachwuchstrainer Petr Kasik übernahmen zwei Alligators-Kenner das Traineramt in Höchstadt. Die Niederlagen-Serie stoppten sie nicht. Mit dem Heimspiel gegen die Starbulls Rosenheim am 18. Januar (1:4) verlor der HEC neun Partien am Stück. Erst der Sieg gegen Lindau (4:3 nach Verlängerung) am 17. Februar brachte die Hoffnung zurück. Es blieb jedoch der letzte Sieg in der Meisterrunde.

"Eigentlich lässt sich die Situation der vergangenen Wochen kaum mehr in Worte fassen", wird Sikorski in der Pressemitteilung zum Abschluss der Saison zitiert. Sein Statement zum letzten Spiel gegen Memmingen (3:5) fiel ebenfalls knapp aus: "Erstes Drittel war in Ordnung, zweites Drittel war eine Katastrophe, drittes war wieder in Ordnung. Saison beendet."

Wie es mit ihm weitergeht, weiß Caroline Hauke noch nicht: "Wir sind Daniel Sikorski sehr dankbar, dass er uns in dieser Situation unterstützt und so spontan seine Hilfe zugesagt hat. Wenn er sich entschließt, sich weiter im Verein zu engagieren, steht ihm die Tür offen. Wir würden uns freuen."

Die Saison des HEC in Zahlen

In Zahlen lässt sich die Spielzeit der Alligators 2018/19 so ausdrücken: 32 Spiele in der Hauptrunde, davon zwölf Siege; 18 Spiele in der Meisterrunde, davon zwei Siege. Drei Spieler standen in jeder Partie der Hauptrunde auf dem Eis: Verteidiger Ondrej Nedved sowie die Stürmer Oleg Seibel und Martin Vojcak. Nedved steht auch in der Liste der Top-Torschützen unter den Verteidigern auf einem guten fünften Rang. Er erzielte 13 Treffer und lieferte 24 Vorlagen. Der Höchstadter EC ist ligaweit das Team mit den meisten Gegentreffern in Unterzahl - 62 von insgesamt 221. Die in dieser Rangliste auf Platz 2 geführten Rosenheimer haben 48 Gegentreffer in Unterzahl kassiert. Mit ihren acht Gegentreffern in Überzahl belegen die Alligators Rang 3, hinter Sonthofen (10) und Selb (8).

Eine Pause, die keine ist

Die Saison ist beendet, Pause haben die Verantwortlichen jedoch keine. "Von einer Pause kann nicht die Rede sein. Priorität hat nun erstmal die Suche nach einem neuen Trainer, mit dem wir dann die kommende Saison planen können", sagt Hauke. Außerdem müssen die Verantwortlichen die Saison analysieren, einen Finanzplan aufstellen und mit dem neuen Trainer Spieler-Verträge vereinbaren. Die Zeit, den Kopf hängen zu lassen, haben die Verantwortlichen deshalb nicht. "Die Fehler müssen aufgearbeitet werden und das Ziel für die kommende Saison wird erweitert: In der Oberliga bleiben - und diesmal bis zum Ende durchhalten", sagt Hauke.

Kommentar von Pia Ilchmann

Die positiven Eindrücke überwiegen

So früh wie diesmal war eine Alligators-Saison lange nicht mehr beendet. Zumindest in den vergangen vier Jahren kämpfte der HEC entweder um den Auf- oder gegen den Abstieg. Und obwohl die Alligators dieses Jahr so vom Verletzungspech gebeutelt waren und sich - vor allem zum Ende der Saison - Unzufriedenheit breitmachte, sind einige Dinge aus der Sicht eines Höchstadt-Neulings durchweg positiv. Zum einen die Auftritte des Teams, die meist ansehnlich waren, aber oft unglücklich verloren gingen. Zum anderen die Stimmung in der Halle: Die Fans standen Heimspiel für Heimspiel in den Blocks, trommelten und sangen und gaben so dem Team nie das Gefühl, dass die Leistung die Fan-Liebe beeinflusst.

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