Eishockey

Hauptsache gewonnen: Die Alligators machen es unnötig spannend

Weil er es verpasste nachzulegen, hielt der Höchstadter EC die Gäste aus Lindau im Spiel und wäre dafür im Schlussdrittel um ein Haar bestraft worden.
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Florian Szwajda zog von der blauen Linie ab, sein Schuss landete - leicht abgefälscht - zum letztendlich entscheidenden dritten Treffer des HEC in den Maschen. Fotos: Johannes Höllein
Florian Szwajda zog von der blauen Linie ab, sein Schuss landete - leicht abgefälscht - zum letztendlich entscheidenden dritten Treffer des HEC in den Maschen. Fotos: Johannes Höllein
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Kurz vor Schluss: Die Blicke aller HEC-Fans wandern zwischen Spielfeld und Anzeigetafel hin und her, sie zählen die Sekunden, die Pulsfrequenz erhöht sich - gefühlt zum ersten Mal in einem seltsam blutleeren Spiel, in dem biedere Gäste aus Lindau über zwei Drittel nahezu abgemeldet sind und dann unverhofft kurz vor dem Ausgleich zum 3:3 stehen. Doch die Höchstadt Alligators retten den insgesamt verdienten Sieg ins Ziel, kommen mit einem blauen Auge davon. Hauptsache gewonnen, Revanche geglückt (Hinspiel 2:1 für den EV), voll im Soll, abhaken, weitermachen.

Oberliga Süd: Höchstadter EC - EV Lindau 3:2 (1:0, 1:0, 1:1)

Vier Minuten waren gespielt, da fand Routinier Vitalij Aab bei Höchstadter Überzahl den zielsicheren Ondrej Nedved, der das 1:0 markierte. Eine Kooperation, die auch im zweiten Drittel - nach ähnlichem Muster - erfolgreich war (24.). Dazwischen machten die Gastgeber das Spiel, ließen hinten kaum etwas zu und hätten mit etwas mehr Zielstrebigkeit einen deutlichen Vorsprung herausspielen können. Doch letztendlich fehlte die letzte Konsequenz bei dem einen oder anderen nett anzuschauenden Angriff, den die Offensive um den agilen Michal Petrak aufs Eis zauberte.

So blieben die Gäste vom Bodensee im Spiel und wurden ab der 30. Minute etwas mutiger, ohne Philipp Schnierstein im HEC-Tor jedoch vor ernsthafte Probleme stellen zu können. Kurz vor der zweiten Pause nahm der HEC die Zügel wieder in die Hand, kam zu zwei aufeinanderfolgenden Powerplay-Situationen, bei denen sich - nach zunächst ausgelassenen Möglichkeiten - der Schlendrian einschlich: Zwei Unterzahl-Konter des EVL waren die Folge. Der erste blieb folgenlos, beim zweiten hatte Höchstadt Glück, weil Jari Neugebauer als letzter Mann den Lindauer Stürmer abräumte, die Schiedsrichter jedoch nicht auf Penalty entschieden. Das hätte unter Umständen den Anschlusstreffer bedeuten können - und dann hätte es im Schlussabschnitt womöglich schon von Beginn an gebrannt.

So jedoch startete das letzte Drittel zwar lebhaft, aber weiter mit wenig Zug zum Tor. Höchstadt versuchte es aus der Distanz, doch Maximilian Ottes Schuss war eine sichere Beute für David Zabolotny im Lindauer Gehäuse (42.). Besser machte es Florian Szwajda fünf Minuten später, wobei sein herrlicher Blue Liner von linksaußen noch von Oleg Seibels Schläger den entscheidenden Drall mitbekam, um zum 3:0 im langen Eck einzuschlagen. Wenig später verschätze sich der EVL-Goalie bei einem Ausflug an die Bande: Lukas Fröhlich war eher an der Scheibe, versuchte, das verwaiste Lindauer Tor zu umkurven, wurde im letzten Moment aber noch am vierten HEC-Treffer gehindert.

Zehn Minuten waren da noch auf der Uhr, und es hatte nicht den Anschein, als hätten die Schwaben eine Antwort im Gepäck. Dann ging es jedoch schnell: Bei Powerplay der Lindauer reagierte Schnierstein prächtig bei Jan Hammerbauers Versuch, nur um Sekunden später von Santeri Ovaska doch geschlagen zu werden (51.). Das an sich brachte die Höchstader nicht aus dem Konzept, doch dann stellte sich in die Jahre gekommen Spielfeldbegrenzung gegen die Hausherren: Ein verunglückter Schuss von Christian Schmidt sprang vom Handlauf auf der Bande derart kurios zurück ins Feld, dass Anthony Calabrese nur noch den Schläger hochhalten musste, um den hereinsegelnden Puck in die Maschen zu drücken (53.). HEC-Trainer Martin Ekrt nahm eine Auszeit, um sein Team für die nun unverhofft spannende Schlussphase einzustellen. Doch zunächst wollten die Unparteiischen einen Regelverstoß von Lukas Lenk gesehen haben, so dass die Alligators sich erneut in Unterzahl wiederfanden (57.).

Die Gastgeber - und das muss man ihnen zugute halten - bekamen deswegen kein Nervenflattern. Sie verteidigten stark und hielten sich schadlos. Auch in den letzten 40 Sekunden, als Lindau den Torhüter vom Eis nahm, um in Überzahl noch einmal anzurennen. Die HEC-Defensive hielt Stand und tütete die nächsten drei Punkte für das Ziel ein, das Gespenst Abstiegsrunde möglichst schnell aus dem Aischgrund zu vertreiben.

Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Metz; Abwehr: Stütz, Otte, Wiedl, Sikorski, Nedved, Szwajda, Ribarik, Roth; Angriff: Cejka, Aab, Neugebauer, Grau, Petrak, Vijcak, Seibel, Mikesz, Kreuzer, Fröhlich, L. Lenk

EV Lindau: Tor: Zabolotny, Fröhlich; Abwehr: Morgan, Haug, Calabrese, Ochmann, Wenter, Fuchs, D. Farny; Angriff: Laux, Kirsch, Ovaska, Stopinski, Milan, Klingler, A. Farny, Tischendorf, Schmidt, Hammerbauer

Schiedsrichter: Robert Ruhnau, Dominik Pfeifer, Christopher Reitz

Zuschauer: 602 Tore: 1:0 Ondrej Nedved (4.), 2:0 Ondrej Nedved (24.), 3:0 Oleg Seibel (47.), 3:1 Santeri Ovaska (51.), Anthony Calabrese (53.)

Strafminuten: 10 / 10



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