Erlangen

Glaube war schon fast verloren

Unterhaching ist aufgestiegen - mit Alexander Piller. Auch in der 3. Liga spielt der Ex-Brucker, obwohl es schwieriger ist, sich durchzusetzen.
Artikel drucken Artikel einbetten
In der vergangenen Saison bekamen es Alexander Piller (rechts) und die SpVgg Unterhaching in der Regionalliga Bayern noch mit Teams wie dem 1. FC Nürnberg II (hier: Dennis Lippert) zu tun. Foto: Sportfoto Ziink
In der vergangenen Saison bekamen es Alexander Piller (rechts) und die SpVgg Unterhaching in der Regionalliga Bayern noch mit Teams wie dem 1. FC Nürnberg II (hier: Dennis Lippert) zu tun. Foto: Sportfoto Ziink
17 Spiele machte Alex Piller in der abgelaufenen Saison - nur, möchte man fast sagen. Denn fast vier Monate fiel Profi der SpVgg Unterhaching verletzt aus. Kein Wunder, dass sich der 24-Jährige jetzt doppelt freut in der 3. Liga zu spielen. "Nach meiner Schambeinentzündung habe ich fast nicht mehr daran geglaubt", erklärt Piller, der in Bruck groß geworden ist und dann über die Reserve der SpVgg Greuther Fürth in den Profibereich gekommen ist, im Gespräch mit anpfiff.info.

Schon beim heimischen FSV bremste den damaligen Nachwuchsspieler eine ähnliche Verletzung für fast drei Monate aus. Die Verletzung nahm Piller nach Fürth mit und kam deswegen auch nur auf 15 Einsätze in der Regionalliga Bayern. Danach war er aber Stammspieler beim Kleeblatt - genau wie in seiner ersten Saison in Unterhaching.

Am Ende der vergangenen Spielzeit stand der ersehnte Aufstieg. Nach der verdienten Meisterschaft sicherte sich Haching in der Relegation gegen den SV Elversberg die Rückkehr in die 3. Liga. In beiden Partien kam der Mittelfeldspieler zum Einsatz und feierte danach ausgelassen. "Natürlich mussten wir erst einmal mit dem Bus heimfahren, das war schon sehr schön", schmunzelt Alex Piller, der sich danach mit seinen Mannschaftskollegen - ganz traditionell - nach Mallorca verabschiedete, um den Aufstieg zu begießen.


Die Gegner sind robuster

Die Gegner in dieser Saison heißen also nicht mehr Schweinfurt, Garching oder Memmingen, sondern Würzburger Kickers, Bremen II oder auch Karlsruher SC. "Das Niveau ist schon deutlich höher", erklärt Piller, der in der laufenden Saison erst von der Bank kam und dann die vergangenen Spiele von Beginn an machte. "Jede Mannschaft hat immer zwei oder drei Spieler drin über 1,90 Meter." Kein Wunder dass die Hachinger oftmals Tore nach Standards bekommen. Spielerisch sieht sich Alex Piller mit den meisten Teams auf Augenhöhe, aber: "Alle Mannschaften sind deutlich robuster als wir."

Schon vor dem Aufstieg in die 3. Liga wurde in Unterhaching wieder auf Profiniveau gearbeitet. "Im Moment bin ich nur Fußballspieler. Wir trainieren sieben oder acht Mal die Woche, wie schon in der Vorsaison." Allerdings gebe es auch ein paar wenige Spieler, die noch ganz normal arbeiten und die ausgefallenen Trainingseinheiten selbstständig nachholen müssen, erklärt der Mittelfeldmann.


Ein großer Unterschied

Natürlich habe die 3.Liga noch ganz andere Reize. Denn auf einmal interessierten sich viel mehr Zuschauer für die Mannschaften und die Stadien seien noch mal eine Nummer besser. "Es ist schon ein großer Unterschied, ob du in der Regionalliga beispielsweise vor 300 Zuschauern gegen Ingolstadt II spielst oder der Karlsruher SC kommt und gleich 2000 Fans mitbringt. Das war dann schon ein ähnlich geiles Highlight wie das Pokalspiel damals gegen Leverkusen", schildert Alex Piller die neuen Eindrücke. "Und natürlich sind die meisten Stadien deutlich besser und größer als vorher. Selbst wenn dann nur 5000 Zuschauer kommen, ist es dann doch richtig schön, in einem Stadion zu spielen in das normal 20 000 Zuschauer reinpassen."

Auch mit der Anreise hat sich einiges geändert. Denn kurze Wege sind Geschichte. War bisher vor allem der Bus das bevorzugte Reisemittel, steht nun der Flieger auf dem Programm. "Wir fliegen meist früh hin und dann abends nach dem Spiel zurück. Das ist schon sehr angenehm", berichtet Alex Piller, der nur noch selten im Bus sitzt. So wie beim Spiel in Würzburg gegen die Kickers am 11. September. Endlich ein Spiel, bei dem auch viele Bekannte und Verwandte in der Dritten Liga zusehen können, weil das Stadion am Dallenberg natürlich einfach zu erreichen ist aus Erlangen.

Dass die SpVgg Unterhaching die Liga hält, davon ist Alexander Piller überzeugt. Und dann irgendwann will der Ex-Bundesligist auch wieder höhere Ziele verwirklichen. "Ich habe jetzt noch Vertrag auf die Saison mit Option auf die kommende. Natürlich wäre es schon schön, einmal 2. Liga zu spielen", träumt Alex Piller, Aber erst einmal will er in der 3. Liga mit guter Leistung überzeugen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren