LKR Erlangen-Höchstadt
Sport und Genuss

Für den Applaus auf dem Podest

Anstrengung, Schweiß, Verletzungen, Niederlagen - und trotzdem genießen? Wir haben Sportler aus der Region gefragt, in welchen Momenten ihnen ihr Hobby wirklich Spaß macht.
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Freudenschrei nach dem Sieg Foto: Sportfoto Zink
Freudenschrei nach dem Sieg Foto: Sportfoto Zink
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Wieso spielen Leute Fußball, obwohl die Verletzungsgefahr so hoch ist? Weshalb quält man sich wochenlang, nur um ein Mal als Erster über die Ziellinie zu laufen? Warum betreibt man eine Sportart weiter, selbst wenn man eine Pleite nach der anderen kassiert? Der Fränkische Tag hat sich auf die Suche nach Antworten auf diese Fragen begeben. Max Erhardt (26), HSG Erlangen/Niederlindach, Handball: "Bei keinem Verein, in dem ich bisher war, habe ich so eine familiäre Beziehung zu meinen Mitspielern aufgebaut. Ob Training oder Spiel: Ich verbringe extrem gerne Zeit mit den Jungs. Sport zu machen und für ein Ziel zu kämpfen, die Mischung aus Seriosität im Training und Spaß am Handball genieße ich.

Auch wenn ich einen langen Arbeitstag hatte, mich aufraffen muss, die Tasche zu packen, selbst wenn es eine schlechte Einheit von mir war, bin ich immer froh, beim Training gewesen zu sein. Allein schon, weil ich die Leute gesehen habe, bin ich glücklich, dieses Hobby zu haben und zu diesem Verein gekommen zu sein.

Natürlich ist es umso schöner, wenn man ein Ziel erreicht hat, auf das man über Wochen hingearbeitet hat. Dann merkt man die Verbundenheit zu den Jungs noch mehr. Dann zahlt sich auch die ganze Arbeit aus. Danach zu feiern, in der Kabine Blödsinn zu machen, ausgelassen zu sein - dann genieße ich mein Hobby. Vor allem natürlich, wenn ich zu einem Sieg viel beigetragen habe, bin ich stolz auf mich und froh, ein aktiver Teil dieser Mannschaft zu sein. Wenn man verliert und es ist eine unnötige Niederlage, gefällt das keinem, aber ich finde, daran wächst man auch. Man sollte aus seinen Fehlern lernen und zusammen daran arbeiten." Theofanis Triantafillos (29), Hemhofen Gechers, Football: "Ich genieße mein Hobby jede Sekunde. Das macht sich vor allem an der Zeit bemerkbar, die bei Trainings und Spieltagen wie im Flug vergeht. Genuss ist nicht ergebnisabhängig. Als Spieler muss ich bei einem Spiel volle Leistung bringen. Bringe ich sie nicht, kann ich selbst einen Sieg nicht zu 100 Prozent genießen, da ich nicht das volle Potenzial ausgeschöpft habe. Ein wahrer Genuss ist ebenfalls, als kleines Team aus dem Dorf gegen Klubs aus großen Städten anzutreten und zu wissen, die können wir schlagen. Gemeinschaft ist im Sport der Schlüssel zum Erfolg und damit zum Genuss." Antonia Kachelmann (23), ESC Uehlfeld, Eisstockschießen: "Zur Zeit genieße ich mein Hobby, wenn ich auf der Straße auf meine Erfolge angesprochen werde. Es ist ein mega Gefühl, wenn der Satz kommt: ,Ich hab dich doch in der Zeitung gesehen. Klasse, was du da geleistet hast.' Natürlich ist das Training nicht immer Genuss. Im Gegenteil: Fehler zu beheben, die Technik zu verbessern und trotzdem stetig die Leistung zu steigern, ist hart. Beim Krafttraining ist der schöne Nebeneffekt, dass eine Hose oder ein Shirt wieder besser passt.

Der Genuss beim Wettbewerb ist natürlich der Erfolg: Wenn ich sehe, dass sich das Training gelohnt hat und ich einen Titel geholt habe. Genuss bei Niederlagen ist schwierig und eigentlich nicht vorhanden, ich ärgere mich über mich selbst. Ausnahmen gibt es natürlich: Manchmal reicht es einfach nicht für den Sieg, aber ich bin trotzdem stolz, weil ich richtig gut abgeliefert habe.

Wenn ich bei einer Siegerehrung aufs Treppchen gerufen werde, mich jeder anschaut, der Applaus, der Moment, wenn ich im Mittelpunkt stehe, weil ich gut war. Das ist DER Genussmoment. Ein unglaubliches Gefühl. Die Europameisterschaft löst teilweise immer noch ein Grinsen und ein Glücksgefühl aus, wenn ich an den letzten wichtigen Schuss und an die Siegerehrung denke." Maximilian Otte (20), Höchstadter EC, Eishockey: "Nach der Sommerpause genieße ich es, mit dem Team wieder auf dem Eis zu stehen. Körperlich ist so ein Training kein Genuss, aber danach fühlt es sich gut an, alles gegeben zu haben.

Ganz ähnlich ist es nach einem Spiel: Es ist toll, vor den Fans auf dem Eis zu stehen und einen Sieg kann man natürlich genießen. Nach einer Niederlage dagegen ist man genervt oder sauer. Wenn wir aber bis zum Ende gekämpft haben und der Gegner einfach zu stark war, dann können wir danach schon irgendwann mit unserer Leistung zufrieden sein und sind wieder motiviert, uns bis zum nächsten Mal noch weiter zu verbessern."

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