Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey

Endlich: die ersten Playoff-Punkte sind da

Mit viel Einsatz, Leidenschaft und letztendlich einer großen Portion Abgeklärtheit feiern die Höchstadter Alligators den ersten Sieg in der Meisterrunde, auch wenn am Ende wieder einmal das Penalty-Schießen entscheiden muss.
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Daniel Tratz erobert den Puck und sucht nach Anspielstationen.Foto: Picturedreams
Daniel Tratz erobert den Puck und sucht nach Anspielstationen.Foto: Picturedreams

Es ist geschafft. Am drittletzten Spieltag der Playoff-Zwischenrunde haben die Alligators Höchstadt den Bann gebrochen und endlich die ersten Punkte eingefahren. Dabei gelang dem HEC gestern Abend erstmals, was vorher immer nur ein Drittel lang funktioniert hatte: eine konzentrierte und starke Leistung abzurufen. Die Panzerechsen lagen gegen die Memminger Indians immer wieder in Führung, wurden aber in der Schlussminute mit dem Ausgleich bestraft. Zum Glück behielten sie im Penalty-Schießen ihre Kaltschnäuzigkeit. Michalek und Gulda trafen, während es Stotz und Vycichlo auf Seiten des ECDC vergaben.

Höchstadter EC- ECDC Memmingen n.P. 6:5
Die Zuschauer bekamen ein munteres Spielchen zu sehen, bei dem die Gastgeber mit viel Tempo drückten. Doch die Indian befreiten sich schnell wieder und prüften erstmals Glaser - der Goalie war zur Stelle.

In der Folge erspielten sich die Alligators durch gutes Pressing ein Chancenplus, einen Sikorkis-Schuss lenkte der ECDC-Schlussmann gerade noch am Pfosten vorbei. Memmingen blieb über Konter gefährlich: nach einem Bully vor dem Höchstadter Tor wäre fast das 0:1 gefallen und im direkten Gegenzug scheiterte Grau.
Dann mussten die Panzerechsen eine fragwürdige Unterzahl-Situation überstehen und hielten sich schadlos. Stattdessen eroberte Hiendlmeyer die Scheibe nach einem Puckverlust der Indians an der gegnerischen roten Linie und traf zur Führung (14.). Doch die hielt nur 15 Sekunden. Nach einem Bully war Simon zur Stelle und machte das 1:1. Der Ausgleich beflügelte die Gäste, die aber kein Durchkommen fanden. Auf der anderen Seite vergaben Michalek, Grau und Gulda aus aussichtsreicher Position.
Im zweiten Drittel begann Memmingen stark, nur vorm Tor wollte es nicht klappen, denn Glaser war hellwach.

Der HEC verlegte sich auf Konter, hatte gute Chancen, wenn es schnell ging, und schoss sich in Unterzahl wieder in Führung: Glaser wehrte die Scheibe ab und setzte postwendend Michalek in Szene, der sein Solo mit dem 2:1 krönte (31.).
Die Indians antworteten mit wütenden Angriffen, die verpufften, und blieben selbst verwundbar. So hätten sie sich nach einem Fehler im Aufbau fast selbst den Puck ins Netz gelegt. Wie es besser geht, zeigte der HEC: Nach sehenswerter Spiel eröffnung über Sikorski und Jun war erneut Michalek zur Stelle und erhöhte auf 3:1 (38.). Bedauerlich war, dass die Alligators mit der Pausensirene noch den Anschlusstreffer durch Börner hinnehmen mussten.

Zwei Treffer in Unterzahl
Im Schlussdrittel drehten die Gäste auf und brauchten nur bis zur 42.

Minute, bis sich das auszahlte: Aschenbrenner nutzte die Verwirrung vorm Tor und machte das 3:3 - mit dem Schlittschuh, was die Schiedsrichter aber nicht sahen. Der HEC antwortete prompt. Erst verfehlte ein Sikorski-Hammer das Ziel nur knapp, dann brachten Jun und Michalek den Puck in einer Überzahl-Situation vors Gehäuse, wo Stütz den Stock dazwischen hielt und zum 4:3 traf (44.). Das Spiel wiegte hin und her, ehe Höchstadt zu schlampig verteidigte und Kerber traf mit einem Luper (51.).
Dann waren die Gäste wieder einmal in Überzahl, doch erneut schlug der HEC daraus Kapital: Der ECDC-Goalie wollte den Puck von der Bande weg spielen, doch Jun warf sich dazwischen und die Scheibe trudelte zum 5:4 ins Tor (53.). Nun wähnten die Alligators sich als Sieger, zumal alle nach Pertls hartem Check gegen Kaczmarek, der verletzt vom Eis musste, mit einer Spieldauerstrafe rechneten.

Die Unparteiischen beließen es bei "zwei plus zehn".
So dauerte die Überzahl der Aischgründer nur zwei Minuten und trotz bester Chancen wollte der Puck nicht ins Netz.In der Schlussminute setzten die Gäste alles auf eine Karte, nahmen den Goalie raus und hatten, weil Weiß in der Eisbox schmorte, eine 6:4-Überzahl. Und prompt erzielte Stotz aus zentraler Position den erneuten Ausgleich. Die enttäuschten Alligators hätten sich mit hängenden Köpfen fast noch das 5:6 gefangen, retteten sich aber ins Ziel, um beim anschließenden Penalty-Schießen kurzen Prozess zu machen.

Die Statistik zum Spiel
Höchstadter EC -ECDC Memmingen 6:5n.P. (1:1, 2:1, 2:3)

Höchstadter EC: Tor: Glaser, Feeser; class="artFett">Verteidigung: Stütz/ Sikorski, Kaczmarek/Babinsky, Weiß;
Angriff: Michalek/Jun/ Grau, Eyrich/Gulda/Hiendlmeyer, Maier/Lang/Tratz, S. Goblirsch

ECDC Memmingen: Tor: Reichelmeir, Niemz; Verteidigung: Just, Stotz, Neumann, Schirrmacher, Jainz;
Angriff: Pertl, Aschenbrenner, Merkle, Zientek, Tenschert, Becker, Rott, Börner, Kerber, Simon, Vycichlo, Zimmermann, Krafczyk

SR: Sperl, Bleier, Schmid
Zuschauer: 300

Tore: 1:0 Hiendlmeyer (14.), 1:1 Simon (14.), 2:1 Michalek (31.), 3:1 Michalek (38.), 3:2 Börner (40.), 3:3 Aschenbrenner (42.), 4:3 Stütz (44.), 4:4 Kerber (51.), 5:4 Stütz (53.), 5:5 Stotz (60.)
Strafzeiten: HEC 16 / ECDC 8+10 (Pertl)

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