Lonnerstadt
Steilpass

Ein Phantom-Schiri auf dem Trainerstuhl

Während sein gleichnamiger Patenonkel mit der Pfeife auf dem Fußballplatz steht, coacht Günter Kropf den TSV Lonnerstadt. Beim Rivalen ist er Mitglied.
Artikel drucken Artikel einbetten
+3 Bilder

In vielerlei Positionen war Günter Kropf bei der SpVgg Uehlfeld tätig und hat die Glanzzeiten des Klubs (bis in die Landesliga) als Spieler miterlebt. Nach längerer Pause schloss sich der 50-Jährige für viele überraschend dem TSV Lonnerstadt an und übernahm 2017 den Trainerposten des Teams aus der Kreisliga 1 ER/PEG. Warum sich sein Wechsel an den Sonnenhügel ein Stück weit abgezeichnet hat und was es mit seiner vermeintlichen Schiedsrichterkarriere auf sich hat, erklärt Kropf im Steilpass-Interview.

Wer hat Sie angespielt?

Günter Kropf: Gezim Feta. Er war ein sehr ambitionierter Spieler, der bereits nach seinem Übergang in den Herrenbereich bei der SpVgg Uehlfeld regelmäßige Einsätze in der Bezirksoberliga absolvierte. Relativ früh ging er als Spielertrainer seinen Weg. Über die Jahre haben wir uns immer wieder ausgetauscht.

Nach längerer Pause sind Sie 2017 in Lonnerstadt eingesprungen, mittlerweile haben Sie bereits für das dritte Jahr verlängert. Wie glücklich sind Sie beim TSV?

Zunächst einmal ist für mich entscheidend, ob der Verein mit meiner Arbeit zufrieden ist. Das ist beim TSV der Fall und als der Verein im Winter auf mich zukam, musste ich über die Verlängerung nicht lange nachdenken. So ganz überraschend kam der Wechsel nach Lonnerstadt übrigens nicht, ich bin mit Spielleiter Paul Bruckmann gut befreundet, bereits vor zwei Jahren fragte der TSV bei mir an.

Damals war ich aber noch Abteilungsleiter in Uehlfeld und habe daher abgelehnt. Als Alois Reinhardt seinen Trainerposten in Lonnerstadt abgab, hat es dennoch keine halbe Stunde gedauert, bis mein Telefon klingelte. Glücklich bin ich im Verein auf alle Fälle, die Atmosphäre in der Mannschaft und im Umfeld ist bemerkenswert gut. Alle Neuzugänge, mich eingeschlossen, wurden und werden mit offenen Armen empfangen.

Was ist langfristig mit Lonnerstadt drin und wie sehen Sie Ihre weitere Laufbahn als Trainer?

Unser Ziel ist es zwar, so hoch wie möglich zu spielen, das Hauptkriterium ist aber, dies mit Akteuren zu schaffen, die aus eigenem Antrieb und ohne Bezahlung für uns auflaufen. Das wird gegenüber Spielern, die sich uns anschließen wollen, offen kommuniziert. Unser Kader besitzt Qualität. Wenn alle fit sind, könnten wir sicherlich um die Bezirksliga mitspielen. In der Kreisliga fühlen wir uns aber wohl, zahlreiche Derbys und spannende Gegner machen diese Klasse attraktiv. Ich persönlich wäre grundsätzlich nicht abgeneigt, sollte sich die Chance bieten, höherklassig aktiv zu sein. Aktuell schwebt mir aber nichts Spezifisches vor, ich fühle mich in Lonnerstadt wohl und habe viel Spaß daran, meine Spieler auch durch die Trainingsarbeit besser zu machen.

Groß geworden sind Sie bei der SpVgg Uehlfeld, in den Glanzzeiten reichte es für die Landesliga, mittlerweile spielt das Team nur noch in der Kreisklasse. Wie nah sind Sie noch am Verein dran?

Ich wohne in Uehlfeld und bin weiterhin Vereinsmitglied, daher stehe ich dem Klub natürlich nahe. Wir haben die Mannschaft damals nach dem Weggang des Hauptsponsors noch ein paar Jahre in der Bezirksoberliga halten können. Nachdem andere Klubs in der Gegend Investitionen getätigt hatten, mussten wir dennoch einige Abgänge verkraften. Das hat auch die starke Jugendarbeit, aus der damals regelmäßig Talente den Sprung in die Erste geschafft haben, nicht auffangen können. In der Kreisklasse hat sich Uehlfeld stabilisiert, der neue Trainer Michael Green leistet sehr gute Arbeit.

Vielfach herrscht der Irrglaube, dass Sie auch eine Laufbahn als Schiedsrichter verfolgen. Können Sie diese Verwirrung aufklären?

Das habe ich schon oft gehört, der Schiedsrichter bin aber nicht ich, sondern mein Patenonkel Günther Kropf. Er hat früher bis hoch zur Bezirksoberliga gepfiffen, von ihm habe ich den Namen geerbt. Als Unparteiischer war ich selbst aber nie aktiv.

An wen spielen Sie weiter?

Ich passe zu Matthias Müller. Er kam als junger Spieler zur SpVgg Uehlfeld und ist mittlerweile ein echtes Urgestein des Vereins. Zu ihm pflege ich ein sehr gutes Verhältnis, er ist ein sehr fleißiger, lernbegieriger Spieler, der sich auch im Jugendbereich engagiert.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren