Herzogenaurach
American Football

Ein perfektes Heimdebüt für die Herzo Rhinos

Die Herzogenaurach Rhinos feiern bei ihrem ersten Heimspiel einen hohen Sieg und eine große Football-Party.
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Die Herzo Rhinos waren nicht aufzuhalten - auch dank der Unterstützung der Fans. Fotos: herzopress
Die Herzo Rhinos waren nicht aufzuhalten - auch dank der Unterstützung der Fans. Fotos: herzopress
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Strahlender Sonnenschein am Kirchweihsonntag in Herzogenaurach: ein passender Rahmen für den ersten Heimauftritt der Herzogenaurach Rhinos in der Aufbauliga Nord. Am Einlass zum ASV-Gelände gab es lange Schlangen. Zwischendurch waren alle gedruckten Eintrittskarten vergriffen und wohl fast 800 Zuschauer vor Ort, wie Mannschaftsleiter Niklas Benz begeistert feststellte. Und die Zuschauer bereuten ihr Kommen nicht, denn die Rhinos lieferten ihnen ein begeisterndes Spiel mit zahlreichen tollen Spielzügen. Die Black Dukes aus Coburg, immerhin mit einer 3:1-Bilanz angereist, hatten keine Chance und mussten sich, auch in der Höhe verdient, mit 0:32 geschlagen geben.

Führung nach dem ersten Viertel

Zu Beginn der Partie sah es zunächst nicht so deutlich aus. Coburg kam gut in die Offensive und arbeitete sich schnell in die Hälfte der Gastgeber vor. Kurz hinter der Mittellinie war aber Endstation für die Black Dukes und Herzogenaurach startete selbst die erste Angriffsphase. Nach einem artistischen Fang von Flavio Lodeserto nutzten die Rhinos diese gute Feldposition und kamen durch einen kurzen Lauf von Quarterback Andreas Neumüller zum ersten Touchdown. Auch wenn der folgende Kick zum Extrapunkt nichts einbrachte, wurde auf der extra bereitgestellten mobilen Anzeigetafel nach dem ersten Viertel ein 6:0 vermeldet.

Die Rhinos ließen auch zu Beginn des zweiten Viertels nicht locker und drückten dem Spiel immer mehr ihren Stempel auf. So gelang Andres Alvarez nach einem langen Pass und anschließendem 20-Yard-Lauf der nächste Touchdown. Dieses Mal saß auch der Extrapunkt. Mit 13:0 ging es in die Pause.

"Sehr komplexe Spielzüge"

In dieser zeigten sich die Fans begeistert vom Spiel und der tollen Atmosphäre. Viele hatten es sich auf der Naturtribüne mit Klappstühlen bequem gemacht. Darunter auch ganz alte Football-Experten vom Frankfurt-Galaxy-Stammtisch Herzogenaurach, den es seit über 25 Jahren gibt. Die Truppe um Bernie Weidner zeigte sich besonders vom Niveau der Gastgeber begeistert: "Für Amateur-Football bekommt man hier schon sehr komplexe Spielzüge zu sehen." Stimmungstechnisch konnten sich die Rhinos nicht nur auf ihre junge Cheerleader-Truppe verlassen. Eine Gruppe von Damen feuerte mit eigenen PomPoms besonders lautstark an. Debbie, Carol, Michelle, Wanda und Pam leben seit vielen Jahren in der Stadt und kennen den Sport aus ihrer Heimat USA und Kanada. "Wir wollen hier einfach bisschen verrückt sein, das gehört zum Football dazu", so Debbie Bayer. Sie freut sich, dass das Team seit den Anfängen im Flag Football eine so tolle Entwicklung genommen hat.

Auf diese Entwicklung ist auch Lionel Lorenzano stolz, der bei den Anfängen dabei war. Er stand an der Seitenlinie und motivierte das Publikum zu lauten Anfeuerungsrufen. Nach einem Studienaufenthalt im Ausland ist er wieder zurück in Herzogenaurach. "Es ist erstaunlich, wie stark die Jungs besonders körperlich zugelegt haben", zeigt er sich beeindruckt. In absehbarer Zeit möchte er auch selbst wieder auf dem Platz stehen.

Dort dominierten in der zweiten Halbzeit weiter die Nashörner aus Herzogenaurach. Jonah Schneider gelang kurz vor der eigenen Endzone eine Interception. Nachdem er den Ball abgefangen hatte, folgte sicherlich die spektakulärste Szene des Spiels: Andres Alvarez tankte sich mit einem unwiderstehlichen Lauf über 95 Yards durch. Dieser Lauf wurde aber nicht mit einem Touchdown belohnt, da Alvarez kurz vor der Endzone umknickte und wohl den Boden berührte. Zu allem Überfluss kassierte er noch eine Strafe für übertriebenes Jubeln. Der Touchdown gelang zwei Spielzüge später durch einen kurzen Lauf über die Mitte von Niklas Batz. Mit 20:0 ging es ins letzte Viertel und das Spiel war praktisch gelaufen.

Bei den Gästen, die nur mit 22 Spielern angereist waren, machten sich konditionelle Probleme bemerkbar. So kam Herzogenaurach durch einen tollen Punt-Return von Jonah Schneider und einen kurzen Lauf von Quarterback Neumüller zu weiteren Touchdowns.

Blick geht nach oben

"Es ist wirklich toll, dass sich der Einsatz der letzten Wochen gelohnt hat", sagte Schneider. Das Team habe viel Werbung gemacht und sei dafür belohnt worden. "Für mich persönlich hätte es dann natürlich nicht besser laufen können." Das Publikum feierte die Mannschaft im Anschluss mit Standing Ovations. Stadionsprecher Manfred Gerlach - Bruder von Rhinos-Coach Joachim und ehemaliger Aktiver der früheren Noris Rams - heizte die Menge zusätzlich an. "Besonders das Defensive Back-Field und die Offensive Line haben einen sehr guten Job gemacht", lobte Joachim Gerlach. Es sei allerdings schade gewesen, dass er nicht allen seinen Spielern Einsatzzeiten geben konnte, weil Coburg mit einem kleinen Kader angereist war. Die Regeln der Aufbauliga erlauben dem Gegner nur fünf Akteure mehr.

Mannschaftsleiter Niklas Benz revidierte nach dem überzeugenden Auftritt seine wohl etwas zurückhaltenden Saison-Prognose. Denn die avisierten zwei Siege haben die Nashörner nun schon nach drei Spielen eingefahren.

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