Berlin
Leichtathletik

Ein durchwachsener Auftritt für die Läufer des LSC Höchstadt

Die Läufer des LSC Höchstadt haben bei den deutschen Meisterschaften in Berlin ihre Erwartungen nicht ganz erfüllen können.
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Adrian König-Rannenberg (Mitte) verpasste die Qualifikation für das Finale über 1500 Meter. Fotos: Sportfoto Kiefner
Adrian König-Rannenberg (Mitte) verpasste die Qualifikation für das Finale über 1500 Meter. Fotos: Sportfoto Kiefner
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Die deutschen Meisterschaften der Leichtathletik in Berlin werden wohl nicht als erfolgreichster Wettbewerb in die Geschichte des LSC Höchstadt eingehen. Drei Läufer gingen an den Start, doch so richtig zufrieden sein konnte nur einer.

"Eine kleines lachendes und ein großes weinendes Auge" habe LSC-Trainer Markus Mönius nach dem Rennen über 3000 Meter Hindernis gehabt. Brian Weisheit lief ein starkes Rennen und legte mit 9:04,49 Minuten eine neue persönliche Bestzeit hin. Das bedeutete den zehnten Platz. "Das ist ein tolles Ergebnis", sagt Mönius.

Überraschend landete Weisheit damit vor seinem Teamkollegen Niklas Buchholz. "Das ist, glaube ich, seit drei Jahren nicht mehr so gewesen", sagt Mönius und rätselt über die Gründe für die schwache Leistung seines zweiten Athleten. "Sein Leistungseinbruch zum Saisonende hin ist nicht erklärbar." Aus medizinischer Sicht gebe es keine Anzeichen, dass dort ein Problem vorliegen könnte. Auch die Trainingswerte seien gut gewesen. "Vielleicht ist es ein psychischer Knacks wegen der verpassten Quali zur U23-Europameisterschaft." Gegen Ende des Rennens ging es steil bergab, so dass Weisheit vorbeizog. 9:06,96 Minuten bedeutete Platz 12.

Grau feiert Comeback

Als amtierender Meister über die 3000 Meter Hindernis kam Martin Grau nach Berlin. Der Biengartener läuft zwar mittlerweile für den LAC Erfurt, aber dennoch hatte Mönius ein Auge auf seinen Ex-Athleten. Seinen bis dato letzten Auftritt hatte er vor genau einem Jahr an derselben Stelle bei der Europameisterschaft. Dort war er in seinem Vorlauf an der letzten Hürde hängen geblieben und gestürzt. Seitdem hatte er verletzungsbedingt kein Hindernisrennen mehr absolviert. "Er hat in St. Moritz trainiert", sagt Mönius, "aber er wusste nicht, ob es für ganz vorne reicht." Es hätte wohl gereicht, wenn Grau früher selbst die Initiative ergriffen hätte. Auf dem letzten Kilometer eines bis dahin eher langsamen Rennens setzte er sich an die Spitze, konnte aber den späteren Sieger Karl Bebendorf aus Dresden nicht abschütteln. Bebendorf läuft normalerweise die 1500-Meter-Distanz.

"Wir dachten, das wäre ein Meldefehler, als wir seinen Namen gelesen haben." Stattdessen spielte ihm das Tempo voll in die Karten. Er attackierte am letzten Wassergraben und der überraschte Grau kam trotz eines Schlussspurts nur als Zweiter ins Ziel. "Gegen einen Mittelstreckler konnte er da nichts mehr machen", sagt Mönius. Grau sei ein wenig enttäuscht gewesen, doch angesichts der Pause sei die Zeit (8:33,84 Min.) keine Schande. "Er hat sich taktisch ein bisschen vertan, wirklich platt war er im Ziel nicht."

Kein Finale für König-Rannenberg

Der dritte Höchstadter Läufer war Adrian König-Rannenberg, der über die 1500 Meter an den Start ging. Die Meldeliste ließ schon vermuten, dass der Weg ins Finale für ihn schwierig werden könnte. Hinzu kam auch noch Pech: Zwar positionierte er sich in seinem schnellen Halbfinale immer gut, hätte aber wohl selbst das Tempo anziehen müssen, um das Feld auseinanderzuziehen. So kam es zum Spurt in der Gruppe und er wurde nur Achter von neun Läufern (3:51,80 Min.). Die ersten Fünf der beiden Vorläufe zogen unabhängig von der Zeit ins Finale ein, dazu die beiden schnellsten außerhalb der Top-Fünf. Die kamen beide aus König-Rannenbergs Lauf, zu Marcel Fehr (Schorndorf) fehlten nur zwei Hundertstel. Im zweiten Halbfinale, das deutlich langsamer war, hätte seine Zeit sogar für die Top-Fünf gereicht.

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