Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey

Die Verlängerung dauert nur 23 Sekunden

Weil es auch in Selb nicht zu einem Sieg reicht, muss sich der Höchstadter EC darauf einstellen, die Hauptrunde (bereinigt) höchstens auf Rang 8 zu beenden.
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Philipp Schnierstein musste in 60 Minuten nur einmal hinter sich greifen, konnte den Selber Siegtreffer in der Verlängerung aber nicht verhindern. Foto: Christian Fölsner/Archiv
Philipp Schnierstein musste in 60 Minuten nur einmal hinter sich greifen, konnte den Selber Siegtreffer in der Verlängerung aber nicht verhindern. Foto: Christian Fölsner/Archiv

Eine im Großen und Ganzen tadellose Defensivleistung reichte den Höchstadt Alligators zum Jahresauftakt in der Eishockey-Oberliga nicht, um drei Punkte aus Selb zu entführen. Der HEC hielt das Franken-Derby lange offen, zog aber vielleicht die eine oder andere Strafe zu viel, um in einer Abwehrschlacht noch mehr Druck auf den Gegner machen zu können. Trainer Martin Ekrt stellte hinterher jedenfalls fest: "Das, was wir uns taktisch vorgenommen hatten, heben wir gut umgesetzt. Schade dass es dann nur zu einem Punkt gereicht hat." Der Tabellennachbar bewies nämlich den längeren Atem und stellte mit einem schnellen Überzahl-Treffer in der Verlängerung sicher, dass der Vorsprung auf die Höchstadter bei noch zwei ausstehenden Spielen der Hauptrunde sechs Zähler beträgt. Nach oben dürfte für die Alligators also nichts mehr gehen, was für den Start in die bereits gesicherte Meisterrunde zwar keine Auswirkung hat. Doch nachdem sie nun sechsmal in Folge nicht als Sieger vom Eis gegangen sind, sollten sie sich wenigstens noch ein Erfolgserlebnis holen, um Selbstvertrauen für den zweiten Teil der Saison zu tanken und sich - aus sportlichem Ehrgeiz - noch den EV Lindau vom Hals zu halten.

Oberliga Süd: VER Selb - Höchstadter EC  n. V. 2:1 (1:0, 0:1, 0:0)

Die ersten Minuten gehörten den Gästen: Michal Petrak rüttelte mit einem Schuss an die Maske den Selber Goalie Deske wach. Danach musste der HEC eine erste Unterzahlsituation überstehen, nahm aber gleich wieder Fahrt auf, wobei Florian Otte an Deske scheiterte (7.). Mitte des Drittels tauten die gastgebenden Wölfe vor 1410 Zuschauern auf. Philipp Schnierstein im Höchstadter Tor geriet nun in Bedrängnis, und machte seine Sache gewohnt gut, ehe er bei m Schuss von Erik Gollenbeck den Arm nicht mehr schnell genug hochreißen konnte, und der Puck rechts oben zum 1:0 einschlug (14.). Die Aischgründer suchten vergeblich nach einer schnellen Antwort, kassierten stattdessen aber noch eine Strafe, so dass sie in Unterzahl ins zweite Drittel starteten.

Kaum hatten sie diese schadlos überstanden, rettete Schnierstein in höchster Not gegen Niejenhuis

und schickte Martin Vojcak auf die Reise. Dieser bediente mustergültig den 18-jährigen Robert Hechtl, der sich die Chance auf den Ausgleich nicht nehmen ließ (24.). Jetzt waren wieder die Alligators am Drücker und legten sogar zwei Unterzahl-Konter aufs Eis, die aber weder Oleg Seibel noch Jari Neugbauer verwerten konnten (28.). In einem weiter völlig offenen Duell versuchte Selb, die Kontrolle zu gewinnen, doch die Gäste verteidigten stark und ließen bis zur Pause nichts mehr zu.

Das Spiel wurde mehr und mehr zum offenen Schlagabtausch, bei dem beide Teams das nötige Glück im Abschluss vermissten, beziehungsweise sich auf das Können ihrer Torhüter verlassen konnten. In Unterzahl hielten die Mittelfranken die Hausherren geschickt vom Kasten fern, schafften es aber ihrerseits im Powerplay nicht, Durchschlagskraft zu entfalten. Vor allem von der vierminütigen Überzahl (53.) hatte sich Gästetrainer Martin Ekrt mehr erhofft. Doch die Wölfe hielten sich schadlos und kamen ihrerseits noch einmal in Überzahl: Zwar retteten Jiri Mikesz und Ondrej Nedved den HEC in die Verlängerung, doch bei vier gegen drei machten die Oberfranken kurzen Prozess. Vojcak, Petrak und Nedved konnten nicht verhindern, dass Landon Gare den Puck zur Entscheidung in die Maschen jagte.

Die Statistik zum Spiel

VER Selb: Tor: Deske, Kümpel; Abwehr: Silbermann, Veisert, Ondruschka, Müller, Nijenhuis, Kolb, Kremer; Angriff: Hördler, Schiener, Geigenmüller, Gollenbeck, McDonald, Gare, Klughardt, Moosberger, Lüsch Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Metz; Abwehr: Otte/Nedved, Szwajda/Babinsky, Stütz/Cejka, Wiedl/Roth; Angriff: Seibel/Petrak/l. Lenk, Hechtl/Vojcak/Mikesz, Grau/Neugebauer/Kolesnikov, Fröhlich

Schiedsrichter: Markus Wohlgemuth, Michael Sauer, Thomas Weger

Zuschauer: 1410

Tore: 1:0 Erik Gollenbeck (14.), 1:1 Robert Hechtl (24.), 2:1 Landon Gare (60.+1)

Strafminuten: 8 / 16

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