Eishockey

Die Alligators packen die Bulls bei den Hörnern

Fünf Tage nach dem ersten Heimsieg in der noch jungen Saison der Oberliga Süd gelingt dem Höchstadter EC der nächste Streich vor eigenem Publikum.
Artikel drucken Artikel einbetten
Hoch die Hände, Wochenende: Vitalij Aab steuerte zwei Trefer  zum erfolgreichen Auftakt des HEC am vierten Doppelspieltag der Oberliga Süd bei. Foto: Picturedreams
Hoch die Hände, Wochenende: Vitalij Aab steuerte zwei Trefer zum erfolgreichen Auftakt des HEC am vierten Doppelspieltag der Oberliga Süd bei. Foto: Picturedreams

Komfortable drei Treffer betrug die Führung 60 Sekunden vor dem Ende, dann machte es der Höchstadter EC noch einmal spannend in einer Partie, in der sie vor allem wegen zehn verrückter Minuten im Mitteldrittel lange wie der sichere Sieger ausgesehen hatten. Neun Sekunden vor Schluss war der Vorsprung auf 5:4 zusammengeschmolzen, doch die Restzeit war nicht genug für die Gäste aus dem Allgäu, um noch die Verlängerung zu erzwingen. Das wäre des Guten auch zu viel gewesen, die Alligators hatten sich mit viel Aufwand alle drei Punkt redlich verdient.

Höchstadter EC - ERC Buls Sonthofen 5:4 (1:0, 4:2, 0:2)

Starker Beginn der Alligators, die die erste Sturmreihe hatten umbauen müssen, weil Marvin Deske sich krank abgemeldet hatte. Doch auch so drückten die Gastgeber zunächst mächtig aufs Tempo und erarbeiteten sich eine Reihe von Möglichkeiten, die jedoch nicht ihr Ziel fanden. Auf der anderen Seite musste sich auch Goalie Philipp Schnierstein nicht über zu wenig Arbeit beschweren, vor allem Voit suchte immer wieder den Abschluss. Höchstadt ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen, betrieb weiter viel Aufwand und belohnte sich in der 19. Minute: Michal Petrak behauptete den Puck an der Bande und fand den ungedeckten Maximilian Otte, der nicht lange fackelte und zum 1:0 ins lange Eck traf. Sekunden später legte Vitalij Aab quer auf Jari Neugebauer, der aus zentraler Position die Scheibe nicht richtig erwischte.

Mit der Führung im Rücken bestimmte der HEC auch zu Beginn des zweiten Drittels das Geschehen, der erste Aufreger war ein Zweikampf zwischen André Lenk und Schlenker, bei dem der Sonthofener mit dem Oberkiefer auf dem Handlauf der Band aufschlug und blutend vom Eis musste. Jetzt war mehr Feuer drin, und wieder fand Höchstadt schneller den Weg zum Tor. Ondrej Nedveds langer Pass an die blaue Linie fand Aab, der humorlos abzog und auf 2:0 erhöhte (30.). Dann ging es ganz schnell: Sill bediente Schubert, dessen Schuss von Schnierstein abprallte und zum Anschluss in die Maschen trudelte (31.). Doch die Gäste waren danach von der Rolle, in der Abwehr viel zu offen und verteilten Geschenke, die Petrak nach einer Stafette über Max Cejka und Lukas Lenk (32.) sowie Aab nach präziser Vorarbeit von Oleg Seibel (33.) für zwei weitere Treffer nutzen (4:1).

Nach einer vergeigten Überzahl des HEC hatte sich Sonthofen wieder gesammelt. Schnierstein rettete in höchster Not gegen Voit, ehe sich Lukas Lenk einen Heber von Markus Babinsky aus der Luft angelte, nach einer Körpertäuschung mutterseelenallein vor Glatzer die Nerven behielt und auf 5:1 erhöhte (38.). Danach noch einmal ein Powerplay der Aischgründer, das seinen Namen nicht verdient hatte: Zwei Unterzahl-Konter gelangen den Bulls, von denen Sinagl einen zum 5:2-Pausenstand nutzte (39.).

Im Schlussdrittel wollten es die Gästen noch einmal wissen, verzettelten sich aber allzu oft in zeitraubenden Scharmützeln um den Puck, so dass die Uhr unerbittlich herunterlief. Dazu präsentierte sich Schnierstein hellwach und parierte drei-, viermal glänzend. Auf der anderen Seiten hatte Neugebauer die beste Chance, den Sieg noch deutlicher zu gestalten, doch der Pfosten verhinderte den sechsten HEC-Treffer. Eine Minute vor Schluss dann doch nochmal Spannung: Im Getümmel verkürzte Slavetinsky auf 5:3 - Sonthofen nahm eine Auszeit und den Torwart vom Eis, um Überzahl zu schaffen. Der Plan ging auf, Kames traf durch Schniersteins Schoner zum Anschluss. Neun Sekunden waren da noch auf der Uhr - zu wenig, um dem HEC noch die Butter vom Brot zu nehmen.

Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Henseleit; Abwehr: Nedved/Roth, Babinsky/Szwajda, Stütz/Otte, Ribarik/Wiedl; Angriff: Cejka/L. Lenk/Petrak, Vojcak/Mikesz/Fröhlich, Aab/Neugebauer/Seibel, Grau/Kreuzer/A. Lenk

ERC Sonthofen: Tor: Glatzel, Steiger; Abwehr: Morgan, Noack, Rau, Slavetinsky, Lucas, Kames; Angriff: Maaßen, Mangold, Schubert, Voit, Guth, Hofmann, Oswald, Sill, Schlenker, Malzer, Frolik, Sinagl

Schiedsrichter: Erol Posacki, Kenneth Englisch, Dominic Gill

Zuschauer: 653

Tore: 1:0 Maximilian Otte (19.), 2:0 Vitalij Aab (30.), 2:1 Jaden Schubert (31.), 3:1 Michal Petrak (32.), 4:1 Vitalij Aab (33.), 5:1 Lukas Lenk (38.), 5:2 Petr Sinagl (39.), 5:3 Lukas Slavetinsky (60.), 5:4 Vladimir Kames (60.)

Strafminuten: 2 / 8



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren