Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey

Die Alligators hatten wohl Blut geleckt

Am Freitag nah dran, zwei Tage später vollendet: Der HEC schlägt den Spitzenreiter und verleiht der "Green Night" neben karitativem auch sportlichen Glanz.
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HEC-Goalie Philipp Schnierstein fand sich ein ums andere Mal im Mittelpunkt des Geschehens wieder, erwies sich jedoch  als sicherer Rückhalt. Fotos: Picturedreams
HEC-Goalie Philipp Schnierstein fand sich ein ums andere Mal im Mittelpunkt des Geschehens wieder, erwies sich jedoch als sicherer Rückhalt. Fotos: Picturedreams
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"Wir sind eben gut genug, auch solche Spiele zu gewinnen", hatte Igor Pavlov, Trainer der Eisbären Regensburg am Freitag noch selbstbewusst verlautbaren lassen, nachdem sein Team vor eigenem Publikum den Kopf noch aus der Schlinge gezogen und letztendlich deutlicher gegen den Höchstadter EC gewonnen hatte, als der Spielverlauf hätte vermuten lassen. Der Aufsteiger von der Aisch war in der Donau-Arena dreimal in Führung gegangen und hätte dem Favoriten ein Bein stellen können. Dass das nicht geklappt hatte, wurmte HEC-Trainer Martin Ekrt und sein Team offenbar derart, dass sie im Rückspiel am Sonntag noch eine Schippe draufpackten.

Eishockey-Oberliga: Höchstadter EC - ERV Regensburg 3:2

Die Eisbären hatten wohl nicht geglaubt, dass der Aufsteiger noch einmal so mutig spielen würde wie am Freitag. Zumal sie die ersten Minuten den Ton angaben und nach einem Puckverlust des HEC in dessen eigenen Drittel durch Keresztury im Nachschuss in Führung gingen (3.). Dadurch waren die Gäste sich ihrer Sache wohl zu sicher, denn zunehmend überließen sie den Alligators das Feld, die das Angebot dankend annahmen.

Regensburg vernachlässigte das Forechecking, stand ziemlich offen und ermöglichte immer wieder Durchbrüche durch die Mitte, die der auffällige Michal Petrak auch suchte. Wie in der 11. Minute, als er ERV-Goalie Holmgren mit einem platzierten Schuss über die rechte Schulter keine Chance ließ - 1:1. Höchstadt blieb am Drücker und belohnte sich per Doppelschlag: Erst fälschte Max Cejka einen Schuss von Martin Vojcak entscheidend zum 2:1 ab (17.), eine Minute später schlug Oleg Seibels Schlenzer von der blauen Linie zum 3:1 ein. Mit etwas Glück hätte auch noch das vierte Tor fallen können, doch Ondrej Nedved zielte gegen den geschlagenen Holmgren zu hoch.

Der musste zum zweiten Drittel Platz machen für Fössinger - nicht weil er schlecht gehalten hätte, sondern weil Pavlov deutlich machen wollte, dass er von seiner Mannschaft viel mehr sehen will. Die startete dementsprechend wild entschlossen ins zweite Drittel, deckte Philipp Schnierstein im HEC-Tor mit Schüssen ein. Doch der hielt bravourös - unter anderem mit einem Super-Spagat gegen Sauer (35.). Dazu hatte er das Glück des Tüchtigen, als Herrmanns Schuss am Pfosten landete (27.). Seiner Vorderleute schafften zwar nur sporadisch Entlastung, sorgten aber of dafür, dass der letzte Pass der Gäste nicht ankam.

Höchstadt hatte sich also schadlos gehalten, startet jedoch in Unterzahl ins Schlussdrittel. Diese überstand der HEC zwar ebenso schadlos, doch der Druck der Gäste wuchs zusehends. Und nachdem Flache auf 3:2 verkürzt hatte (46.), wurde es hitzig. Die Alligators schafften kaum noch Entlastung, mussten sich in doppelter Unterzahl erwehren und hatten Glück, das Divis das leere Tor verfehlte. Doch die Zeit lief für den Aufsteiger, der mit Mann und Maus verteidigte und sich 30 Sekunden vor dem Ende selbst in Überzahl sah: Das reichte, um den knappen Vorsprung ins Ziel zu retten.

Dementsprechend musste auch Pavlov hinterher zugeben: "Heute hat die Mannschaft gewonnen, die mit der besseren Einstellung ins Spiel gegangen ist." Alligators-Trainer Ekrt ging sogar noch einen Schritt weiter: "Dieses Wochenende hatte Play-off-Charakter und wir haben gezeigt, dass wir genau da hingehören."

Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Henseleit; Abwehr: Otte/Nedved, Szwajda/Babinsky, Wiedl/Stütz, Ribarik; Angriff: Kreuzer/Petrak/L. Lenk, Cejka/Vojcak/ Kolesnikov, Grau/Mikesz/Fröhlich, Aab/ Neugebauer/Seibel ERV Regensburg: Tor: Holmgren (21. Fössinger); Abwehr: Tippmann, Weber, Gulda, Vogel, Bühler, Heider; Angriff: Sauer, Divis, Franz, Flache, Vinci, Tausch, Ontl, Keresztury, Böhm Herrmann, Kroschinsky, Gajovsky Schiedsrichter: Florian Feistl, Dominic Six, Maik Blankart

Zuschauer: 714 Tore: 0:1 Erik Keresztury (3.), 1:1 Michal Petrak (11.), 2:1 Max Cejka (17.), 3:1 Oleg Seibel (18.), 3:2 Peter Flache (46.) Strafminuten: 16 / 8

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