Eishockey

Der Ur-Alligator will es noch einmal wissen

HEC-Rekordspieler Daniel Sikorski startet - mit reichlich Verspätung - in seine 15. Saison bei den Alligators. Er ist bereit, die 500-Spiele-Marke in Angriff zu nehmen.
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Daniel Sikorski trägt ab sofort wieder das Trikot des Höchstadter EC. Foto: Archiv
Daniel Sikorski trägt ab sofort wieder das Trikot des Höchstadter EC. Foto: Archiv

Zahlreiche Fans des Höchstadter EC rieben sich am Freitagabend verwundert die Augen. Kaum zu glauben, wer sich da unmittelbar vor dem Duell mit dem Spitzenreiter der Eishockey-Oberliga Süd mit der Rückennummer 24 warm machte. Einen Tag nach dem die Alligators bekannt gegeben hatten, mit Robert Hechtl ein Sturmtalent vom Kooperationspartner in Ingolstadt an die Aisch gelotst zu haben, also die nächste überraschende Nachricht beim Aufsteiger: Daniel Sikorski will es im Spätherbst seiner Karriere noch einmal wissen.

Anderthalb Jahre nach seinem Abschied, dem wohl zwischenmenschliche Differenzen vorausgingen, kehrt der Rekordspieler und langjährige Kapitän des HEC zu seiner alten Liebe zurück. 476 Partien hat der inzwischen 40-Jährige im Trikot der Alligators bestritten - egal ob Landes-, Bayern- oder Oberliga. In seiner Abschiedssaison an der Aisch brachte Sikorski es in der dritthöchsten Spielklasse immerhin noch auf sieben Treffer und 21 Torvorlagen, so dass sein neuerliches Engagement durchaus etwas mehr sein dürfte, als eine rein pragmatische Reaktion des Vereins auf die ersten Verletzten im Kader.

Das unterstreicht das Interview, das Michal Petrak unlängst einem Eishockey-Fachblatt gab. Auf die Frage, warum der HEC als Aufsteiger so gut in der Oberliga zurechtkomme antwortete der Routinier, dass die Mannschaft zwar ein Neuling sei, aber über eine Reihe von Spielern mit Oberliga-Erfahrung verfüge. Ein Attribut, das auch auf Daniel Sikorski zutrifft und das im weiteren Saisonverlauf noch eine gewichtige Rolle spielen könnte.

Muskelkater als Wegbegleiter

Doch der im Aischgrund wohl bekannte Neuzugang tritt auf die Euphoriebremse, schließlich habe die fast einjährige Eishockeypause ihre Spuren hinterlassen. "Ich habe nur sporadisch auf dem Eis gestanden. In den zwei Wochen, in denen ich jetzt beim HEC mittrainiere, melden sich Muskeln, die ich in den vergangenen Monaten gar nicht gebraucht habe", sagt Sikorski.

Die damit verbundenen Schmerzen nimmt der 40-Jährige gern im Kauf, denn die Aussicht, noch einmal Oberliga spielen zu können, treibt ihn an. Allerdings ist Sikorski dem eigenen Bekunden nach aktuell noch keine echte Hilfe für das Team. "Im Moment bin ich nicht mehr als ein Notnagel. Aber ich bleibe dran und dann werden wir sehen, für was es tatsächlich reicht", sagt der Abwehrspezialist, der nicht viel zu seinem Abgang 2017 sagen will, aber betont: "Ich war 14 Jahre beim HEC. Da sind viele Freundschaften entstanden und der Kontakt ist nicht abgerissen." Deshalb taten sich beide Seiten auch nicht schwer, die Zusammenarbeit wieder aufleben zu lassen.

Die kurze Episode beim EV Pegnitz bereut Sikorski nicht, allerdings sei das nicht das Richtige für ihn gewesen. "Ich weiß nicht warum, aber ich konnte dort nicht das abrufen und geben, was ich mir vorgestellt hatte. Deshalb bin ich mit dem Verein übereingekommen, die Sache wieder zu beenden. Vielleicht habe ich einfach eine Pause gebraucht", sagt der Höchstadter Rekordspieler.

Doch jetzt hat ihn der Eishockey-Zirkus wieder, und Sikorski ist entschlossen, ein weiteres Kapitel seiner Alligators-Story zu schreiben. Die 500-Spiele-Marke könnte er noch in dieser Saison knacken.

In Zahlen: "Siki" beim Höchstadter EC

Frühe Jahre: Geboren, aufgewachsen und ausgebildet in Weißwasser, blickte Sikorski mit Anfang 20 über den Tellerrand, kam über Dresden, Duisburg und Deggendorf 2003 nach Höchstadt, wo er zunächst für vier Jahre blieb. Der Virus: 2007 folgte ein Kurztrip zu den Rostock Piranhas (sechs Spiele), doch der HEC-Virus hatte ihn längst infiziert, die Rückkehr nach wenigen Monaten nur Formsache. Es folgten am Stück zehn Spielzeiten im Trikot des HEC, in denen Sikorski zum Fan-Liebling und Führungsspieler reifte. 476 Partien absolvierte Sikorski bislang für die Alligators - einsame Spitze in der vereinsinternen Rangliste Ritterschlag: Zur Legendenbildung fehlt nur noch, dass sein Trikot einen Platz unter dem Hallendach findet. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.



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