Höchstadt a. d. Aisch
Hindernislauf

Mittelfranke Martin Grau räumt bei deutschen Leichtathletikmeisterschaften ab

2015 war keine Eintagsfliege: Martin Grau ist wieder deutscher Meister über 3000 Meter Hindernis. Dabei unterbot der noch einmal die Norm für die EM.
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Martin Grau am vorläufigen Ziel seiner sportlichen Träume: In 8:33,90 Minuten wurde er zum zweiten Mal nach 2015 deutscher Meister über 3000 Meter Hindernis. Fotos: Sportfoto Zink/Theo Kiefner
Martin Grau am vorläufigen Ziel seiner sportlichen Träume: In 8:33,90 Minuten wurde er zum zweiten Mal nach 2015 deutscher Meister über 3000 Meter Hindernis. Fotos: Sportfoto Zink/Theo Kiefner
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Es war die erhoffte Belohnung für zwei Jahre harte Arbeit, mit der sich Martin Grau aus dem Formtief befreite. Mit dem Titel über 3000 Meter Hindernis bei der deutschen Meisterschaft in Nürnberg schließt sich für den Biengartner in Diensten des LSC Höchstadt ein Kreis. Denn vor drei Jahren, als er an gleicher Stelle schon einmal triumphiert hatte, war er auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Leichtathletik-Karriere. Jetzt ist wieder an diesem Punkt angelangt und blickt auf die Europameisterschaft in Berlin - dem i-Tüpfelchen auf dieser bislang sehr gut verlaufenen Saison.

In Nürnberg reihte sich Grau erst einmal auf Position 4 ein, im Dunstkreis des deutschen Meisters von 2016, Hannes Liebach (SCC Berlin), der auf den ersten anderthalb Kilometern Tempo machte für seinen Vereinskollegen Fabian Clarkson, der die EM-Norm (8:34 Minuten) angreifen wollte. Die Zwischenzeiten passten auch für Grau, der sich -nachdem Liebach hatte abreißen lassen müssen - an die Spitze des Feldes setzte und der Konkurrenz davonlief.

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In 8:33,90 Minuten holte der 26-Jährige nach 2015 seinen zweiten Titel bei einer "Deutschen" und blieb erneut unter der EM-Norm, was den mitgereisten Fanclub aus Höchstadt begeisterte. Im Schlussspurt zog auch Patrick Karl (TV Ochsenfurt/8:41,22) noch an Clarkson (8:41,50) vorbei.
"Der Regen macht mir gar nichts aus, da müssen wir ja alle durch. Ich war jedoch nicht darauf eingestellt, dass die Berliner so ein Tempo machen. Liebach kam als Nachrücker, und das hat die Konstellation verändert. Aber es war gut zum Mitlaufen und letztendlich gut für mich und meine Taktik, denn es hat das Feld früh auseinandergezogen", erklärte Grau im Ziel. Auf den letzten zwei Runden habe er sich darauf konzentriert, nicht zu stürzen und den Rhythmus zu halten.

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"Mit dem Rennen kann ich ganz zufrieden sein. Ich habe Respekt vor Fabian Clarkson, aber ich habe gewusst, dass ich ihn auf Abstand halten konnte. Patrick ist eine richtig schnelle letzte Runde und von Platz 4 noch auf 2 vorgelaufen. Das war stark. Ich konnte zeigen, dass der Titel 2015 keine Eintagsfliege war, und habe mit gute Eindrücke für die EM verschafft, bei der ich ein ähnliches Rennen erwarte. In Berlin würde mich eine Platzierung unter den Top acht zufrieden stellen."

Die hatte für die DM auch Graus Teamkollege Niklas Buchholz anvisiert. Und das Talent aus Hemhofen lieferte ab, landete in 8:52,52 Minuten auf dem achten Platz. Konstantin Wedel, der vor wenigen Jahren ebenfalls noch das Trikot des LSC Höchstadt trug, verpasste als Vierter das Siegerpodest nur knapp (8:43,04). "Schade für Konstantin, er ist ein tolles Rennen gelaufen. Niklas muss noch etwas Erfahrung sammeln, aber Platz 8 in persönlicher Bestzeit ist für ihn richtig gut", kommentierte Grau.

Auch in anderen Disziplinen waren Athleten aus dem FT-Gebiet erfolgreich. In der Altersklasse U20 schickte die TS Herzogenaurach eine 4x400-Meter Staffel an den Start, die sich mit 3:32,20 Minuten für die "Deutsche" qualifiziert hatten. An eine Medaille war nicht zu denken, aber Sebastian Oertel, Christopher Zahl, Tobias Reischl und Schlussläufer Justus Santjer nutzten die große Bühne in Nürnberg, um sich auf 3:31,60 Minuten zu verbessern.

Der Aschbacher Patrick Schneider, der für das LAC Quelle Fürth startet, erreichte mit der drittschnellsten Zeit (46,81 s) das Finale über 400 Meter. Das Rennen war packend, zumal sieben der acht Finalisten eine neuer persönliche Bestmarke aufstellten. Darunter auch Schneider, der sich um zwei Zehntelsekunden verbesserte und in 45,82 Sekunden so schnell wie nie war. Nur einer war schneller: Dauerrivale Johannes Trefz aus München (45,70 s) schnappte Schneider den Titel weg.
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