Eishockey

Der HEC straft die Eishockey-Experten Lügen

Von vielen als Abstiegskandidat gehandelt, schneiden die Alligators als Oberliga-Neuling bisher besser ab als erwartet - kein Grund, sich auszuruhen.
Artikel drucken Artikel einbetten
HEC-Stürmer André Lenk (links) fällt wegen einer schweren Muskelzerrung aus. Foto: Picturedreams
HEC-Stürmer André Lenk (links) fällt wegen einer schweren Muskelzerrung aus. Foto: Picturedreams

Damit hatten vor der Saison nur wenige Szene-Kenner gerechnet: Die Höchstadt Alligators übertreffen als Aufsteiger in der Eishockey-Oberliga Süd die Erwartungen und stehen mit aktuell 21 Punkten auf Rang 6 der Tabelle. Die Mannschaft von Trainer Martin Ekrt erspielte sich unter anderem durch das jüngste - an Dramatik, Tempo und Einsatz kaum zu übertreffende - Heimspiel gegen den EV Landshut, das mit 2:1 gewonnen wurde, ein komfortables Polster auf die Teams am Tabellenende.

"Und drauf sind wir sehr stolz", betont HEC-Sportvorstand Jörg Schubert. Jeder einzelne Spieler habe hart für die guten Ergebnisse gearbeitet, deshalb komme die Spielpause am kommenden Wochenende, die wegen des Deutschlandcups in Krefeld für DEL, DEL 2 und Oberliga gilt, gerade recht. "Die Jungs haben es sich verdient, jetzt einmal durchzuschnaufen und kleinere Wehwehchen auszukurieren, um dann mit voller Kraft die kommenden, schweren Aufgaben angehen zu können", sagt Schobert.

Unverhoffte Punktgewinne

Das Saisonziel ist klar: Die Zwischenrunde erreichen und damit zum frühestmöglichen Zeitpunkt den Klassenerhalt sichern. Die Hürde dafür scheint nicht besonders hoch zu sein, da es nur zwei von zwölf Teams nicht in die Zwischenrunde schaffen, und der finanziell angeschlagene SC Riessersee automatisch ans Tabellenende gesetzt wird. Höchstadt muss also eigentlich nur eine Mannschaft hinter sich lassen.

Aber auch das sei laut Schobert schwer genug. Siege wie gegen Selb, Memmingen oder Landshut, als der HEC den Gegner jeweils in einer Phase erwischte, als nicht alles rund lief, seien keine Selbstverständlichkeit und zum jetzigen Zeitpunkt Gold wert. Darauf ausruhen dürfen sich die Alligators nicht, sie müssen weiter auf ihre Stärken bauen.

Und die fangen in der Defensive an. "Wir haben drei starke Torhüter und neun Verteidiger, von denen keiner unserer Erwartungen nicht erfüllt", betont Schobert. Und diese Stärke kommt gerade im Unterzahlspiel zum Tragen. Zum Glück, denn kein anderes Oberliga-Team hat bislang so viele Strafminuten wie der HEC gezogen. "Um in Unterzahl so gut verteidigen zu können, muss der Zusammenhalt in einer Mannschaft absolut passen", freut sich der Sportvorstand über die offenbar gelungene Personalpolitik.

Das Team steht an erster Stelle

"Wir brauchen keine Individualisten, die nur auf die eigene Statistik schauen, sondern Spieler, die sich in den Dienst der Mannschaft stellen, hungrig sind und sich auf einen Trainer einlassen, der sie weiterentwickeln will." Das sei gelungen, meint Schobert, der die Vorteile des breiten Kaders beschwört. Der HEC sei - anders als in der Oberliga-Saison 16/17 - in der Aufstellung flexibel, könne Verletzungen und andere Ausfälle gut kompensieren und sei qualitativ sehr ausgeglichen. "Bei uns gibt es keine erste, zweite, dritte und vierte Reihe. Wir haben vier Reihen, von denen jede ihre Aufgaben hat. Deshalb ist es völlig egal, wer in welcher Reihe spielt", erklärt Schobert.

Entscheidend sei vielmehr, dass die Spieler zusammen auf dem Eis stehen, die am besten miteinander harmonieren. Das sei jedoch ein Entwicklungsprozess, der auch erkläre, warum es beim HEC zum Beispiel im Powerplay noch hakt oder er viele Chancen braucht, um einen Treffer zu erzielen. Daran wird Martin Ekrt mit seinem Team weiter arbeiten.

Genau wie an der hohen Zahl von Strafzeiten, mit der sich der HEC - manchmal unnötig - in Unterzahlsituationen bringt. Doch dieses Thema will Schobert nicht zu hoch hängen. "Es gibt Strafen, die lassen sich nicht vermeiden, dann gibt es ungerechtfertigte oder eben überflüssige und dumme Strafen. Letztere werden immer angesprochen, und die Spieler versuchen, diese zu vermeiden. Wie erwähnt, kommen wir in Unterzahl aber gut zurecht, deshalb fallen die vielen Strafen nicht so sehr ins Gewicht."



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren