Zwölfmal hatten die Regensburger Eisbären in den beiden bisherigen Duellen mit dem Aufsteiger aus Höchstadt in der laufenden Oberliga-Saison getroffen. Nach dem knappen, letztendlich sogar etwas schmeichelhaften 6:5 zu Saisonbeginn hatten sich die Oberpfälzer im weiteren Verlauf enorm gesteigert und den Höchstadter EC beim Rückspiel in dessen Stadion mit 6:1 vom Eis geschossen. Aufgrund dessen und der Tatsache, dass der Aufsteiger personell auf dem Zahnfleisch geht, hätte vor dem neuerlichen Aufeinandertreffen wohl kaum jemand einen Blumentopf auf die Alligators gewettet. Doch die beweisen wieder einmal auf vortreffliche Weise, dass die Oberliga genau ihre Kragenweite ist - allen Widerständen zum Trotz. Schade, dass ihr Mut nicht belohnt wurde, ein Punkt wäre allemal verdient gewesen.

Eisbären Regensburg - Höchstadter EC 6:3 (1:1, 3:2, 2:0)

Die Hausherren gaben vom Start weg den Ton an, taten sich gegen stark verteidigende Alligators aber schwer, echte Chancen zu kreieren. Der Underdog aus dem Aischgrund fokussierte sich darauf, Nadelstiche zu setzen - und diese zu nutzen. Wie in der 7. Minute: Bei einem Eisbären-Angriff fischte der sich auf dem Weg zur Bank befindliche Martin Vojcak den Puck im letzten Moment aus der Luft und leitete den schnellen Gegenangriff über Michal Petrak ein, den Max Cejka mit dem Treffer zum 0:1 abschloss. Regensburg war unbeeindruckt, fand aber weiter kein Durchkommen, während die Alligators - nachdem die erste Chance gleich ihr Ziel gefunden hatte - nun mutiger wurden und ihrerseits einige ordentliche Offensivaktionen zeigten. Dann aber gerieten die Gäste in Unterzahl und überstanden diese noch schadlos. Doch kaum wieder komplett, schlug es im Tor von Carsten Metz ein, der den Versuch von Flache zwar parierte, gegen Schütz' anschließenden Schlagschuss von der blauen Linie aber chancenlos war (15.). Die Oberpfälzer wirkten trotzdem nicht mehr souverän, und nach einem Missverständnis in der Eisbären-Abwehr bot sich den Gästen eine dicke Chance: Wenn Holmgren die Fanghand nicht blitzschnell ausgefahren hätte, wäre der HEC mit einer Führung in die Drittelpause gegangen.

Auch im zweiten Abschnitt mischten die Alligators fleißig mit - und legten erneut vor: Max Cejka fand Jiri Mikesz, der nervenstark zum 1:2 abschloss (26.). Nun ging es Schlag auf Schlag: Regensburg brauchte nur knapp 20 Sekunden für die passende Antwort, Gajovskys Pass fand Divis, der abermals ausglich (26.). Doch schon im Gegenzug waren die Aischgründer zur Stelle. Oleg Seibel wurde nach Vorarbeit von Vitalij Aab zuerst noch geblockt, setzte aber nach und erzielte das 1:2 (27.). Die Regensburger Fans waren mit der Leistung ihrer Mannschaft zu diesem Zeitpunkt absolut nicht einverstanden - ihr lautstarker Protest zeigte offenbar Wirkung. In Unterzahl brachten die Eisbären Gajovsky in Stellung, der das 3:3 erzielte (36.), eine Minute später war es Böhm, der den Puck von Keresztury serviert bekam und die Hausherren zum ersten Mal in Führung schoss. HEC-Coach Martin Ekrt reagierte und brachte nach der Auszeit mit einem Torhüterwechsel Nico Henseleit ins Spiel. Trotzdem zogen die Gäste noch eine Strafe, so dass sie in Unterzahl in die letzten 20 Minuten starten mussten.

Weil Tausch nur die Latte traf (41.), blieb der HEC aber im Spiel und suchte sein Heil in der Attacke. Nach und nach lieferten sich die Kontrahenten einen offenen Schlagabtausch, Regensburg wurde trotz Führung und einiger Chancen seiner Favoritenrolle nicht gerecht. Ales Kreuzer und Aab versuchten ihr Glück mit Gewaltschüssen, fanden in Holmgren aber ihren Meister. Die Gäste wussten, dass hier etwas zu holen war und mobilisierten alle Kräfte. Sie feuerten aus allen Rohren, doch Flache blockte einen Schlagschuss, ehe Holmgren erneut stark parierte. Der Mut der Franken sollte nicht mehr belohnt werden: Bei angezeigter Strafe gegen die Gäste eroberte Ontl die Scheibe und bediente Keresztury im Slot, der zum 5:3 einnetzte (58.). Aufgeben wollten die Aischgründer trotzdem nicht, nahmen Henseleit vom Eis und stürmten in Überzahl nach vorn. Doch diese Maßnahme verpuffte, nach einem Befreiungsschlag von Heider nahm Herrmann die Scheibe auf und schob sie locker zum 6:3-Endstand ins verwaiste HEC-Tor (60.)

Die Statistik zum Spiel

Eisbären Regensburg: Tor: Holmgren, Fössinger; Abwehr: Gulda, Heider, Tippmann, Vogel, Weber, Diehl, Bühler, Schütz; Angriff: Divis, Tausch, Gajovsky, Sauer, Franz, Flache, Vinci, Ontl, Keresztury, Böhm, Herrmann, Kroschinsky Höchstadt Alligators: Tor: Metz, Henseleit; Abwehr: Nedved/Otte, Stütz/Szwajda, Ribarik/Wiedl, Babinsky; Angriff: Petrak/Kreuzer/L. Lenk, Aab/Seibel/Neugebauer, Vojcak/Cejka/Mikesz, Grau/Kolesnikov/Fröhlich

Schiedsrichter: Thorsten Lajoie, Jakub Klima, Tobias Schwenk

Zuschauer: 1762

Tore: 0:1 Max Cejka (7.), 1:1 Korbinian Schütz (15.), 1:2 Jiri Mikesz (26.), 2:2 Richard Divis (26.), 2:3 Oleg Seibel (27.), 3:3 Nikola Gajovsky (36.), 4:3 Benedikt Böhm (37.), 5:3 Erik Keresztury (58.), 6:3 Fabian Herrmann (60.)

Strafminuten: 4 / 10