Erlangen
Fußball-Bayernliga Nord

Der Aufsteiger ist nicht mehr als ein Aufbaugegner

Jahn Forchheim schießt sich gegen den ATSV Erlangen den Frust von der Seele hat aber noch die gleichen Sorgen wie der Aufsteiger und der FSV Bruck.
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ATSV Erlangen - SpVgg Jahn Forchheim: Die Flanke von Simon Exner kann der Forchheimer Firat Güngör in dieser Szene nicht verhindern. Foto: Sebastian Baumann
ATSV Erlangen - SpVgg Jahn Forchheim: Die Flanke von Simon Exner kann der Forchheimer Firat Güngör in dieser Szene nicht verhindern. Foto: Sebastian Baumann
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Die SpVgg Jahn hat in der Fußball-Bayernliga für ein böses Déjà-vu beim ATSV Erlangen gesorgt. Genauso wie der FSV Erlangen-Bruck eine Woche zuvor kamen die Forchheimer nach sechs Pleiten in Folge als Tabellenvorletzter und stoppten ihre Talfahrt gegen den Aufsteiger. Der Jahn machte es beim 6:1 sogar wesentlich deutlicher als Bruck im Stadtduell (3:1). Die Konsequenz: Nach gut einem Drittel der Saison stehen alle drei Teams fast punktgleich auf einem Abstiegsrelegationsplatz. Dass der ATSV eine Partie in der Hinterhand hat, dürfte der Mannschaft von Trainer Shqipran Skeraj im Moment ein schwacher Trost sein.

Der FSV nahm seine breite Brust aus dem Derby anscheinend nicht mit nach Aubstadt und unterlag dem Spitzenteam mit 0:3. Der SC Eltersdorf hatte bereits am Freitag gegen den FC Sand (3:1) seinen fünften Sieg aus den vergangenen sechs Partien eingefahren und springt in die obere Tabellenhälfte.

TSV Aubstadt - FSV Erlangen-Bruck 3:0

Die erste Chance der Partie hatten die Gastgeber, als Martin Thomann den Ball aus sechzehn Metern knapp über das Tor der Erlanger setzte (3.). Die beste Möglichkeit der gesamten ersten Halbzeit hatte in der Folge wieder TSV-Akteur Martin Thomann, doch sein Versuch landete am Innenpfosten (21.). Nach dem Seitenwechsel machte es Aubstadt dann besser und kam durch einen Abstauber aus rund sechs Metern von Christoph Schmidt zum Führungstreffer (55.). Kurze Zeit später bekam der Tabellendritte einen Elfmeter zugesprochen, der von Ingo Feser souverän in die linke Ecke verwandelt wurde (61.). Die Gäste versuchten in der Folge wieder ins Spiel zu kommen, aber Aubstadt machte mit einem, wieder von Ingo Feser verwandelten, Elfmeter den Deckel auf diese Partie (85.). Der Gastgeber setzt sich nach diesem Heimsieg in der Spitzengruppe fest, während Erlangen-Bruck auf den vorletzten Rang abrutscht.

ATSV Erlangen - SpVgg Jahn Forchheim 1:6

Forchheim begann giftig und ließ dem ATSV kaum Luft. Bereits nach wenigen Minuten war der Führungstreffer durch Jens Wartenfelser die Folge, der sich nach einem guten Pass von Tom Jäckel gegen zwei Gegenspieler und den Torwart durchsetzte (8.). In der Euphorie der Führung war der Jahn aber einmal schläfrig in der Defensive und kassierte aus dem Nichts den Ausgleich durch Ahmet Kulabas (13.). Keine zwei Minuten später sorgte Philipp Nagengast nach einer Ecke aber wieder für Beruhigung im Lager der Gäste. Als dann Timo Goldammer mit einem herrlichen Solo über den ganzen Platz (22.) und Tom Jäckel kurz vor der Halbzeit zwei Treffer nachlegen konnten, war die Entscheidung gefallen.

Auch nach der Pause kam von den Hausherren wenig, und Forchheim beschränkte sich darauf, das Ergebnis zu verwalten. So dauerte es bis zur Schlussphase, ehe noch einmal Tore fielen. Ausschlaggebend war ein Rote Karte gegen Ismail Yüce, der im Mittelkreis seinen Gegenspieler Andre Jerundow völlig unnötig und unmotiviert umtrat (73.) Für Jerundow endete der Tag im Krankenhaus, während seine Teamkameraden die Überzahl ausspielten: David Mai erzielte bei seinem Comeback nach mehr als einem Jahr Zwangspause nach Vorarbeit von Jens Wartenfelser das 1:5 (83.), Nagengast staubte nach einem Lattenkracher von Patrick Hagen ab (90.+3).

SC Eltersdorf - FC Sand 3:1

Bastian Herzner (5.) und Oliver Janz (11.) kamen für die Heimelf zu ersten Chancen, wenig später folgte die verdiente Führung: Den Distanzschuss von Bastian Herzner ließ FC-Keeper Markus Geier nur abprallen, den Abstauber versenkte Sebastian Schäferlein zum 1:0 (20.). Der Weg war für die Hausherren bereitet, zumal Sand nur wenige Sekunden nach dem Rückstand in Unterzahl geriet: Andre Karmann ließ Bastian Herzner über die Klinge springen, der Schiedsrichter legte das Foul als Notbremse aus - und schickte Karmann mit "Rot" vom Feld.

Sand war um Ordnung bemüht, hätte aus dem Nichts aber fast den Ausgleich erzielt: Nach einer Flanke stand Christopher Gonnert frei im Zentrum, sein Kopfball landete aber ebenso an der Latte wie der zweite Versuch - eine Szene, in der Eltersdorf großes Glück hatte. Die Hausherren zogen daraus ihre Lehren und drängten auf das zweite Tor. Und wieder war die Latte im Spiel. Der Schuss von Bastian Herzner prallte an der Torumrandung ab, der Ball landete aber erneut direkt vor den Füßen Schäferleins. Problemlos schob er zum 2:0 (35.) ein.

Eltersdorf hätte beruhigt in die Halbzeitpause gehen können, wenn sich Keeper Tugay Akbakla in der 43. Minute keinen schwerwiegenden Bock geleistet hätte. Einen harmlosen Schuss von Sven Wieczorek ließ er durch die Hände gleiten, eilte zwar zurück, da hatte das Spielgerät aber schon mit vollem Umfang die Linie überquert - so bewertete es das Schiri-Gespann.

Spannend wurde es deshalb in der zweiten Halbzeit trotzdem nicht: Eltersdorf diktierte das Spiel, ließ Ball und Gegner laufen. Und mit jeder Minute wurde Sand müder. Der vorhandene Optimismus war mit dem 3:1 durch Bastian Herzner (62.) auf ein Minimum geschrumpft. Die Herzner-Brüder hatten aber noch nicht genug und nahmen abwechselnd das FC-Gehäuse unter Beschuss: Der Seitfall-Zieher von Bastian (66.) wollte aber ebenso nicht ins Tor wie der Distanzschuss von Tobias (67.). Im Gefühl des sicheren Sieges ließ Eltersdorf das Spiel auslaufen, auch Sand machte nicht mehr den Eindruck, an eine Wende zu glauben.

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