Adelsdorf

Das Jugendgeheimnis des SC Adelsdorf

Der eigene Nachwuchs sorgt beim SC Adelsdorf für gute Ergebnisse. Im Interview gehen die Väter des Erfolgs, Trainer Wilhem Satzinger und A-Jugend-Coach Wolfgang Lasusen, dem Jugendgeheimnis auf den Grund.
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Die Übergabe lief reibungslos: Nach der A-Jugend-Zeit unter Wolfgang Lausen (rechts) ist Pascal Benes auch beim Trainer der ersten Mannschaft, Wilhelm Satzinger (links), in besten Händen. Foto: Daniel Ruppert
Die Übergabe lief reibungslos: Nach der A-Jugend-Zeit unter Wolfgang Lausen (rechts) ist Pascal Benes auch beim Trainer der ersten Mannschaft, Wilhelm Satzinger (links), in besten Händen. Foto: Daniel Ruppert
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Hand aufs Herz, Herr Satzinger, haben sie als Aufsteiger mit so einer Erfolgsserie gerechnet?
Wilhelm Satzinger (lacht): Wer mich kennt, weiß, dass ich immer aufsteigen will. Aber nun mal im Ernst: Die Zielsetzung des Vereins war, auf eigene Spieler zu setzen. Wir wollen nicht nur von Jugendarbeit reden, sondern sie bestmöglich umsetzen. Zudem gilt es, das Image der Fahrstuhlmannschaft zwischen Kreisliga und -klasse loszuwerden.

Werfen Sie die Jungspunde einfach ins kalte Wasser oder fassen Sie sie mit Samthandschuhen an?
Satzinger: Wir sind bis auf eine Niederlage im zweiten Spiel optimal in die Saison gestartet. Wenn dann der Druck nach unten von Anfang an fehlt, ist es für die jungen Spieler natürlich leichter, sich zurechtzufinden.
Ansonsten stelle ich nach dem Leistungsprinzip auf: Wer sich im Training aufdrängt, spielt auch. Egal, wie alt er ist. Simon Porsch überzeugte zum Beispiel in der Vorbereitung, als ich seinen Namen noch nicht einmal kannte. Da habe ich Wolfgang gefragt, wer das ist und dann lief er von Anfang an auf. Mittlerweile hat er 20 Spiele bestritten.

Herr Lausen, sind Sie stolz, wenn Spieler wie Porsch auf Anhieb den Sprung in die erste Mannschaft schaffen?
Wolfgang Lausen: Selbstverständlich. Die meisten kenne ich seit mehreren Jahren, weil ich die A- und B-Jugend gleichzeitig trainiert habe. Da verfolge ich ihren Werdegang natürlich aus nächster Nähe.

Der Ur-Adelsdorfer Dominic Zecho und der langjährige SCA-Spieler Daniel Brenner sind jüngst vom SV Buckenhofen zurückgekehrt. Spricht das für den Verein?
Lausen: Die beiden haben sich hier immer wohl gefühlt. Dass sie es höherklassig versucht haben, nimmt ihnen keiner übel. Auch Bastian Schäferlein vertritt bei Jahn Forchheim ja die Adelsdorfer Farben. Wenn solche Spieler aus beruflichen Gründen kürzer treten müssen, nehmen wir sie natürlich gerne wieder auf und freuen uns, wenn sie sich für ihre alte Heimat entscheiden.

Was macht der SCA in Sachen Jugendarbeit besser als vergleichbare Vereine?
Lausen: Zuerst braucht man willige und fähige Leute, die bereit sind, langfristig etwas zu entwickeln und die Spieler von unten bis oben zu begleiten. Da hat sich bei uns in letzter Zeit einiges getan. Die Herren-Spieler wie Pascal Benes oder Heiko Geyer gehen als Jugendtrainer selbst mit gutem Beispiel voran. Die Familien aus der Region bekommen das irgendwann mit und bescheren uns mit ihren Kindern enormen Zulauf. Andere Vereine haben selbst mit Spielgemeinschaften Schwierigkeiten, genügend Nachwuchs für eine komplette Mannschaft zusammenzubekommen. Ohne Jugendarbeit werden die Klubs auf Dauer aber nicht überleben.

Herr Satzinger: Wie überzeugt der Verein, junge Talente wie Pascal Benes oder landesliga-erfahrene Spieler wie Dominic Zecho vom Bleiben?
Satzinger: Fußball ist ihr Hobby. Und beim SCA können sie es in einem guten Umfeld, mit ihren Freunden, mit Spaß und meistens auch erfolgreich ausüben. Das ist den Jungs hier wichtiger als die Kohle, die bei anderen Vereinen gezahlt wird. Früher waren die Ehrenamtlichen oft Einzelkämpfer. Mittlerweile sind wir von den Betreuern über die Spielleiter bis zu den Trainern ein gut funktionierendes Team, das auf die nächsten Jahre hinaus so zusammenbleiben soll.

Geht der Plan auf und der SCA marschiert von der Kreisklasse direkt in die Bezirksliga?
Satzinger: Zu Saisonbeginn ist die Leistungskurve nach oben gegangen und wir haben uns in einen Lauf gespielt. Zum Winter hin sind wir aber personell auf dem Zahnfleisch gegangen und haben uns mit drei 2:1-Siegen in die Pause gerettet. Unsere Mannschaft besteht nicht nur aus jungen Spielern. Wenn zwei Akteure auf Augenhöhe sind, entscheidet die Erfahrung. Letztlich stehen wir zu Recht auf dem ersten Platz und den wollen wir auch bis zum Saisonende verteidigen.
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