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Eishockey

Corona-Virus: Saisonende für Höchstadter EC

Die Eishockey-Saison 2019/2020 ist für den Höchstadter EC beendet. Aufgrund des Corona-Virus' finden keine Play-offs statt. Was das für den Verein bedeutet, ist völlig offen.
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Aufgrund des Corona-Virus' endet die Eishockeysaison vorzeitig. Bei HEC-Trainer Mikhail Nemirovsky (Mitte) und seiner Mannschaft ist die Unsicherheit groß.Archiv/Picturedreams
Aufgrund des Corona-Virus' endet die Eishockeysaison vorzeitig. Bei HEC-Trainer Mikhail Nemirovsky (Mitte) und seiner Mannschaft ist die Unsicherheit groß.Archiv/Picturedreams
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Nachdem der Deutsche Eishockey-Bund das vorzeitige Saisonende der DEL, DEL2 und der Oberligen verkündete, gab es keine Alternative mehr: Der Bayerische Eissport-Verband (BEV) hat unmittelbar vor Beginn der Play-offs zwischen Ober- und Bayernliga die Spielzeit beendet und schickt die verbliebenen acht Anwärter auf einen Platz in der dritthöchsten Spielklasse Deutschlands in die Sommerpause. Damit endet auch die Saison der Höchstadt Alligators vorzeitig. "Natürlich trifft uns das alle hart. Alle Pläne, alles, was wir uns vorgenommen haben, läuft nun ins Leere und hinterlässt ein komisches Gefühl", teilte der Klub am Mittwochabend mit.

Verunsicherung und Trauer

Offensivspieler Jari Neugebauer gewährte kurz nach der Verkündung der Entscheidung Einblicke in das Innenleben der Mannschaft: "Nach den Entscheidungen der höheren Ligen hat sich das vorzeitige Ende für uns angedeutet. Die Gesundheit aller geht natürlich vor. Trotzdem ist die Situation schwierig. Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Keiner von uns hat eine solche Situation schon mal erlebt."

Noch ist offen, was das erzwungene Saisonende für den Verein bedeutet: Über die Ligazugehörigkeit entscheidet der Verband. Ob und in welcher Form die erbrachten sportlichen Leistungen der Haupt- und Verzahnungsrunde in die Bewertung einfließen, ist unklar. "Wir müssen nun abwarten und hoffen, dass wir bald informiert werden", erklärte der Verein.

Besonders schwer wiegt für Spieler wie Verantwortliche der Verlust der Play-offs, die in jeder Saison den Höhepunkt im Eishockey darstellen. "Wir waren bereit für die entscheidenden Spiele und hätten uns den Klassenerhalt gerne sportlich verdient. Jeder von uns spielt für die Play-offs und hat sich trotz des sportlichen Drucks auf diese Partien gefreut", sagt Neugebauer.

Geisterspiele keine Option

Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie sie im Profifußball am Wochenende angedacht sind, sind im Eishockey derweil keine Option. "Die laufenden Kosten können die Vereine ohne die Zuschauereinnahmen nicht stemmen", erklärt Neugebauer, dem ohne die Unterstützung der treuen Fans ohnehin etwas gefehlt hätte: "Die Hütte hätte am Freitag gegen Landsberg gebrannt. Ohne Fans ist es nicht der Sport, den wir spielen wollen."

Fans bekommen ihr Geld zurück

Doch die Duelle gegen den HC Landsberg entfallen ebenso wie eine mögliche weitere Serie um den Klassenverbleib. Die bereits verkauften Eintrittskarten erstattet der Verein zurück. Darüber hinaus bleiben die Ticketgutscheine, die an Fasching unter den Fans verteilt wurden, gültig und können im ersten Punktspiel der kommenden Saison eingelöst werden.

HEC-Pressesprecherin Caroline Hauke fürchtet nicht zuletzt aufgrund der fehlenden Einnahmen um die Zukunft ihres Vereins: "Eishockey ist in den Medien nicht so präsent wie der Fußball. Wir brauchen die Play-offs, um Begeisterung zu wecken und neue Zuschauer zu gewinnen. Ohne diese Partien wird es für uns noch schwieriger." Offen ist neben der Ligazugehörigkeit auch die Zukunft der Spieler im Verein. Die meisten Verträge laufen im April aus, bis dahin werden die Spieler wie gewohnt bezahlt. Am Abend trainierte die Mannschaft wie gewohnt. Anschließend war ein Gespräch mit der Sportlichen Leitung und dem Vorstand anberaumt.

Das vorzeitige Saisonende hat der BEV auch für den Nachwuchsbereich angeordnet: Der Spielbetrieb in den Altersklassen U7 bis U20 endet mit sofortiger Wirkung. Fünf Nachwuchsmannschaften stellt der Höchstadter EC. Die Auswahlmannschaften des Verbands dürfen keine Spiele oder Turniere mehr bestreiten. In einer Stellungnahme verweist der BEV auf die Sorgfaltspflicht gegenüber jungen Sportlern, Vereinsoffiziellen und Begleitern. Die getroffene Entscheidung werde bei der Einteilung der Ligen zur kommenden Saison berücksichtigt. Information: Lesen Sie in der Freitagsausgabe des Fränkischen Tags ein ausführliches Interview mit HEC-Vizepräsident Dominik Rogner.

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