Höchstadt a. d. Aisch

Alligators stehen sich selbst im Weg

Egal ob doppelte oder einfache Überzahl: Der EV Landshut präsentiert sich im Powerplay gnadenlos effektiv und zieht den Höchstadtern so den Zahn.
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Die Regensburger brachte die HEC-Defensive noch fast zur Verzweiflung (Foto), in Landshut fing sie sich schon im ersten Drittel vier Gegentore ein. Foto: Picturedreams.
Die Regensburger brachte die HEC-Defensive noch fast zur Verzweiflung (Foto), in Landshut fing sie sich schon im ersten Drittel vier Gegentore ein. Foto: Picturedreams.

Es war eine Lehrstunde in Sachen Effektivität, die der Höchstadter EC beim Gastspiel in Landshut bekam. Der Gastgebende Tabellenvierte nutzte seine Überzahlsituationen humorlos aus und ließ auch sonst keinen Zweifel daran, dass er dem Aufsteiger klar machen wollte, welche Rolle er in diesem Vergleich einzunehmen hat. Und weil die Alligators auf der anderen Seite trotz zahlreicher Versuche weitaus weniger durchschlagenden Erfolg hatten, fiel die Pleite der Aischgründer empfindlich deutlich aus. Weil aber auch das Schlusslicht aus Waldkraiburg gegen Weiden leer ausging, dürfte es auf der Heimfahrt einigermaßen gelöst zugegangen sein: Der Klassenerhalt ist dem HEC nicht mehr zu nehmen.

Oberliga Süd: EV Landshut - Höchstadter EC 9:3 (4:0, 0:1, 5:2)

Die Hausherren drückten gleich mächtig aufs Tempo, was die Alligators mit einer ordentlichen Portion Härte konterten, nachdem die Fähigkeiten von Torhüter Philipp Schnierstein schon nach zwei Minuten zum ersten Mal gefragt gewesen waren. Den Schiedsrichtern missfiel die Gangart, weshalb sie einige Strafen gegen die Gäste aussprach. Das wiederum spielte dem EVL in die Karten, der im Powerplay eiskalt zuschlug: Miroslav Horava sorgte für das 1:0 (4.) und für Verunsicherung bei den Gästen, die eine Minute später gleich noch das 2:0 durch Stephan Kronthaler kassierten. In der 6. Minute mussten gleich zwei Höchstadter auf die Strafbank, den verbliebenen Rest legte sich der EVL über Marco Baßler und Christoph Fischhaber so zurecht, dass Kronthaler auch mit dem 3:0 keine Mühe hatte (7.). Das nächste Powerplay der Niederbayern überstanden die Aischgründer dann schadlos, ehe Luis Schinko zum Solo ansetzte, allein vor Schnierstein auftauchte und diesem keine Chance ließ - 4:0 (17.).

Zum Ende des ersten Drittels sprach schon nicht mehr viel für den Aufsteiger, der sich aber nicht hängen ließ und neu motiviert in den zweiten Durchgang startete. Dort zeigte der HEC, dass auch er weiß, wie er mit Überzahl-Situationen umzugehen hat: Ales Kreuzer verkürzte schnell auf 4:1 (22.), wobei zunächst unklar war, ob der Schiedsrichter den Treffer würde zählen lassen. Er tat es, und die Gäste waren nun ein ebenbürtiger Gegner. Sie ließen sich nicht mehr provozieren, standen sicherer, konnten sich auf Schnierstein verlassen und kreierten selbst einige Möglichkeiten. Mit etwas Glück hätten sie weiter verkürzen können, doch Michal Petrak scheiterte zunächst mit einem Penalty an Berger (35.) und zögerte dann etwas zu lang (39.).

Vielleicht war doch noch nicht alles verloren für die Höchstadter, die auch im Schlussdrittel gleich wieder Überzahl hatten. Diese brachte zwar nichts ein, trotzdem belohnten sich die Gäste für eine nun ansprechende Leistung. Schnierstein schickte Petrak auf die Reise, der bediente mustergültig den schnellen Lukas Lenk, der auf 4:2 stellte (43.). Doch gleich darauf wurden die Hoffnungen durch zwei Strafen gegen den HEC wieder zerstört. In doppelter Überzahl legten sich die Gastgeber den Gegner wieder zurecht, wobei Petrak sogar ohne Schläger verteidigen musste: Baßler störte das wenig, er erhöhte auf 5:2 (46.). Und weil es so schön war, schlug der EVL 50 Sekunden später - diesmal bei fünf gegen vier - gleich nochmal zu. Maximilian Hofbauer machte das halbe Dutzend voll. Wenn es nochmal spannend werden sollte, mussten die Gäste jetzt mehr Risiko gehen. Belohnt wurde der Mut gegen trotz der komfortablen Führung hoch konzentrierte Landshuter nicht. Stattdessen liefen die Aischgründer in einen Konter, den Luca Trinkberger zum 7:2 nutzte (52.). Trotzdem suchten die Gäste ihr Heil weiter im Angriff - ohne durchschlagenden Erfolg. Erst 20 Sekunden nachdem Julien Pelletier auch noch das 8:2 erzielt hatte (56.), gelang Lukas Lenk noch etwas Ergebniskosmetik. Doch Schluss war noch damit noch nicht: Luis Schinko nahm noch einmal Philipp Schnierstein ins Visier, der zwar parierte, aber nicht verhindern konnte, dass der Puck doch noch irgendwie über die Linie trudelte (59.).

Die Statistik zum Spiel

EV Landshut: Tor: Berger, Englbrecht; Abwehr: Ostwald/Zimmermann, Ettwein/Zitterbart, Kronthaler/Nägele, Alt/Pfenninger; Angriff: Pelletier/Forster/Horava, Fischhaber/Baßler/Ehl, Stähle/Schinko/Sedlar, Hofbauer, Trinkberger Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Metz; Abwehr: Nedved/Otte, Szwajda/Babinsky, Stütz/Wiedl, Ribarik; Angriff: Kreuzer/Petrak/L. Lenk; Kolesnikov/Vojcak/Cejka, Aab/Neugebauer/Seibel, Grau/Mikesz/Fröhlich Schiedsrichter: Benedikt Lender, Lubos Thür, Norbert van der Heyd

Zuschauer: 1832

Tore: 1:0 Miloslav Horava (4.), 2:0 Stephan Kronthaler (5.), 3:0, Stephan Kronthaler (7.), 4:0 Luis Schinko (17.), 4:1 Ales Kreuzer (22.), 4:2 Lukas Lenk (43.), 5:2 Marco Baßler (46.), 6:2 Maximilian Hofbauer (47.), 7:2 Luca Trinkberger (52.), 8:2 Julien Pelletier (56.), 8:3 Lukas Lenk (56.), 9:3 Luis Schinko (59.)

Strafminuten: 8 / 14

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