Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey-Oberliga Süd

Alligators gelingt der Brustlöser

Der Höchstadter EC hat den Befreiungsschlag geschafft. Gegen den Deggendorfer SC siegte das Schlusslicht mit 6:4 (2:1, 0:0, 4:3), Neuzugang Juris Upitis traf zweimal.
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Juris Upitis (schwarzes Trikot) erzielte einen Doppelpack für den HEC, Marcel Pfänder und der Deggendorfer SC trat ohne Punkte die Heimreise an. Sportfoto Zink
Juris Upitis (schwarzes Trikot) erzielte einen Doppelpack für den HEC, Marcel Pfänder und der Deggendorfer SC trat ohne Punkte die Heimreise an. Sportfoto Zink

Die Erleichterung war groß, der Jubel auch: Ausgerechnet gegen den Deggendorfer SC, dem die Alligators im Saisonverlauf dreimal chancenlos unterlagen, beendete der HEC seine 18 Spiele andauernde Niederlagenserie und tankte kurz vor Beginn der Verzahnungsrunde frisches Selbstvertrauen. Vor 717 Zuschauern in der Eishalle am Kieferndorfer Weg avancierten Torhüter Nico Henseleit und der kürzlich verpflichtete Juris Upitis zu den Matchwinnern.

Oberliga Süd

Höchstadter EC - Deggendorfer SC 6:4

Mit Upitis in der Startformation waren die Hausherren um Spielkontrolle bemüht. 19 Gegentore kassierte der HEC in den bisherigen drei Duellen mit Deggendorf und wollte daher einen frühen Nackenschlag um jeden Preis vermeiden. Das gelang der Mannschaft von Martin Sekera. Vom DSC war wenig zu sehen, stattdessen kam Höchstadt zu Chancen. Patrik Rypar (6.) scheiterte freistehend, ehe die Gastgeber kurz darauf jubelten: Einen Schuss von Anton Seewald ließ DSC-Goalie David Zabolotny prallen, Jari Neugebauer staubte zum 1:0 ab (7.). Die Führung verlieh den Alligators Selbstvertrauen, Deggendorf geriet unter Druck und kassierte das nächste Gegentor. Nach einer Strafe gegen Yannick Kischer wirkte der Gast unsortiert, in Überzahl setzten Upitis und Seewald den allein gelassenen Martin Vojcak in Szene, der von halblinks einschoss (9.). Wenig später musste der HEC selbst eine Unterzahlsituation überstehen, schaffte das aber souverän und hätte auf 3:0 erhöhen müssen. Nach einem Scheibenverlust der Gäste war Jiri Mikesz auf und davon, scheiterte aber an Zabolotny (12.). Die Unterzahlsituation war gerade beendete, da zappelte der Puck plötzlich im Höchstadter Netz. Ex-DEL-Profi Christoph Gawlik und Stephane Döring legten für Sergej Janzen auf (13.). In der Folge hielt Höchstadt gut dagegen, die Gäste fanden noch nicht zu ihrem Spiel.

Das zweite Drittel bot zwar wenige Torchancen, dafür aber viel Leidenschaft und Kampfgeist. Die Alligators ließen sich nicht zurückdrängen und verteidigten mit hoher Geschlossenheit. Der DSC erspielte sich Vorteile, scheiterten jedoch immer wieder an ungenauen Zuspielen und dem bestens aufgelegten Nico Henseleit im HEC-Tor. Zwischen den Teams ging es nun zur Sache: Marcel Pfänder streckte Rypar regelwidrig zu Boden, der Angreifer konnte anschließend nicht weitermachen (28.) Vier Minuten später musste auch Adam Suchomer verletzt raus, er kugelte sich in einem Zweikampf die Schulter aus. Bei Rypar soll eine MRT-Untersuchung Klarheit bringen. Ohne Tore ging es in die letzte Pause, die Überraschung schien möglich.

Der Schlussabschnitt begann aus Sicht des HEC wie gemalt: Einen schnellen Angriff über Neugebauer vollstreckte Upitis am langen Pfosten zum 3:1 (43.). Doch Deggendorf schlug prompt zurück: Auf Zuspiel des emsigen Andrew Schembri scheiterte René Röthke noch an Henseleit, von seinem Schoner fiel der Puck aber Christoph Gawlik vor den Schläger 3:2 (46.). Zusammenbrechen sollte das Schlusslicht aber nicht. Die Alligators steckten den schnellen Anschlusstreffer weg, blieben mutig und kampfstark. Deggendorf intensivierte zwar die Offensivbemühungen, tat sich gegen die kompakten Hausherren aber schwer. Neun Minuten waren noch zu spielen, da bog der HEC endgültig auf die Siegerstraße ein: Thilo Grau steckte zu Vitalij Aab durch, der wiederum Mikhail Nemirovsky fand. Frei vor Zabolotny blieb der Routinier ganz cool und schob dem Goalie die Scheibe trocken durch die Beine (51.). Der DSC warf nun alles nach vorne, Zabolotny machte für einen sechsten Feldspieler Platz. Das nutzte Upitis, um nach Assist von Seewald das vermeintlich entscheidende 5:2 zu erzielen (57.). Durch war das Spiel aber nicht: Bei noch 85 Sekunden auf der Uhr fand Schembri den freistehenden Curtis Leineweber, der das 5:3 erzielte. Und nur 33 Sekunden danach traf Gawlik nach Vorlage des insgesamt glücklosen Thomas Greilinger per Schlagschuss zum 5:4. Doch der HEC brachte die verbleibenden Augenblicke ohne Schaden über die Bühne und als Seewald nach Assist von Neugebauer in der Schlusssekunde ins verwaiste Gästetor traf, kannte der Jubel endgültig keine Grenzen mehr.

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