Herzogenaurach
Basketball

Vom Fast-Break-Express überrollt

Für München Basket gibt es bei den Longhorns in Herzogenaurach nichts zu holen, vor allem, weil die Gastgeber zum Ende hin ordentlich Gas geben und in den letzten acht Minuten 17:6 Punkte für einen deutlichen Sieg vorlegen.
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Mike Kaiser nahm es auch mit drei Münchnern auf und war wieder einmal kaum zu stoppen. Foto: herzopress
Mike Kaiser nahm es auch mit drei Münchnern auf und war wieder einmal kaum zu stoppen. Foto: herzopress
Ein Basketball-Schmankerl bekam das Publikum beim Aufeinandertreffen der Regionalliga-Herren der Turnerschaft Herzogenaurach und München Basket geboten. In einem rasanten und spannenden Spiel vor enthusiastischen 350 Zuschauern gewannen die Longhorns letztendlich mit 81:69 und belegen dadurch weiterhin den achten Tabellenplatz bei einer Bilanz von 8:8 Siegen, während die Landeshauptstädter den fünften Rang schmücken.

TS Herzogenaurach - München Basket 81:69

Schon zu Beginn zeichnete sich ein temporeiches Spiel ab. Beide Mannschaften suchten ihr Heil im Fast-Break, was zu vielen einfachen Körben, aber auch zu einigen Ballverlusten führte. Insgesamt erwischten jedoch die Longhorns den besseren Start und führten nach fünf Minuten mit 13:8.
Christian Imberi tat sich im Abschluss hervor, netzte sowohl aus der Mitteldistanz als auch von der Dreipunktlinie gekonnt ein und brachte die Seinigen in Front. Auf der Gegenseite brillierte vor allem der Mann mit dem klangvollen Namen Yorman Polas Bartolo (21 Punkte). Der kubanische Nationalspieler präsentierte sich wie ein Hybrid aus Rumbatänzer und Mensch gewordenem Muskel. Mit Leichtigkeit wich er oft mehreren Herzogenauracher Verteidigern auf seinem Weg zum Korb aus und schraubte sich für den Abschluss in ungeahnte Höhen. Dennoch behielten die Aurachstädter bis zur Viertelpause einen kleinen Vorsprung und es stand 25:21.
Im zweiten Viertel wurde die Taktzahl im Herzogenauracher Spiel nochmals erhöht. Benedikt Aumeier zog in Höchstgeschwindigkeit in Richtung Korb und fand - nachdem er mehrere Verteidiger auf sich gezogen hatte - meist den freistehenden Mann, der dann leicht einnetzen konnte. Ihm gleich tat es Kapitän Peter Simon, der vor allem die starken Center Rajiv Althaus und Adrain Dlugosch einsetzte, die hochprozentig abschlossen. Für die Münchner trat nun vermehrt der athletische Power Forward Chris Scholtes (10) in den Vordergrund. Er angelte sich immer wieder Abpraller am offensiven Brett und ging direkt im Anschluss selbst zu Werke, sodass er hier zu einigen einfachen Punkten kam. Dadurch wurde der Rückstand der Gäste bis zur Halbzeit in Grenzen gehalten und man ging beim Stand vom 48:37 in die Halbzeit.
Dachte der Fan des mittlerweile synthetischen Leders, das Spiel würde jetzt so einfach bis zum Ende hin austrudeln, kennt die Longhorns schlecht. Denn diese haben es sich zur Gewohnheit gemacht, die Zuschauer an den Rand eines Herzinfarkts zu bringen, ehe sie für Erlösung sorgen. In der Praxis sah das am Samstag so aus: Erst zogen die Aurachstädter noch ein wenig davon, führten mit 55:42. Dann aber fingen sie einige Dreier durch Jonas Hartmann und Robel Athorhan, sodass es acht Minuten vor Ende wieder unentschieden stand (63:63).

Eine Rechnung wurde beglichen

Doch dann machte sich die psychologische Kriegsführung der Longhorns bemerkbar. Ein technisches Foul des Münchner Trainers nutzten sie zu einer Vier-Punkte-Führung und schalteten in der Defensive auf Berserker-Modus: Dem Gegner wurde keine Punkte mehr erlaubt und vorn schlug der Fast-Break-Express in Person von Markus Person und Mike Kaiser gnadenlos zu - weitere 17 Zähler waren die Folge. Die Oberbayern waren am Rand der Verzweiflung, während sich auf den Zuschauerrängen Freudentaumel breit machte. Und innere Seelenruhe, da eine Rechnung beglichen wurde und der Abend zu einem lohnenswerten Ausflug wurde. Schlussendlich gewannen die Longhorns verdient mit 81:69.
"Die Münchner waren heute ein enorm starker Gegner, der sich zu keiner Zeit aufgegeben hat und uns wirklich alles abverlangt hat. Mit der Hilfe unseres Publikums konnten wir am Ende noch ein paar Körner mehr mobilisieren als unsere Kontrahenten und so haben wir das Spiel schließlich für uns entscheiden können" analysierte das TSH-Trainerduo Angelos Plantzas und Peter Simon, das eine Entwicklung bei seiner Mannschaft sieht. "Wir schaffen es in dieser Saison endlich, so knappe und umkämpfte Spiele für uns zu entscheiden. Jetzt heißt es, am Ball bleiben und intensiv weiter zu trainieren. Die Mannschaften aus den unteren Regionen der Liga haben mächtig aufgerüstet, daher ist jeder Sieg wichtig für den Klassenerhalt."

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