Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey

Tigers sind eine Klasse zu stark

Ganze 23 Minuten dauert der wohl beste Auftritt des Höchstadter EC in dieser Saison. Danach ist gegen den Favoriten aus Bayreuth kein Kraut mehr gewachsen und die Alligators stecken Prügel ein.
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Ausgehebelt: Richard Stütz (links) und die anderen Höchstadter Alligators schaffen es trotz ganz starker Anfangsphase im Frankenderby nicht, den Favoriten aus Bayreuth um den dreifachen Torschützen Michal Bartosch aus der Bahn zu werfen. Fotos: Picturedreams
Ausgehebelt: Richard Stütz (links) und die anderen Höchstadter Alligators schaffen es trotz ganz starker Anfangsphase im Frankenderby nicht, den Favoriten aus Bayreuth um den dreifachen Torschützen Michal Bartosch aus der Bahn zu werfen. Fotos: Picturedreams
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Im ersten Spiel des Höchstadter EC in der Playoff-Zwischenrunde der Eishockey-Bayernliga hatte die Truppe um Spielertrainer Daniel Jun nichts zu bestellen. Dabei sah es lange so aus, als könnten die Alligators den Favoriten aus Bayreuth wirklich ärgern. Dass es am Ende eine neuerliche Klatsche gab, lag vor allem daran, dass die Oberfranken ab dem zweiten Drittel ein regelrechtes Feuerwerk abbrannten. Die Höchstadter, die im ersten Durchgang eine überragende Vorstellung abgeliefert hatten, fanden sich sich fast ausschließlich in der Defensive wieder und kein Rezept, sich aus dieser Rolle zu befreien. "Letztendlich hat sich die Klasse der Bayreuther durchgesetzt und sie haben auch in dieser Höhe verdient gewonnen", erkannte Jun denn auch in der anschließenden Pressekonferenz an. Ins gleiche Horn stieß Tigers-Trainer Sergej Waßmiller, auch wenn er seinem Team ankreidete, zu arrogant in dieses Match gegangen zu sein.

Höchstadter EC - EHC Bayreuth 1:9

Starker Auftakt in voller Hütte. Beide Teams machen gleich Tempo, suchen den Abschluss. Es herrscht viel Bewegung auf dem Eis und vor beiden Toren. Nach sechs Minuten belohnt Thilo Grau den mutigen Auftritt der Alligators: Von der blauen Linie setzt er zum Solo an und lässt dem Goalie keine Chance - 1:0. Die Antwort der Bayreuther lässt nicht lange auf sich warten, doch der Treffer zählt nicht - Torraum-Abseits. Wenig später zappelt die Scheibe erneut im Höchstadter Netz, doch weil dem ein Foul an Hiendlmeyer voraus ging, bleibt den Tigers der Torjubel im Hals stecken. Der HEC bleibt bissig, provoziert Strafen, um in Überzahl agieren zu können. Nach einer Viertelstunde sieht sich der Gastgeber aber selbst dem ersten Powerplay der Bayreuther gegenüber, verteidigt jedoch geschickt. Doch kaum ist Höchstadt wieder vollzählig, findet der Favorit endlich die Lücke, Bartosch macht den Ausgleich (17.). Die letzten Minuten des Drittels gehören den Gästen, die Aischgründer suchen Entlastung in Kontern, aber Jun scheitert und es bleibt beim Unentschieden.
Nach der Pause machen die Gäste aus Oberfranken Ernst, packen in Sachen Tempo, Aggressivität und Spielwitz noch einen drauf, zwingen Höchstadt in die Defensive. Goalie Glaser zeigt Riesenparaden, doch bei einem Gegenstoß ist er machtlos, Altmann wird maßgeschneidert bedient und trifft zum 1:2 (26.). Die Tigers machen weiter Dampf und als Tratz in die Eisbox muss, legt Bartosch gleich zum 1:3 nach. In den Alligators steckt aber auch noch Leben, einige Konter und ein Powerplay bringen Entlastung, doch Bayreuths Siekmann ist ein aufmerksamer Schlussmann, verhindert den Anschlusstreffer. Mehr Glück hat der EHC, Bartosch knallt den Puck an die Latte, Fendt drückt ihn im Gewühl über die Linie - 1:4 (38.). Die Alligators geben sich nicht geschlagen, doch eine Überzahl-Situation bringt nicht mehr den erhofften Durchbruch.
Auch im Schlussdrittel machen die Gäste mächtig Betrieb und sorgen durch Okonek, der gegen den schon geschlagen auf dem Eis liegenden Glaser aus fünf Metern drauf hält (41.), und erneut Bartosch (46.) früh für die endgültige Entscheidung.
Doch trotz der deutlichen Führung denken die Tigers gar nicht daran, einen Gang zurück zu schalten und setzten Ronny Glaser und seine Vorderleute permanent weiter unter Druck. Höchstadt wehrt sich mit allen Mitteln, versucht, selbst noch einige Akzente zu setzen. Doch jedes Mal ist ein Bayreuther Stock dazwischen. Der insgesamt sicherlich verdiente, zweite Ehrentreffer will nicht fallen.
Stattdessen legen die Tigers durch Hlozek, Fendt und Müller nach. Die Demütigung, zum zweiten Mal in dieser Saison zweistellig abgekanzelt zu werden, bleibt den tapfer kämpfenden Höchstadtern zum Glück erspart. Doch auf die im ersten Drittel gezeigten Leistung können Jun und Co. stolz sein - so ist in der Zwischenrunde noch so manche Überraschung möglich. Einziger Wermutstropfen: Einige Anhänger aus dem Höchstadter F-Block, der lange für tolle Stimmung auf den Rängen sorgt, erweisen sich zum Ende hin als schlechte Verlierer, beleidigen den Gegner und trüben so etwas den guten Eindruck, den ihr Team hinterlassen hat.

Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC -EHC Bayreuth 1:9 (1:1, 0:3, 0:5)

Höchstadter EC: Tor: Glaser; Verteidigung: Stütz/Sikorski, Kaczmarek/Weiß, D. Goblirsch/Babinsky;
Angriff: Jun/Grau/Hiendlmeyer, Michalek/Maier/Eyrich, S. Goblirsch/Tratz/Stribny

EHC Bayreuth : Tor:
Siekmann; Verteidigung: Okonek, Göldner, Kasten, Hermann, Potac, Mayer, Zimmer;
Angriff: Müller, Hlozek, Geigenmüller, Altmann, Fendt, Thielsch, Bartosch, Juhasz, Zeilmann, Seibel

SR: Klauser, Borsutzky, Lohmann
Zuschauer: 916

Tore: 1:0 Grau (6.), 1:1 Bartosch (17.), 1:2 Altmann (26.), 1:3 Bartosch (30.), 1:4 Fendt (38.), 1:5 Okonek (41.), 1:6 Bartosch (43.), 1:7 Hlozek (46.), 1:8 Fendt (54.), 1:9 Müller (60.)
Strafzeiten: HEC 12 / EHC 14
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