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Fußball

Tennenlohe III macht (fast) alle glücklich

Nach dem Motto "Wenn einer verzichtet, freuen sich drei andere" sind Oberreichenbach, Etzelskirchen und Weisendorf II aus der A-Klasse 2 aufgestiegen.
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SC Oberreichenbach - SV Tennenlohe III. Torschützenkönig Mustafa Özsoy (li.) und der SCO fingen den späteren Meister um Mario Ivanovic (re.) trotz des 5:0-Siegs am vorletzten Spieltag zwar nicht mehr ein, steigen aber als Zweiter direkt in die Kreisklasse auf.  Foto: Picturedreams
SC Oberreichenbach - SV Tennenlohe III. Torschützenkönig Mustafa Özsoy (li.) und der SCO fingen den späteren Meister um Mario Ivanovic (re.) trotz des 5:0-Siegs am vorletzten Spieltag zwar nicht mehr ein, steigen aber als Zweiter direkt in die Kreisklasse auf. Foto: Picturedreams
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Am Erdinger-Meister-Cup nimmt der Primus der A-Klasse 2 ER/PEG zwar teil, doch auf den Aufstieg verzichtete der SV Tennenlohe III. Dadurch durften der zweitplatzierte SC Oberreichenbach und die auf Rang 3 ins Ziel gegangen SpVgg Etzelskirchen in die Kreisklasse, wo sie in der kommenden Saison erneut aufeinandertreffen. Ein Wiedersehen mit Tennenlohe wird es trotzdem geben, da die Zweite des SV den Titel in der A-Klasse 1 holte. Und sogar der Vierte der A-Klasse 2, der ASV Weisendorf, rückte über den langen Umweg der Relegation eine Spielklasse nach oben.


Zu wenig Zeit fürs Training

"Bei uns sind viele ältere Spieler und Familienväter dabei, die keine Zeit haben, zweimal die Woche zu trainieren. Da wäre die Kreisklasse vielleicht zu hoch gewesen", sagt Peter Egelseer, Spielertrainer der dritten Tennenloher Mannschaft. Der 38-Jährige betont, dass es eine Mehrheitsentscheidung der Mannschaft und keine Vorgabe des Vereines war.

Am meisten profitierte Weisendorf II von der Entscheidung. Dass ein Viertplatzierter aus der A-Klasse aufsteigt, dürfte Seltenheitswert haben. Doch nicht nur der Weg zur Endplatzierung war steinig - der FC Herzogenaurach holte in den letzten sechs Saisonpartien acht Punkte auf - auch in der Relegation musste die künftige Bezirksliga-Reserve Ausdauer beweisen. Mit Siegen gegen den FC Pegnitz (5:1), die SpVgg Diepersdorf II (3:1) und den BSC Erlangen (3:1) machte der ASV den Doppelaufstieg im Verein perfekt.

Auch Etzelskirchen hätte am letzten Spieltag nur noch theoretische Chancen auf die direkte Rückkehr in die Kreisklasse gehabt. "Wir sind mit der Situation natürlich sehr glücklich, wir haben ja schon nach der vergangenen Saison gesagt, dass wir unbedingt wieder nach oben wollen", erklärt SpVgg-Trainer Gerald Götz. Die junge Mannschaft vom Saltendorfer Berg gewann gegen Mitaufsteiger Oberreichenbach beide Partien, in der Rückrunde mit 6:1 sogar deutlich. Jedoch ließ das Team gegen vermeintlich schwächere Kontrahenten immer wieder unerwartet Punkte liegen.

Verblüfft war Götz aber nicht ob der Nachricht aus Tennenlohe: "Als wir direkt nach dem Winter gegen Tennenlohe gespielt haben, wurde uns durch die Blume mitgeteilt, dass der Verein nicht mit beiden Mannschaften aufsteigen wolle." Als Dank wollen die Etzelskirchener zu einem Testspiel im Winter auf dem Kunstrasen des SVT ein paar Freigetränke mitbringen, sagt Götz schmunzelnd.

Nach Auf-, Ab- und Wiederaufstieg im Jahr des 50. Vereinsjubiläums soll diesmal die Kreisklasse gehalten werden. Die am 28. Juni beginnende Vorbereitung wird zwar durch die Abschlussfahrt nach Mallorca unterbrochen, dennoch traue er seiner Truppe mehr zu, als nur gegen den Abstieg zu kämpfen. "Da wir mit der Teilnahme an der Relegation rechnen mussten, haben wir extra später gebucht", sagt Götz, der den größten Teil der Aufstiegsfeierlichkeiten inklusive Bergkirchweih schon hinter sich hat. Verzichten muss der Coach künftig aber auf Patrick Oeser. Der Keeper schließt sich dem Bayernliga-Aufsteiger Jahn Forchheim an.


SCO ging auf Nummer sicher

Angesichts der brodelnden Gerüchteküche rechneten auch die Oberreichenbacher mit dem Tennenloher Rückzug, doch die "Gelb-Schwarzen" gingen beim 7:0 am letzten Spieltag in Uehlfeld auf Nummer sicher. Lediglich die Meisterschaft blieb dem SCO verwehrt, da es auch der SVT gegen Großenseebach II sieben Mal klingeln ließ und einen Punkt Vorsprung ins Ziel rettete.

Mehr als über den ersten Aufstieg seiner Karriere freute sich Trainer Alban Bllaca für seine Mannschaft. "Die hat sich das wirklich verdient", sagte der 33-Jährige, der bislang nur Abstiege, darunter vor drei Jahren mit dem SCO, in seiner Vita stehen hatte. Für die Mission Klassenerhalt stehen dem 33-Jährigen weiter alle Mann zur Verfügung. Auf die neue Saison bereitet sich der Vizemeister aber erst ab dem 4. Juli vor. "Vorher fahren wir als Belohnung nach Prag", berichtet Bllaca.

Während Etzelskirchen und Oberreichenbach ihre künftigen Gegner in der Kreisklasse 1 schon kennen, wünscht sich der mit ehemaligen Bezirks- und Kreisligaspielern gespickte SV Tennenlohe III den Wechsel in die A-Klasse 1. "Es wäre für uns eine neue Liga mit zahlreichen Erlanger Derbys und kürzeren Fahrstrecken", sagt Egelseer. Der Aufstiegsverzicht der Mannschaft mit einem Altersschnitt über 30 soll aber eine einmalige Sache bleiben. "Sollte es nächstes Jahr wieder so kommen, glaube ich nicht, dass wir nochmals zurückziehen werden", erklärt Egelseer. rup/red
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