Höchstadt a. d. Aisch
Tischtennis

TTC Höchstadt besiegt die Skepsis

Eigentlich wollte der TTC Höchstadt den direkten Wiederaufstieg in die 1. Bezirksliga anpeilen, dann fiel ein Spieler nach dem anderen aus und plötzlich war die Angst groß, durchgereicht zu werden. Am Ende war die Sorge unbegründet.
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Getrenntes Doppel: Während Oliver Keck (vorn) auch in der kommenden Saison für den TTC Höchstadt aufschlägt, wird Winfried Himmler den Verein verlassen. Foto: Picturedreams/Archiv
Getrenntes Doppel: Während Oliver Keck (vorn) auch in der kommenden Saison für den TTC Höchstadt aufschlägt, wird Winfried Himmler den Verein verlassen. Foto: Picturedreams/Archiv
Plötzlich stand er mit seiner Meinung alleine da. Mit jedem Spieler, der dem TTC Höchstadt verletzungsbedingt ausfiel, wurde auch die Skepsis im Verein immer größer, die 2. Tischtennis-Bezirksliga Nord/West halten zu können. Es wäre der zweite Abstieg in Folge für die Aischgründer gewesen. "Wahrscheinlich war ich der Einzige, der noch an den Klassenerhalt geglaubt hat", sagt Oliver Keck, der seit drei Jahren für Höchstadt spielt. "Aber ich war felsenfest von der Qualität jedes einzelnen Mannschaftskollegen überzeugt." Denn weil Spitzenspieler Carsten Goldbach in der gesamten Spielzeit verletzungsbedingt nur zu zwei Einsätzen kam, mussten alle TTC-Spieler eine Position aufrutschen. Da zum Teil bis zu drei Ersatzleute ran mussten, kamen für die Höchstadter insgesamt elf Spieler mindestens zweimal zum Einsatz.

Keck war eigentlich im unteren Paarkreuz als Nummer 6 vorgesehen, fand sich im Laufe der Spielzeit jedoch in der Mitte wieder. "Mir ist es egal, wo ich aufgestellt werde, die Hauptsache ist doch, dass ich der Mannschaft helfen kann. Und dass sich dadurch dann womöglich meine Bilanz verschlechtert, interessiert mich überhaupt nicht", sagt der 47-Jährige. 20:11 Siege standen bei ihm nach dem letzten Spiel zu Buche - 8:7 im mittleren Paarkreuz, 12:4 unten.

Großen Sprung gemeistert

Doch auch seine Mitspieler hatten auf ihren ungewohnt höheren Positionen überraschend wenig Probleme. Die positive Folge waren 15:21 Punkte, die sogar für den fünften Platz reichten - mit drei Zählern Vorsprung auf die TS Herzogenaurach und den Relegationsrang 8. "Es ist schon klasse, mit diesem Team den Klassenerhalt geschafft zu haben", sagt Keck stolz. Immerhin sei für die vier Spieler der zweiten Mannschaft der Sprung von der 1. Kreis- in die 2. Bezirksliga nicht leicht gewesen. "Aber die sind alle mit jedem Spiel immer besser geworden." Besonders beeindruckt ist Keck, der in Wilhelmsdorf wohnt, von den Leistungen Kai Wormsers.
Das TTC-Talent, das neben der zweiten auch in der Jungen-Mannschaft spielt, kam neunmal in der 2. Bezirksliga zum Einsatz und soll in der kommenden Saison fest zum Kader gehören. "Ich werde versuchen, den Jungen langsam aufzubauen", erklärt Keck. Das Problem sei jedoch, dass in der TTC-Reserve andere Spieler mehr Ranglistenpunkte aufweisen und diesen somit ein Sperrvermerk drohe.
Einen großen Umbruch wird es bei den Höchstadtern zwar nicht geben, nach Verstärkungen wird dennoch gesucht. Mit Winfried Himmler (Position 5) wird mindestens ein Spieler den Verein verlassen, Kapitän Markus Thomä wird aus beruflichen Gründen zudem wohl nur drei Spiele absolvieren können.

Dem Gegner angepasst

"Uns fehlt daher mindestens noch ein Spieler", so Keck, der froh ist, seine Arm-Probleme nach der Hinrunde in den Griff bekommen zu haben. "Der macht mir seit Jahren Schwierigkeiten und verhindert häufig, kontrollierte Bewegungen durchzuführen. Aber ich hatte wohl endlich die richtigen Medikamente und die passende Dosierung gefunden, sodass es in der Rückrunde besser wurde."
Obwohl er den fünften Platz als großen Erfolg ansieht, betrachtet er die Saison kritisch. "Es lief schon durchwachsen, immerhin wollten einige zunächst wieder aufsteigen. Doch am Ende müssen und können wir mit dem fünften Platz zufrieden sein."
Schließlich kamen zu den neun Punkten der Hinrunde in der zweiten Saisonhälfte lediglich sechs weitere hinzu "Man passt sich leider immer auch etwas dem Niveau der Liga an und wenn ein Gegner schlechter spielt, kann es vorkommen, dass man auch selbst nicht seine beste Leistung abruft", sagt Keck. Dennoch ist er froh, mit seiner Einzelmeinung Recht behalten zu haben.
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