Herzogenaurach
Handball-Bezirksoberliga

TSH gewinnt Nervenkrimi

Mit dem letzten Angriff gelingt einem Youngster-Gespann der Herzogenauracher die Entscheidung in einem Spitzenspiel, das seinem Titel gerecht wurde.
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Thomas Janson hatte großen Anteil daran, dass sich die TSH nach verschlafenem Start noch vor der Pause wieder herankämpfte und den Grundstein für den Sieg in Auerbach legte. Foto: herzopress/Archiv
Thomas Janson hatte großen Anteil daran, dass sich die TSH nach verschlafenem Start noch vor der Pause wieder herankämpfte und den Grundstein für den Sieg in Auerbach legte. Foto: herzopress/Archiv
20 Sekunden waren beim Kräftemessen zwischen den Bezirksoberliga-Handballern der Turnerschaft Herzogenaurach und dem Tabellenvierten aus Auerbach noch zu spielen. Ein lautes Raunen ging über die Tribüne der Helmut-Ott-Halle, nachdem die Hausherren beim Stand von 25:25 mit ihrem letzten Angriff am TSH-Schlussmann gescheitert waren. Postwendend zückte Herzogenaurachs Spielertrainer Ingo Kundmüller ein Team-Time-Out und konzipierte die letzte Offensivaktion seiner Mannschaft.
Die Anspannung in der Auerbacher Sporthalle war zu diesem Zeitpunkt greifbar. Während die Gastgeber nach einer starken Partie ihren Matchball vergeben hatten und einen letzten Gegenangriff abfangen mussten, wurde im Lager der Turnerschaft an einem Spielzug getüftelt, der den Schuhstädtern doch noch zwei Punkte bescheren sollte. Kundmüllers Plan stand: Kreisläufer Pascal Will sollte eine Lücke in den gegnerischen Defensivblock reißen, um Platz für einen Rückraumspieler zu machen. Doch der Gegner reagierte und formierte seine Abwehr neu. Eine offensive Pressdeckung sollte den Herzogenauracher Spielfluss früh unterbinden. Aber dies gelang den Gastgebern nicht. Etwa fünf Sekunden vor Abpfiff nahm Will seinen Mut zusammen und zimmerte den Ball von Rechtsaußen zum 25:26-Endstand in die Maschen.


SV 08 Auerbach II - TS Herzogenaurach 25:26

Lange hatte es so ausgesehen, als würden die Gäste mit leeren Händen nach Hause gehen. Eine lethargische und ideenlose Offensive verschenkte reihenweise Bälle. Zudem ließ die Abwehr jegliches Dagegenhalten vermissen. Der Auerbacher Rückraum hatte in den Anfangsminuten leichtes Spiel und sorgte für einen komfortablen Vorsprung (9:3). Erst eine Auszeit rüttelte die TSH wach: Besonders die Hereinnahme von Thomas Janson in den linken Rückraum zahlte sich für Herzogenaurach aus. Schließlich war der Distanzschütze maßgeblich an der fulminanten Aufholjagd des Tabellenzweiten beteiligt. Durch einen 9:4-Lauf kamen die Gäste bis zur Pause wieder in Schlagnähe (13:12).
Nach dem Seitenwechsel bekamen die Zuschauer eine ausgeglichene Partie zu sehen, wobei die Mittelfranken den besseren Start erwischten und in Führung gingen (14:16). Danach allerdings hatte stets die Werner-Sieben aus der Oberpfalz die Nase vorn. "Insgesamt war der zweite Durchgang ein ständiges Hin und Her. Mal hat Auerbach mit zwei Treffern geführt, dann waren wir wieder dran. Das Spiel war also vollkommen offen", resümierte TSH-Keeper Ferdinand Mayer nach Abpfiff. Dieser zählte in der Schlussphase zu den entscheidenden Spielern: Der 18-Jährige parierte den letzten Auerbacher Angriff, dann traf der 19-jährige Will nervenstark.
Im Lager des glücklichen Gewinners zeigten sich die Verantwortlichen überaus erfreut über den Last-Minute-Erfolg. Wenngleich der TSH-Coach auch mahnte: "Die Jungs haben eine tolle Moral bewiesen und die Partie klasse gedreht. Man hat der Mannschaft angemerkt, dass sie die zwei Punkte unbedingt holen wollte. So ein Fehlstart darf uns aber nicht noch einmal passieren. Da waren wir im kollektiven Tiefschlaf."
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