Herzogenaurach
Handball

TSH fährt mit Personalnot zum Angstgegner

Rückfall in alte Zeiten? Zum Rückrundenauftakt in der Bayernliga müssen die Herzogenauracherinnen wahrscheinlich mit einer Rumpftruppe in Ismaning antreten.
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Im Hinspiel lagen Sarah Stephan (re.) und die TS Herzogenaurach zur Pause mit drei Zählern hinten, gewannen aber noch souverän. Zum Rückrundenauftakt in Ismaning fährt der Tabellenführer zwar als Favorit, doch die Gäste sind personell stark ausgedünnt.  Foto: herzopress/Archiv
Im Hinspiel lagen Sarah Stephan (re.) und die TS Herzogenaurach zur Pause mit drei Zählern hinten, gewannen aber noch souverän. Zum Rückrundenauftakt in Ismaning fährt der Tabellenführer zwar als Favorit, doch die Gäste sind personell stark ausgedünnt. Foto: herzopress/Archiv
Was hat der James-Bond-Filmtitel "Sag' niemals nie" mit dem Handball-Bayernliga-Spiel der Herzogenauracherinnen am Samstag beim TSV Ismaning zu tun? Vor rund zehn Monaten waren sich alle Verantwortlichen der Turnerschaft einig, alles zu versuchen, um Personalnöte wie in den sechs Spielzeiten zuvor in dieser Saison auszuschließen. Nie mehr wollte das Team ohne oder nur mit einer Wechselspielerin antreten. Tatsächlich schaffte es die TSH, den Kader sowohl quantitativ als auch qualitativ so zu verstärken, dass sie sogar die Tabellenspitze eingenommen hat. Und nun?

Am vergangenen Mittwoch erklärten sich gerade mal sechs Akteure trainingsbereit, acht andere sagten (nicht nur) aus gesundheitlichen Gründen ab. Nachdem auch Trainer Hans-Jürgen Kästl grippal angeschlagen war, ließ er die Einheit ausfallen. Keine guten Vorzeichen für das erste Spiel in der Rückrunde bei einem Gegner, bei dem die TSH mit einer Ausnahme stets auseinandergenommen wurde.


TSV Ismaning - TS Herzogenaurach

Ismaning gehört zu den erfolgreichsten Talentschmieden des weiblichen Handballs in Bayern und war zwischenzeitlich in der Regionalliga am Start. Letztlich verlor der Klub aber immer wieder Leistungsträgerinnen an Mannschaften wie Haunstetten (2. Bundesliga) oder Gröbenzell (Regionalliga), was naturgemäß irgendwann an die Substanz geht. So taten sich die "Isis" in der Hinrunde lange schwer und mussten mit der unteren Tabellenregion Vorlieb nehmen.


Drei-Tore-Führung zur Pause

In den Vorjahren redete der TSV fast immer bis zum Saisonschluss um die Meisterschaft mit. Auch beim Saisonauftakt in Herzogenaurach legten die Oberbayerinnen technisch ausgeprägte Spielfreude und Tempohandball an den Tag, lagen zur Pause sogar mit 14:11 in Front, um in den letzten 15 Minuten total einzubrechen. Die TSH gewann doch noch deutlich mit 32:22. Die auch heuer herausragende Saskia Probst (zehn Treffer) und der junge Neuzugang Laura Wedrich (7) führten die Gastgeberinnen gemeinsam mit der eingewechselten Torfrau Annika Bernhardt in die Erfolgsspur, während sich die Gäste von diesem Schock lange nicht richtig erholten.

Die Münchner Vorstädter reagierten, verpflichteten die routinierte Kroatin Klinac und holten aus der eigenen A-Jugend die talentierte Helena Lettl, die rasch einen Umschwung einleiteten und Akteure wie Kölzer oder Wittman neues Selbstvertrauen einhauchten. Inzwischen hat Ismaning wieder Fuß gefasst, der sechste Platz dürfte nicht das Ende der Fahnenstange sein. Ausgerechnet jetzt muss der Tabellenführer dort antreten. Auch wenn fast alle aktuellen Kästl-Schützlinge die früheren Pleiten nicht miterlebt haben, bleibt die Tatsache, dass sie dort nur mit einer Topleistung bestehen können. Aber wer soll diese abrufen?


Saskia Probst fällt aus

Probst fehlt wegen eines vorrangigen A-Jugend-Bundesliga-Einsatzes für den MTV Stadeln, Wedrich war unter der Woche noch immer angeschlagen, ihr Mitwirken ist höchst fraglich. Torhüterin Martina Ebersberger wird von einem hartnäckigen Infekt geplagt, mit dem auch einige Teamkolleginnen zu tun haben. Ob Stefanie Mittasch schon wieder einsatzfähig ist, wird sich wohl erst am Spieltag entscheiden. Ein Fragezeichen steht auch hinter der zuletzt angeschlagenen Kreisläuferin Kristin Lang.

"Irgendwie werden wir dennoch eine Mannschaft aufs Feld bringen, die alles dafür tun wird, unsere hervorragende Ausgangsposition zu festigen", sagt Kästl. "Wir müssen wie in Haunstetten vom Anpfiff weg hellwach sein, denn das Spiel wird von den beiden Abwehrreihen entschieden", erklärt der Coach. Dass er die Mission wohl ohne Alternativen auf der Bank anpacken muss, ist für den 55-Jährigen ja nicht ganz neu.
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