Deutlich gewannen die Handballfrauen der Turnerschaft Herzogenaurach ihr erstes Auswärtsspiel dieser Bayernliga-Saison beim HC Sulzbach-Rosenberg. Standesgemäß - jedoch brauchten sie 20 Minuten, um Qualität und Erfahrung wirklich umzusetzen. Die Gastgeberinnen, bei denen allein drei 16- Jährige aufgeboten wurden, mühten sich redlich und konnten die TSH in den ersten 30 Minuten gar manches Mal ärgern.


HC Sulzbach-Rosenberg - TS Herzogenaurach 21:29


Das Hermannstädter- Team verstand es, in der Innenformation gegen wurfschwache Rückraumspielerinnen stabiler aufzutreten als es gegen Kissing oft der Fall war. Dafür aber kassierte die TSH zahlreiche Gegentore über die Außenpositionen, wo gerade Lena Mergner nach eigenem Bekunden mehrfach "auf dem falschen Bein" erwischt wurde.
Bis zum 7:7 (16.) wehrte sich das junge Sulzbacher Team erfolgreich, doch schon gegen Ende der ersten Halbzeit machten die Herzogenauracherinnen deutlich, dass sie ihre Vorzüge diesmal auch ergebnismäßig umzusetzen versteht.
Basierend auf einer erneut hervorragenden Torwartleistung von Martina Ebersberger, bei der sich das Training mit Martin Manz absolut auszahlt, sowie gekonnten Kreisanspielen auf die im Angriff explodierende Mergner und mit zunehmend erfolgreichen Tempogegenstößen übernahmen die Gäste langsam das Zepter. Zudem bekam Neuzugang Viktoria Egle mit ihrem individuellen Geschick die TSH-Offensive immer besser in den Griff.
Dass Herzogenaurach heuer zumindest spielerisch mehr Optionen hat als zuletzt, sofern den alle Akteure an Bord sind, belegte der Auftritt von Andrea Berner. Die enorm vielseitige Spielerin übernahm nämlich nach dem Wechsel quasi eins zu eins die Rolle von Egle und formte die Angriffsaktionen zu einer schwer zu stoppenden Einheit. Dass ihr von den Schiedsrichtern mehrfach bei dynamischen Durchbrüchen eine Kreisberührung vor dem Wurf abgepfiffen wurde, ist ein Risiko ihrer Spielweise.

Selbstbewusstsein und Konzentration unter einen Hut bekommen


Diese Topleistung war bei den genannten Akteuren fast zu erwarten gewesen. Doch dass auch Christina Wölfel ein rundum tolles Spiel ablieferte, darf zur Freude des ganzen Teams als Befreiungsschlag für die 30-Jährige zu werten sein, die schon lange den TSH-Dress trägt, aber oft gehemmt wirkte. "Das ist es, was Christina wirklich kann, wie wir sie im Training oft erleben, wenn sie denn Selbstbewusstsein und Konzentration unter einen Hut bekommt", erklärte Hermannstädter.
Sulzbach-Rosenberg wurden gleich acht Strafwürfe zugesprochen, was wohl auch eine Folge der körperlichen Unterlegenheit war und damit dem gutem Willen der ansonsten fehlerfrei leitenden Unparteiischen geschuldet ist. Hermannstädter war später zufrieden mit dem Ergebnis und der zweiten Halbzeit. Ein Sonderlob galt Luisa Frank: "Das Mädel hatte gerade ihren Kreuzbandriss überwunden und nun eine hoffentlich nur leichte Meniskusverletzung. Dennoch war sie dabei, weil zwei Rückraumspielerinnen fehlten, eine super Einstellung."
Gemessen an dieser Begegnung dürften die Oberpfälzerinnen sicherlich noch viel Lehrgeld zahlen. Wie aber der wahre Leistungsstand der TSH-Frauen ist, wird die nächste Begegnung zeigen, wenn am Mittwoch, 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, um 19 Uhr mit Etwashausen ein alter Bekannter zum Gipfeltreffen in der Herzogenauracher Gymnasium-Sporthalle gastiert. Der TV startete ebenfalls mit zwei deutlichen Siegen in die Saison und verlangte der TSH schon immer alles ab.