Herzogenaurach
Handball

TSH-Mädels retten sich ins Ziel

Mit vereinten Kräften und starker Leistungen der beiden Torfrauen sichern die Herzogenauracherinnen einen enorm wichtigen Sieg. Allerdings stehen sie sich wieder einmal zu oft selbst im Weg und müssen so bis zum Ende zittern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Luisa Frank nimmt es in dieser Szene mit zwei Kissingerinnen auf. Fotos: herzopress
Luisa Frank nimmt es in dieser Szene mit zwei Kissingerinnen auf. Fotos: herzopress
+2 Bilder
Wer regelmäßig die Bayernligaspiele der Herzogenauracher Handballerinnen verfolgt, ist so manches Nervenaufreibendes gewohnt. Beim Zittersieg gegen den SC Kissing war dies nicht anders: Selten zuvor sah ein Team im Verlaufe einer Begegnung zweimal schon wie der Sieger aus, nur um wenig später sio gut wie abgeschrieben zu sein. Dabei war der Spielverlauf im Prinzip genauso wie erwartet, denn die Gäste zeigten alle Attribute einer Mannschaft, die gelegentliche technische Schwächen mit enormer Kampfkraft und zwei überragenden Rückraumschützen zu kaschieren verstand.


TS Herzogenaurach - SC Kissing 24:21

Mit bemerkenswerter Dynamik und unbändigem Einsatz, dazu den Sieg gegen die HSG Fichtelgebirge als Aufwind im Gepäck, ging der SC zur Sache und erwischte die TSH gleich auf dem falschen Fuß. Schon nach acht Sekunden gingen die Gäste mit in Front und wurden
auch in der Folger förmlich zu Toren eingeladen. Über 2:6 und 5:10 musste man sich nicht mal sonderlich ins Zeug legen um fast einen Klassenunterschied anzudeuten. Bei der TSH klappte zunächst nichts, weder die Abwehr genügte den Ansprüchen, noch war ein effektives Angriffsspiel zu erkennen.
Vor allem der diesmal wieder unverständlich passive Innenblock schaute regelmäßig zu, wie ihm die Würfe um die Ohren flogen. Dadurch wirkte auch Ebersberger zunehmend hilflos, weil sie die Würfe aus kurzer Distanz nicht kommen sah. Dass darüberhinaus erneut Gegentore kassiert wurden, obwohl die TSH eine Spielerin mehr auf dem Feld hatte, ist auch schon eine unliebsame Selbstverständlichkeit. Im Angriff blieb zunächst vieles Stückwerk, insgesamt wurden elf Herzogenauracher Pässe abgefangen.
Dann jedoch wendete sich das Blatt - mit dem Torwarttausch Mauritz für Ebersberger in der 17. Minute war der Gegner in allen Belangen plötzlich wie erstarrt, zumal die Seniorin mit stoischer Ruhe und aller Routine die Würfe magisch an sich zog. Dermaßen stabil klappten plötzlich zunächst Einzelaktionen im Angriff und hernach kam auch der Spielfluss zurück. Über 10:10 erarbeitete sich das Hermannstädter- Team einen 13:10-Vorsprung und alles war gerichtet für eine Vorentscheidung, zumal die zuletzt erkrankte Bestle nun den Innenblock besser zu schließen verstand.

Auch Ebersberger pariert glänzend

Aber nach nur zwei Minuten war es wieder vorbei mit der erhofften Überlegenheit, mit neuerlich haarsträubenden Ballverlusten forderten die Gastgeber Kissing erneut zum Mitspielen auf, was der SC auch nach der Pause dankend annahmen. Ebersberger nun wieder ins Tor zu stellen, war mutig von Hermannstädter, hatte Mauritz doch zuvor die kurzzeitige Wende eingeläutet. Doch Ebersberger im Verbund mit der jungen Tanja Küffner auf Rechtsaußen und eine grandiose kämpferische Leistung aller Protagonisten sorgten dafür, dass die TSH wieder optische Vorteile bekam. 18:18 und 21:19 lauteten die Zwischenstände. Aber als noch in kürzester Zeit gleich drei TS-Akteure mit Zwei-Minuten-Strafen belegt wurden und die Gäste auch noch zwei Strafwürfe bekamen (57., 59.), sprach wieder vieles für Kissing.
Doch Ebersberger parierte beide Strafwürfe ebenso glänzend wie weitere Würfe aus besten Positionen. Mit vereinten Kräften und auch dank der nun einsetzenden Akustik von über 200 Zuschauern auf der Tribüne schaukelten die Gastgeberinnen eine enorm wichtige Begegnung nach Hause, obwohl die Gäste nach der Pause mit ihrer für die TSH völlig ungewohnt offensiven Abwehr sichere Ballpassagen unmöglich machten.
Die TSH-Torschützin vom Dienst, Viktoria Egle, als auch Andrea Berner wirkten etwas ratlos, doch Letztere zeigte sich bei den Strafwürfen erfreulich souverän. So wurde der Zittersieg letztlich doch zum Beweis dafür, dass Herzogenaurach immer mal wieder mit Widrigkeiten fertig wird, wenn jede Spielerin in Sachen Einstellung 60 Minuten lang alles einbringt. "Das war Tanja Küffners bestes Spiel bislang bei uns und Ellen danke ich für ihre neuerliche Bereitschaft, auszuhelfen. Ansonsten aber ärgere ich mich enorm darüber, dass wir uns immer wieder selber ein Bein stellten und es nie verstanden, trotz mehrfachem Übergewicht für klare Verhältnisse zu sorgen", erklärte TSH-Trainer Udo Hermannstädter nach der Partie.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren