Herzogenaurach
Handball

TSH-Frauen unterliegen dem nächsten Aufsteiger

Nach der Heimpleite gegen Rimpar im Januar mussten sich die Herzogenauracher Bayernliga-Spielerinnen auch Neuling Ottobeuren in eigener Halle beugen.
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Herzogenaurachs Torhüterin Annika Bernhardt war der Garant für eine Vier-Punkte-Pausenführung, doch ihre Vorderleute um Alexa Dodan (Nr. 6) brachen nach der Pause gegen Ottobeuren ein. Foto: herzopress
Herzogenaurachs Torhüterin Annika Bernhardt war der Garant für eine Vier-Punkte-Pausenführung, doch ihre Vorderleute um Alexa Dodan (Nr. 6) brachen nach der Pause gegen Ottobeuren ein. Foto: herzopress
Minuskulisse und letztes Aufgebot: Die Vorzeichen für das Bayernliga-Heimspiel der Herzogenauracher Handball-Frauen waren nicht gut. Die Niederlage gegen das bis dato vier Punkte schlechtere Ottobeuren war daher keine große Überraschung.


TS Herzogenaurach - TSV Ottobeuren 26:29

Nicht einmal 100 Zuschauer, darunter Herzogenaurachs 3. Bürgermeister Georgius Halkias, wollten die Begegnung sehen. In einer hart umkämpften Partie zeigten sich die Gäste geschlossener. Trotz der hohen Gesamttrefferzahl wurde die Begegnung in der Abwehr entschieden.

Während TS-Trainer Hans-Jürgen Kästl Corinna Merz nach dreimonatiger Pause nur fünf Minuten pro Halbzeit einsetzen konnte und sich mit nur sechs Feldspielerinnen dem ständigen Druck des bärenstarken Aufsteigers erwehren musste, konnte Ottobeuren seine körperbetonte Abwehrphilosophie unter Einbindung stets wechselnder
Akteure konsequent umsetzen. Dabei reizte der TSV geschickt die "Schmerzgrenze" der Unparteiischen aus, die zumindest nach der Pause etwas einseitig pfiffen.

Auf der einen Seite sahen sich vor allem Saskia Probst und Alexa Dodan den vielfach auf Klammern und Halten ausgelegten und maximal mit Freiwürfen geahndeten Attacken ausgesetzt. Auf der anderen Seite wurden die Gastgeberinnen bei ähnlichen Abwehraktionen mit zwei Minuten und oft zusätzlich Siebenmetern bestraft. Sechs Zeitstrafen gegen die TSH und nur zwei gegen die Gäste sowie fünf Strafwürfe für den TSV bei nur zwei für das Kästl-Team waren das Ergebnis.

Dies soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ottobeuren einen bemerkenswerten Eindruck hinterließ. In der Defensive ließen die Allgäuer kaum Lücken zu. In der Schlussphase hielt die bis dahin als Schwachstelle ausgemachte Torhüterin mit einigen guten Aktionen den Auswärtssieg fest.

Schon der Auftakt ließ erkennen, warum Ottobeuren die beste Rückrundenmannschaft ist: Ehe die TSH ins Spiel fand, lag der Gegner in der siebten Minute schon mit 5:2 in Front. Zwar kämpfte sich die Turnerschaft auf 7:8 (16.) heran, doch sofort legte der TSV einen Zahn zu und zog in der 19. Minute beim 7:10 wieder auf drei Treffer davon. Dann zeigte das Kästl-Team eine Leistungsexplosion. Über eine engmaschige Abwehr und mit der eingewechselten Annika Bernhardt im Tor holte es sich die Sicherheit für erfolgreiche Angriffe. Bis zur Pause drehten die Herzogenauracherinnen das Ergebnis auf 15:11.


TSH verliert den Faden

Allerdings verloren die Gastgeberinnen in der Unterbrechung den Faden. Rasch ging der TSV mit 18:17 in Führung Zwar wehrten sich die Mädels von der Aurach nach besten Kräften, doch die ausgeglichen besetzten Gäste waren nicht mehr vom Erfolgsweg abzubringen. Auf beiden Seiten überragte eine Linkshänderin. Bei Ottobeuren war es wie erwartet die Ungarin auf Rechtsaußen Bari-Nagy, die bei zehn Versuchen neun Mal traf. Auch Keßler konnte sich gegen die oft dezimierte TS-Abwehr zu einfach behaupten.

Saskia Probst, seit Wochen nur noch auf der Rückraum-Mitte-Position agierend, netzte für die Heimmannschaft ebenfalls neun Mal ein, dies jedoch unter erheblich mehr Kraftaufwand. Ihre Nebenleute enttäuschten keineswegs, gerade von Mittelheisser und Mittasch ging 50 Minuten lang Gefahr aus. Bedenklich ist jedoch, dass die Turnerschaft innerhalb von vier Wochen in eigener Halle gegen die zwei Aufsteiger Rimpar und Ottobeuren verloren hat und weiter um die nötigen zwei bis vier Punkte zum Klassenerhalt ringen muss. Die Gegner werden allerdings nicht leichter.


"Ärgerliche zehn Minuten"

"Ich wusste, wie schwer es gegen diesen Gegner werden würde. So gesehen haben wir sogar ganz gut abgeschnitten, wären da nicht die ärgerlichen zehn Minuten nach der Pause", sagte Kästl. "Andererseits kann ich dem Team keinerlei Vorwurf machen. Unter den personellen Gegebenheiten braucht man etwas Glück und neutrale Schiedsrichter, beides hatten wir in der zweiten Halbzeit nicht und mussten zehn Minuten in Unterzahl auskommen", erklärte der Coach, der sich zumindest für Keeperin Bernhardt freute.
TSH: Müller, Bernhardt, Ohlmann - J. Kräck (2), Mittelheisser (6/1), Dodan (2), K. Kräck (1), Probst (9), Mittasch (5), Merz (1)
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