Herzogenaurach
Handball-Bayernliga

TSH-Damen verspielen Sechs-Tore-Vorsprung

Das hätte nicht sein müssen. Die Handballerinnen der TS Herzogenaurach leisten sich nach einer deutlichen Führung einen erneuten Punktverlust und sorgen für herbe Enttäuschung im eigenen Lager.
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Viktoria Egle (Zweite von links) war ein ständiger Unruheherd, der oft nur mit vereinten Kräften zu stoppen war. Fotos: herzopress
Viktoria Egle (Zweite von links) war ein ständiger Unruheherd, der oft nur mit vereinten Kräften zu stoppen war. Fotos: herzopress
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Im wichtigen Bayernliga-Heimspiel gegen den TSV Winkelhaid schafften es die Handball-Frauen der Turnerschaft Herzogenaurach nicht, einen 22:16-Vorsprung (50. Minute) sicher über die Zeit zu bringen. Am Ende mussten sie sogar froh sein, einen Punkt ergattert zu haben.

TS Herzogenaurach - TSV Winkelhaid 23:23

Die Gastgeberinnen hatten immer wieder Phasen, in denen sie tonangebend waren und auch spielerisch Akzente setzten. Doch gerade zum Zeitpunkt der klaren Führung, wurde die Mannschaft immer hektischer.
Auch die Schiedsrichter hatten aus TSH-Sicht Anteil am schlechten Abschneiden des Teams: Speziell in der zweiten Hälfte hätten sie in Sachen Vorteilsregel und Zweiminuten-Strafe mit zweierlei Maß gemessen. So spielte die TSH ab der 49. Minute acht Minuten nur mit fünf Feldspielerinnen, zeitweise waren sogar nur vier Akteurinnen auf dem Feld. Die aus den Hinausstellungen resultierenden Strafwürfe machten allein fünf der letzten sieben Tore aus - wodurch die Gäste im Spiel blieben. Umgekehrt wurden auf der anderen Seite vergleichbare Fehlgriffe mit Freiwürfen abgetan, ohne Spielerinnen vom Feld zu stellen.
Die Chancen ließen sich die unermüdlich kämpfenden Winkelhaiderinnen nicht nehmen. Ihre beste Torschützin Lichtscheidel verwandelte nicht nur alle acht Strafwürfe sicher, sie packte mit ihren Kolleginnen auch hart zu.
In der ersten Hälfte war beiden Mannschaften die dreiwöchige Pause anzumerken, es gelangen nur Einzelaktionen. Dabei zeigte TS-Torfrau Nina Aures angesichts der sechsmonatigen Spielabstinenz eine gute Leistung - an ihr lag dieser Punktverlust sicher nicht. Die in der Not eingesprungene Torwart-Seniorin Ellen Mauritz konnte bei drei Strafwürfen nicht helfen.

Jede Nachlässigkeit wird bestraft

Die TSH setzte sich bis zur 28. Minute auf 11:8 ab. Nach einigen Wechseln von Trainer Udo Hermannstädter ging jedoch der Spielfluss verloren. Als der TSV rasch auf 11:10 verkürzte, hätte das den Gastgeberinnen zeigen müssen, dass ihnen ein Gegner gegenübersteht, der mit toller Moral jede Nachlässigkeit zu nutzen versteht. Zudem ging es ja auch für Winkelhaid um jeden Punkt, denn das Team steht in der Tabelle hinter der TSH.
Im zweiten Spielabschnitt ging es bis zur 42. Minute weiterhin eng zu (15:13), doch dann begannen sich die Gastgeberinnen ein wenig zu befreien. Nina Bestle bestätigte ihre zuletzt angedeutete Offensivgefahr und Vicky Egle blieb ein ständiger Unruheherd im Rückraum. Aber auch Tempogegenstöße waren angesagt - hier war Saskia Probst in ihrem Element.

Hermannstädter legt sich mit den Unparteiischen an

So wurde die TSH immer dominanter, und beim 22:16-Vorsprung glaubten wohl nur noch die Gäste selbst an ihre Chance. Und diese bot sich - wahrscheinlich auch, weil sich Hermannstädter nach vier erfolglosen Angriffen seines Teams nun mit den Schiedsrichtern anlegte.
Als die Gäste 20 Sekunden vor Schluss in Front gingen, bedurfte es eines Gewaltwurfes von Dodan, um zumindest nicht völlig mit leeren Händen dazustehen. Hermannstädters beachtlich ehrliches Fazit: "Auch wenn wir gegen Ende benachteiligt wurden, hätte ich mich nicht mit den Unparteiischen anlegen dürfen. So gesehen habe vor allem ich diesen Punkt verloren. Dennoch müssen wir jetzt einige Fehler und die ungenügende Disziplin in wichtigen Momenten aufarbeiten."
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