Herzogenaurach

TSH-Damen finden kein Rezept

Eine Halbzeit hält Herzogenaurach beim Aufsteiger in Regensburg gut mit, dann zerfällt das Team nach anhaltender Torflaute.
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TSH-Routinier Andrea Berner (links) - hier im Heimspiel gegen Taufkirchen - hatte auch in Regensburg starke Momente, doch nach der Pause ergaben sich sie und ihre Teamkolleginnen ihrem Schicksal. Foto: Archiv
TSH-Routinier Andrea Berner (links) - hier im Heimspiel gegen Taufkirchen - hatte auch in Regensburg starke Momente, doch nach der Pause ergaben sich sie und ihre Teamkolleginnen ihrem Schicksal. Foto: Archiv
Wohl noch nie in dieser Saison wurde den Bayernliga-Handballerinnen der Turnerschaft Herzogenaurach dermaßen krass vor Augen geführt, wie hilflos es ist, wenn vom eigenen Rückraum so gut wie keine Torgefahr ausgeht. Der Tabellenelfte und Klassenneuling ESV Regensburg II zermürbte mit einer vorbildlich kompakt agierenden Schiebedeckung das Bestreben der TSH, über spielerische Ansätze zum Erfolg zu kommen.
Wurde dann der Ball doch durchaus verwertbar auf die Außenpositionen weitergereicht, zeigte die rumänische Torhüterin Gregore mit stoischer Gelassenheit und beispielhaftem Stellungsspiel ohne jede Effekthascherei auch hier auf, wie man mit großer Erfahrung den Kasten vernagelt. Zur Ehrenrettung der TSH-Flügelspielerinnen muss aber erwähnt werden, dass sie im Training oft ohne Torfrau auskommen müssen und so nicht immer wettkampfbezogene Voraussetzungen antreffen.

Dazu kam, dass selbst die blutjungen Akteure im Regensburger Talentschuppen dem Gast konditionell und in Sachen Effizienz deutlich überlegen waren. Wer erwartet hatte, dass die Domstädterinnen nach der 23:35-Klatsche bei der HSG Fichtelgebirge tief in den enormen Personalfundus greifen würden, sah sich getäuscht. Trotz größer werdender Abstiegsgefahr standen gegen die TSH die gleichen Protagonisten wie eine Woche zuvor auf dem Feld. Und die rehabilitierten sich - dank der spielerischen Qualität und vor allem dank der deutlich spürbareren physischen Überlegenheit einer Mannschaft, die - der Liga entsprechend - regelmäßig drei Mal in der Woche trainiert. Bei der TSH hingegen sind wechselweise immer wieder einige Leistungsträgerinnen nur einmal unter der Woche im Einsatz. Und die dadurch entstehenden Defizite lassen sich bei dem kleinen Kader eben nicht endlos kompensieren.

ESV Regensburg II - TS Herzogenaurach 26:18

In den ersten 30 Minuten hielt die TSH durchaus noch mit und ließ die Gastgeberinnen durch stabile Abwehrarbeit nicht enteilen (11:9). Wie enttäuschend die Gäste aber erneut in der Offensive zu Werke gingen, zeigten besonders die ersten zwölf Minuten nach dem Seitenwechsel, in denen der TSH kein einziges Tor gelang, während Regensburg konsequent die sich nun häufenden Chancen nutzte und auf 19:10 davonzog.
Als die TSH dann mit einer neuen Abwehrvariante die Gastgeberinnen zu ungewohnt vielen Ballverlusten zwang, konnten Viktoria Egle und Co. diese Verunsicherung des Gegners offensiv dennoch nicht zum eigenen Vorteil nutzen. Neuerlich war keine Herzogenauracherin in der Lage, dem Spiel eine Wende zu geben. Stattdessen ergaben sich die Gäste der zunehmend einseitigen Partie und sehnten den Abpfiff herbei.
Wie schwer die TSH sich im Angriff tat, zeigt allein schon die Tatsache, dass die fehlerfrei leitenden Schiedsrichter nur einmal auf Strafwurf entscheiden mussten. Dies nicht etwa weil die fast immer überragende Kreisläuferin Lena Mergner enttäuschte, sondern weil sie von den jungen Gegenspielerinnen mit Leidenschaft und taktischem Geschick fast völlig aus dem Spiel genommen wurde. Dazu schafften es die TSH- Rückraumakteure kaum, Lücken zu öffnen.
Für das Team und seinen Coach wird es in den verbleibenden Spielen nun nicht einfacher, den erkennbaren Abwärtstrend der Rückrunde so aufzufangen, dass die nötigen acht bis zehn Pluspunkte, die den Klassenerhalt sichern, herausspringen. Die folgenden Gegner werden jedenfalls hochmotiviert sein. Dass die individuelle und - oft nachgewiesene - spielerische Klasse der TSH Erfolg garantiert, hat der ESV ziemlich drastisch widerlegt.
"Mir fehlen die Worte, vor allem zu den kollektiv verheerenden Wurfleistungen. Und wenn die lange pausierende Christina Wölfel noch zu unseren Besseren gehört, ist das bezeichnend. Während Andrea Berner vor der Pause recht gute Aktionen hatte, kann ich nur noch Lena Mergner für ihren Einsatz loben", sagte TSH-Trainer Udo Hermannstädter nach der Partie.

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