Erlangen
Handball

Stumpfs märchenhafter Abschied

In seinem letzten Spiel für den HC Erlangen wird der Kapitän zum Matchwinner und verhilft seinem Team mit dem entscheidenden Treffer zu einem einstelligen Tabellenplatz. Die Fans verabschieden die Mannschaft mit stehenden Ovationen.
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Moritz Weltgen, René Selke, Hannes Münch, Christoph Nienhaus, Bastian Krämer, Oliver Hess (von links) und die anderen Erlanger verabschieden sich von den Fans. Fotos: Picturedreams
Moritz Weltgen, René Selke, Hannes Münch, Christoph Nienhaus, Bastian Krämer, Oliver Hess (von links) und die anderen Erlanger verabschieden sich von den Fans. Fotos: Picturedreams
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Sechs Verabschiedungen, große Emotionen, ein kleines Märchen und ein munteres Handballspiel bildeten am Samstag das Korsett des letzten Saisonspiels der Zweitliga-Handballer des HC Erlangen. Zum Ende einer langen Spielzeit empfingen die Erlanger den HC Empor Rostock in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle, in der es bereits vor Spielbeginn keinen Zuschauer mehr auf seinem Platz hielt. Mit stehenden Ovationen begeleiteten die Handball-Fans die Verabschiedung von sechs Spielern, die im nächsten Jahr nicht mehr für den HC auflaufen werden und einen großen Umbruch im Kader einläuten.
Während Felix Müller (Auerbach), Max Deussen (Rödelsee) und Claudio Schneck (Friedberg) den HC allesamt mit Richtung dritte Liga verlassen, endete für drei andere Akteure, die von HC-Aufsichtsrat Carsten Bissel in höchsten Tönen gelobt wurden, ihre Karriere.
Georg Münch, laut Bissel "der vielleicht beste Verteidiger den der Verein jemals hatte" und Juniorenweltmeister von 2005, beendet seine Laufbahn ebenso wie sein Bruder Hannes, der "stellvertretend steht für das duale Erlanger Modell aus Handball und Studium" (Bissel).
Abschließend fiel auch der Vorhang für Daniel Stumpf, der von Kindesbeinen an im Erlanger Handball aktiv war, elf Jahre lang für den HCE die Schuhe schnürte und das Team acht Jahre lang als Kapitän anführte. Bevor Stumpf jedoch zukünftig im Management des Vereins aktiv werden wird, beschenkte er sich und seine Mannschaft in den letzten 60 Minuten seiner Karriere mit einer Galavorstellung.
In der mit offenem Visier geführten Partie, die trotz ihres rein statistischen Wertes hart umkämpft war, gelang es dem Erlanger Linksaußen immer wieder mit starken Aktionen, sein Team im Rennen zu halten. Als Stumpf 30 Sekunden vor Spielende mit seinem neunten Treffer schließlich den 30:29 Endstand erzielte, stand die Halle Kopf und Stumpf feierte seinen perfekten Abschied. "Es war am Ende wie im Märchen, kein Fehlwurf und das entscheidende Tor, es hätte nicht besser laufen können", gab Stumpf nach Spielende sichtlich gerührt zu Protokoll und befand den Zeitpunkt und Verlauf seines Abschieds als "genau richtig".
HC-Trainer Bergemann, der wie seine Schützlinge nun in die verdiente Sommerpause startet, schilderte das Spiel als ein "Spiegelbild des Saisonverlaufs", denn wie auch jedes Highlight in den letzten Monaten musste der Erfolg gegen Rostock "hart erarbeitet werden". Durch den Sieg im letzten Spiel rutschten die Erlanger in der Abschlusstabelle nunmehr auf den achten Platz und beenden damit auch das zweite Jahr in der eingleisigen 2. Bundesliga auf einem einstelligen Rang. mw

Noch ein Hochkaräter

Derweil läuft die Vorbereitung auf die kommende Saison weiter auf Hochtouren: Nachdem der HC Erlangen in den letzten Monaten schon einige namhafte Spieler und echte Verstärkungen für sich gewinnen konnte, findet nun ein weiterer Hochkaräter den Weg in die Hugenottenstadt. Einer der besten Torjäger der gerade abgelaufenen Bundesliga-Saison wechselt nach Mittelfranken. Um wen es sich handelt, ist noch nicht bekannt, der Spieler soll aber am Dienstag, 11. Juni, der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

HC Erlangen - Empor Rostock 30:29

In einem packenden Saisonfinale sind die Fans des HC Erlangen wieder einmal voll auf ihre Kosten gekommen. Mit einem Spiel, das noch einmal die ganze Faszination des Handball-Sports in 60 hart umkämpfte Minuten packte, verabschiedete sich die Mannschaft von Trainer Frank Bergemann in die wohlverdiente Sommerpause.
Von Anfang an hatte sich im Spiel gegen Rostock, nach dem THW Kiel immerhin der zweiterfolgreichste Handball-Verein Deutschlands, ein packender Fight auf Augenhöhe entwickelt. Immer wieder wechselte die Führung, keiner Mannschaft gelang es, in der ersten Hälfte mehr als zwei Tore Vorsprung herauszuwerfen, die dann zumeist auch gleich wieder egalisiert wurde. Es war offensichtlich: Das zum Teil aus international erfahrenen Spielern bestehende Rostocker Team war überhaupt nicht gewillt, nach einer langen Reise die Punkte in Erlangen zu verschenken.
Aber auch die Mannschaft von Trainer Bergemann wollte dem eigenen Anhang, aber auch den sechs Spielern, die ihr letztes Spiel für die Bundesliga-Mannschaft bestritten, ein starkes, ein schönes Ende bereiten. Einer von ihnen war Daniel Stumpf, der sich mit Feuereifer in eine berufliche Zukunft werfen wird. Ihm gelangen nicht nur neun Tore zum Abschluss, in der packenden Schlussphase kam ihm die besondere Rolle zu, das Spiel auf seine Weise zu entscheiden. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff brachte er den Erlanger Siegtreffer zum 30:29 im Rostocker Gehäuse unter. Schon zuvor hatte er das 29:28 erzielt und damit erst den großen Paraden von René Selke in der Schlussphase den Wert geben können, den sie verdient hatten. Es war der Schlusspunkt eines wunderbaren Handball-Abends, des vorerst letzten, bis es Ende August, Anfang September in eine neue Runde gehen wird.

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