Darauf hatten sich die Aktiven des Schachclubs Höchstadt lange gefreut. Als ein Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehens des Vereins war Großmeister Helmut Pfleger am Sonntag in die Kulturfabrik Fortuna gekommen, um sich in einem Simultan-Turnier mit den Schach-Talenten von der Aisch zu messen.

19 Spieler zwischen 13 und knapp 60 Jahren verlangten Pfleger alles ab. Der 68-jährige ehemalige Weltklassespieler schritt von Brett zu Brett und machte Zug um Zug, führte aber nach zweieinhalb Stunden gerade einmal mit 2:0. Doch Pfleger blieb hartnäckig, gab ausgeglichene Partien nicht einfach remis und erhöhte den Druck immer weiter. Er eroberte Bauern um Bauern und erhöhte auf 7:0.

Den einzigen Sieg für die Höchstadter erzielte dann Spitzenspieler Sebastian Dietze. Das Brett 1 der Höchstadter blockierte Pflegers Läufer, gewann einen Springer und zwang Pfleger zur Aufgabe. Auch die talentierte U16-Nachwuchsgruppe rechnete sich viel aus: Lukas Schulz, Christian Koch sowie Alexander und Oliver Mönius boten Pfleger lange Paroli. Koch hatte gar eine hochdramatische Angriffsstellung mit Turmopfer, Springergabeln und vielen Schachgeboten auf dem Brett. Doch letztendlich behielt Pfleger dank seiner Erfahrung die Oberhand.


Wertvolle Erfahrung



Mit Ulli Herdin vom Kronacher SK war ein weiterer Spieler siegreich. Im Springer-gegen-Läufer-Endspiel hatte sich der Regionalligaspieler entscheidende Vorteile erarbeitet. Beim Stand von 16:2 blieb nur noch Zweiter SCH-Vorsitzender Gerhard Leicht übrig. Sechzig Züge und über fünf Stunden lang hatte er mitgehalten, lag aber im Springerendspiel einen Bauern zurück. Ein letzter Fehler führte dann zur Aufgabe und damit zum 17:2. Für alle Höchstadter war es zweifelsohne eine wertvolle Schacherfahrung.

Zuvor hatte Großmeister Pfleger, der als Schach-Autor für die Zeit und die Welt am Sonntag arbeitet, einen Vortrag über Schach im Alter gehalten, gab die eine oder andere Anekdote zum Besten und erzählte auch von einer aktuellen Partie gegen Ex-Weltmeister Kramnik.


Reiner Schulz bleibt Spielleiter



Bereits am Vormittag war der SC Höchstadt Gastgeber der oberfränkischen Mitgliederversammlung gewesen, bei der auch ein neuer Bezirksvorstand gewählt wurde. In den letzten sechs Jahren wurde dieser Posten von Tom Carl aus Weidhausen ausgefüllt, der nun aber nicht mehr kandidierte. Deshalb mussten die Vertreter aus 21 Vereinen einen Nachfolger bestimmen.

Die Wahl fiel schließlich auf den Coburger Ingo Thorn. Neu ist auch Jugendleiter Jan Trinkwalter aus Kronach, der Christoph Kastner aus Bamberg folgt. Die meisten anderen Vorstandsmitglieder wurden ohne Gegenkandidaten und -stimmen wiedergewählt. SCH-Vorsitzender Reiner Schulz bleibt Spielleiter.

In der Mitgliederversammlung wurden der Terminplan besprochen und Pokale für die Meisterspieler und -mannschaften überreicht. Wenig diskutiert wurden die soliden Finanzen, länger ging es um den Rückgang bei den Mitgliederzahlen. Statt 1817 gibt es nur noch 1749 Schachspieler in Oberfranken. Mit rund 80 Mitgliedern ist der SCH die Nummer 3 nach Bamberg und Bindlach.