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Möhrendorf
Fußball

Möhrendorf beweist Geduld und gutes Timing

Der ASV hat sich gegen alle bis auf eine der starken Reserven der Kreisklasse 1 ER/PEG durchgesetzt. In der Relegation gelang zum Jubiläum der Aufstieg.
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Der ASV Möhrendorf feierte seine Rückkehr in die Kreisliga nach 19 Jahren feucht-fröhlich. Hinten v. li.: Alexander Hochstein, Richard Welß, Christopher Storr, Julian Conraths, Christian Seidel, Stefan Welß, Johannes Müller, Florian Bauer, Stefan Rieschel, Kilian Bauer, Trainer Heinz Halmer und dessen Sohn Matteo (9). Vorne v. li.: Jörg Lippert, Tobias Müller, Tobias Schneider, Martin Mader, Andreas Hess, Marc Suffa-Petri und Torwart Daniel Baumann Foto: Sebastian Baumann
Der ASV Möhrendorf feierte seine Rückkehr in die Kreisliga nach 19 Jahren feucht-fröhlich. Hinten v. li.: Alexander Hochstein, Richard Welß, Christopher Storr, Julian Conraths, Christian Seidel, Stefan Welß, Johannes Müller, Florian Bauer, Stefan Rieschel, Kilian Bauer, Trainer Heinz Halmer und dessen Sohn Matteo (9). Vorne v. li.: Jörg Lippert, Tobias Müller, Tobias Schneider, Martin Mader, Andreas Hess, Marc Suffa-Petri und Torwart Daniel Baumann Foto: Sebastian Baumann
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Der ASV Möhrendorf hat gezockt - und gewonnen. Im letzten Saisonspiel der Kreisklasse 1 ER/PEG schonte Heinz Halmer einige seiner Stammspieler. "Es war klar, dass der ATSV Erlangen II gewinnen würde", sagte der Spielertrainer vor der Partie des Tabellenersten gegen Schlusslicht TKV Forchheim (17:0). Da der ASV nicht mehr auf Rang 3 abrutschen konnte, nahm Halmer eine Niederlage gegen den Baiersdorfer SV II in Kauf. Tatsächlich verlor das Team mit 3:4, doch in der Relegation gegen die SpVgg Sittenbachtal ließ der Vizemeister nichts anbrennen (3:0).


13 von 15 Partien gewonnen

Als einzige von sieben ersten Mannschaften der Liga hatte sich Möhrendorf im Spitzenfeld zwischen vier Reserven behauptet. In der Rückrunde gewannen die "Gelb-Schwarzen" 13 von 15 Partien, dennoch reichte es "nur" zu Platz 2. Die entscheidende Begegnung mit dem ATSV ging 0:1 verloren. Immerhin hatten die Zweitvertretungen des SC Eltersdorf (Bayernliga), TV 48 Erlangen (Bezirksliga) und Baiersdorf (Landesliga) das Nachsehen.

"Wir können stolz darauf sein, dass wir Zweiter geworden sind", sagte der 41-Jährige vor dem Aufstiegsduell mit Sittenbachtal. Dass die Möhrendorfer von Anfang an nicht mit ihrem Schicksal haderten, dürfte ihnen am Samstag auf dem Sportplatz des ASV Forth geholfen haben. Da der Verlierer noch eine zweite Chance kriegen würde (Sittenbach tritt am Samstag gegen Hiltpoltstein oder Kersbach an), versprühte der ASV zusätzliche Gelassenheit.

Mit der war es aber beim Betreten des Rasens vorbei. "Wir hatten alle Gänsehaut. Die 800 Zuschauer haben Stimmung für 3000 gemacht", erinnert sich Halmer, der in gut zwei Jahrzehnten Herrenfußball zwar schon sieben Aufstiege und einen Abstieg erlebt, aber noch nie ein Relegationsspiel bestritten hatte. "Dieser Aufstieg war der emotionalste, weil es auf dieses eine Spiel ankam. Gestandene Männer fingen plötzlich das Weinen an", sagt Halmer. Entsprechend wurde anschließend gefeiert. Auf dem ASV-Gelände legte ein DJ auf, wegen Lärmbelästigung bekamen die Kicker sogar Polizeibesuch.


Spontane Feier mit Weisendorfern

"Auf der Kanalbrücke in Möhrendorf haben wir den Bus des ASV Weisendorf abgefangen, der mit seiner zweiten Mannschaft von seinem Relegationsspiel zurückkam", berichtet der Adelsdorfer. Die Gäste hatten da zwar erst ein Drittel ihres Aufstiegswegs zurückgelegt, schlossen sich der Fete aber spontan an. Knapp drei Wochen hat der künftige Kreisligist Verschnaufpause, ehe der Trainer am 5. Juli zur Vorbereitung bittet. Dabei muss er zunächst auf Kapitän Andreas Hess verzichten, der der harten Gangart der Sittenbachtaler zum Opfer fiel und einen Innenbandriss erlitt. Auch Florian Bauer und Tobias Müller gingen angeschlagen aus der Begegnung hervor und hätten in einem weiteren Relegationsspiel nicht mitwirken können.

Das Timing der Halmer-Truppe war indes besser als das der Möhrendorfer Kreisliga-Aufsteiger von 1998. Während diese das 50-jährige Vereinsbestehen um eine Saison verpassten, schafften die jetzigen ASVler den Sprung ins Oberhaus zum 70. Jubiläum. Um die Vorgänger auch in Sachen Aufenthaltsdauer zu übertrumpfen - damals stieg das Team gleich wieder ab -, müssen die Jungs nach der Abschlussfahrt nach Frankfurt langsam den Schalter umlegen. Auf die zu erwartende größere Zuschauerzahl in der Kreisliga, in der deutlich weniger Reserven vertreten sein werden, hat sich Möhrendorf dank Umweg Relegation schon mal gewöhnt. mit anpfiff.info

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