Herzogenaurach

Kurz vor dem Ziel geht die Luft aus

Die TSH-Damen kompensieren die schwere Verletzung von Luisa Frank mit Bravour, aber die fehlenden Wechselmöglichkeiten werden dem Team in Winkelhaid zum Verhängnis.
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Abwehrchefin Luisa Frank (links) verletzte sich in Winkelhaid erneut am Knie - ein großer Schock für die personell sowieso schon gebeutelte Bayernliga-Mannschaft der TS Herzogenaurach.
Abwehrchefin Luisa Frank (links) verletzte sich in Winkelhaid erneut am Knie - ein großer Schock für die personell sowieso schon gebeutelte Bayernliga-Mannschaft der TS Herzogenaurach.
Wenn der Tabellenvierte der letzten Spielzeit beim damaligen Tabellenzweiten zum Auftakt in die neue Saison knapp verliert, klingt das zunächst nicht unbedingt überraschend: Bei der 24:25-Niederlage der Bayernliga-Handballerinnen der Turnerschaft Herzogenaurach beim TSV Winkelhaid lagen die Dinge jedoch etwas anders: Gästecoach Udo Hermannstädter muss heuer auf fünf Leistungsträgerinnen verzichten, und auch beim TSV haben sich die Reihen merklich gelichtet. So standen sich zwei Mannschaften gegenüber, für die es heuer wohl nur um den Klassenerhalt geht. Umso ärgerlicher ist die Pleite für die TSH, die fast die gesamte Partie dominiert und eine Minute vor Schluss noch geführt hatte.

TSV Winkelhaid - TS Herzogenaurach 25:24

Die Partie hatte gerade begonnen, da gab es für die Gäste den ersten Schock: Abwehrchefin Luisa Frank erzielte die
1:0-Führung, verletzte sich aber bei der darauf folgenden Abwehraktion erneut am Knie, nachdem sie ja erst vergangene Saison nach einer Kreuzband-Verletzung ins Team zurückgekehrt war, und musste vom Feld (2.). Der Rest der TSH-Truppe war vorübergehend paralysiert: Dann aber rückte Nina Bestle in den Innenblock und bewies, dass auch sie über ganz hervorragende Abwehrfähigkeiten verfügt. Dahinter zeigte die zuletzt in der zweiten Mannschaft aktive Torfrau Michaela Müller eine großartige Leistung, was zur Folge hatte, dass die TSH von Minute zu Minute sicherer wurde und kein einziges Mal im Spiel zurück lag - bis zur 60. Minute.
Zunächst aber schafften es die Gäste, den Vorsprung auf drei Tore auszubauen. "Trotzdem haben wir zu viele Gegenstoßchancen ausgelassen und es verpasst, die Begegnung vorzeitig zu entscheiden", sagte Hermannstädter später. Symptomatisch war die letzte Minute vor der Pause, als die TSH bei eigener Überzahl nichts mit dem Vorteil anfangen wusste, und stattdessen der Gegner auf 7:10 verkürzte.
Im zweiten Spielabschnitt zeigte sich, dass Viktoria Egle, Bestle und Alexandra Dodan mit tragenden Aufgaben sowohl in der Defensive als auch im Angriff an ihre Grenzen kamen, da die Herzogenauracherinnen nur eine einzige Auswechselspielerin zur Verfügung hatten. So wurde die Partie immer ausgeglichener und war nun heftig umkämpft. "Ich bin froh, dass wir zwei ausgezeichnete Schiedsrichter hatten, die dazu beitrugen, dass die Begegnung trotz allem Einsatz fair verlief", betonte der TSH-Coach.

Siebenmeter vergeben

Er versuchte, die Angriffsaktionen etwas zu variieren, agierte mehrmals mit zwei Kreisläuferinnen, doch die Kräfte schwanden zunehmend, während Winkelhaid personell immer noch gut besetzt war und viel durchwechseln konnte. Vor allem der Torhütertausch nach der Pause wurde zum Knackpunkt für die Gäste, die nun immer öfter beste Chancen selbst frei vom Kreis vergaben. Unter Aufbietung aller Kräfte konnte die TSH wenigstens noch auf einen Punkt hoffen, ehe sie in der letzten Spielminute einen Siebenmeter vergab und postwendend das 25. Gegentor kassierte. Das war auch darauf zurückzuführen, dass der vor der Pause geschlossene Abwehrverband in den zweiten 30 Minuten zunehmend Löcher aufwies.
"Es gab in der Begegnung zwei Knackpunkte, die uns die Punkte gekostet haben. Beide lassen sich auf unsere fehlenden Wechselmöglichkeiten zurückführen. Es gab keine Verschnaufpausen für meine Spielerinnen und die Kräfte schwanden. Ansonsten war ich in Anbetracht der Umstände über weiter Phasen angesichts zufrieden, besonders Michaela im Tor sowie Mannschaftsführerin Katrin Kräck haben mich positiv überrascht. Auch die 16-jährige Saskia Probst hatte tolle Aktionen, doch da sie tags zuvor wegen ihres Doppelspielrechts ein kräfteraubendes Turnier für die Bayernliga-Jugend des ESV Regensburg bestreiten musste, stieß sie zwangsläufig an ihre körperlichen und mentalen Grenzen", betonte Udo Hermannstädter, der auch von Alexa Dodans Debüt angetan war.

Kräfte besser einteilen

Mannschaftsführerin Katrin Kräck ärgerte sich mit ihrem Team über die liegen gelassenen Punkte, meinte aber, dass man angesichts der personellen Probleme zukünftig nicht mehr 60 Minuten lang powern, sondern bestrebt sein sollte, die Kräfte besser einzuteilen.

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