Einen nahezu sensationellen Auftritt legte Konstantin Wedel vom TSV Höchstadt bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Wattenscheid hin. Der 18-Jährige qualifizierte sich im Lohrheide-Stadion über 3000 Meter Hindernis als einziger Deutscher für die U20-Weltmeisterschaften in Barcelona. Damit startet im vierten Jahr hintereinander ein TSVler bei einer internationalen Meisterschaft.
1,53 Sekunden fehlten dem Neuzugang des TSV Höchstadt zur Norm nach seinem Rennen in Regensburg. Der Rest der deutschen Konkurrenz war da schon ausgeschieden. Bei den deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen musste er seine letzte Chance für eine Zeit unter 9:02,00 min. nutzen, um das erste Mal das Nationaltrikot tragen zu können. In Regensburg war ihm noch Vereinskollege Martin Grau als "Zugpferd" zur Verfügung gestanden, in Wattenscheid musste er sein eigenes Rennen absolvieren.
Zu Beginn machte Tim Stegemann aus Spandau mächtig Druck. Martin Grau wollte das hohe Tempo nicht mitgehen und auch Konstantin Wedel sortierte sich erstmal am Ende des spärlichen Neunerfeldes ein. Nach einem Kilometer lagen beide noch im von Trainer Markus Mönius vorgegebenen Zeitfenster, Grau bei 2:54 min., Wedel bei 2:58 min. Während Grau auf dem zweiten Kilometer die harten Trainingseinheiten der letzten Wochen noch in den Knochen zu hängen schienen, hatte Wedel andere Probleme. Er fand selten den richtigen Rhythmus zu den Hindernissen und verlor dort immer wertvolle Zeit. Von Vorteil war, dass Marcus Schöfisch aus Erfurt und Jannis Töpfer aus Wattenscheid vor ihm deutlich abbauten und sich der 18-Jährige an beide heranlaufen konnte.
Auf der Schlussrunde merkte dann auch Martin Grau, dass er den letzten Kilometer verschlafen hatte und zog zu einem langen Endspurt an. Diesmal reichte es aber nicht mehr, um die Konkurrenz einzuholen und um eine Medaille zu laufen. In 8:50,68 min. fehlten ihm 2,5 Sekunden zu Bronze. Anders als in Regensburg registrierte dagegen Wedel, dass er mit einer schnellen Schlussrunde die Chance am Schopf packen kann. Mit 9:00,52 min. kam er als Siebter ins Ziel und wusste sofort, dass es gereicht hatte. Keine Spur von Erschöpfung, sondern großer Jubel bei ihm und dem ganzen TSV-Team.
Damit qualifizierte er sich in seinem ersten dritten Hindernisrennen überhaupt für die U20-Weltmeisterschaften in Barcelona Mitte Juli. Für Trainer Mönius ging damit ein Traum in Erfüllung.
Der Höchstadter Marco Kürzdörfer hatte über 800 Meter die große Chance, erneut in das Finale bei deutschen Meisterschaften einzuziehen. Am Ende hätten 1:51,52 min. gereicht, eine Zeit die er in dieser Saison schon unterboten hatte. Doch in einem insgesamt langsamen Vorlauf konnte er 200 Meter vor dem Ziel etwas eingekeilt nicht frei beschleunigen. Als Sechster kam er in 1:52,48 min. ins Ziel und haderte danach mit der verpassten Chance. Damit warten er und sein Trainer in dieser Saison noch auf ein optimales Rennen, denn von den Zubringerwerten her hat er zur Zeit deutlich mehr drauf. Das nächste große Ziel für ihn heißt nun die deutsche Juniorenmeisterschaft Ende Juli in Kandel.

Katharina Schreck im Finale


Für die TS Herzogenaurach startete Katharina Schreck im Dreisprung. Die 25-Jährige war nach eher mäßigen Leistungen im Vorfeld als Achtbeste des Teilnehmerfeldes gemeldet und hatte sich das Erreichen des Finales der besten acht Springerinnen als Ziel gesetzt. Dies gelang ihr bereits mit ihrem zweiten Sprung, mit dem sie bei 12,83 Metern landete. Dies sollte allerdings auch ihr weitester Satz bleiben. Im Finale ging sie ein höheres Risiko, was ihr zwei ungültige Versuche einbrachte, einmal sprang sie noch auf 12,64 Meter.
Wie Trainer Peter Müller bereits im Vorfeld vermutet hatte, waren die Top-Athletinnen, die den Sport mehr oder weniger hauptberuflich ausüben, zu stark. Jenny Elbe (Dresdner SC) gewann mit 14,06 Metern vor Katja Demut (LC Jena, 13,68 Meter) und Kristin Gierisch (LAC Erdgas Chemnitz, 13,43 Meter).