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Höchstadt a. d. Aisch
Leichtathletik

Höchstadter siegen beim Pfingstsportfest

Beim Pfingstsportfest in Berlin holen sich Alina Mönius und Martin Grau Gold, die anderen TSV-Talente überzeugen mit guten Ergebnissen in der starken, internationalen Konkurrenz.
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Martin Grau (links) feiert über 1500 Meter einen überlegenen Sieg. Fotos: privat
Martin Grau (links) feiert über 1500 Meter einen überlegenen Sieg. Fotos: privat
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Seit über 20 Jahren machen sich die Höchstadter Leichtathleten im Zweijahresrhythmus auf den Weg nach Berlin, um am Pfingstsportfest des TSV Tempelhof/Mariendorf teilzunehmen. Mit über 30 Aktiven, Betreuern, Eltern und Geschwistern weilten die Mittelfranken vier Tage in der Bundeshauptstadt. Am Sportfest nahmen 1000 Aktive aus dem ganzen Bundesgebiet, Dänemark, Norwegen und Polen teil. Mit Siegen von Alina Mönius (Kugel, Diskus) und Martin Grau (1500m) und weiteren Top-Ergebnissen mussten sich die Franken nicht verstecken.

"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", war der Leitspruch auf der mehr als sechsstündigen Anreise. Mehrere Staus und hohes Verkehrsaufkommen machten die Fahrt zum Geduldsspiel. In Berlin richteten sich die Aischtaler in einer Grundschulturnhalle ein. So konnten alle Aktiven auch die Zeit nutzten, um die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt zu erkunden oder in Kreuzberg den mit einer Million Besuchern stattfindenden Karneval der Kulturen zu besuchen.

Eine neue Sprinthoffnung

Aus sportlicher Sicht konnten die TSVler überzeugen. Im Schülerbereich starteten Janos Hübschmann und Till Stummer. Da der TSV kein eigenes Kinderteam stellen konnte, durften die beiden Zehnjährigen im Team des TSV Marktleeberg antreten. Mit seinem ersten Sprung über vier Meter steuerte Janos wertvolle Punkte für gesamtrang 6 bei. Jan Hippenstiel (M13) schaffte seinen ersten 60-Meter-Hürdenlauf in 11,05 Sekunden, in seiner Paradedisziplin Speerwurf kam er mit rund 31 Metern auf Platz 4.

Zur neuen Sprinthoffnung entwickelt sich die 13-jährige Lea Heidenreich. Bei widrigen Bedingungen führte sie im 75-Meter-Finale bis 15 Meter vor dem Ziel vor der aktuellen deutschen Nummer 1, Lea-Jasmin Riecke. Auf den letzten Metern musste sie sich der 1,78 Meter großen Berlinerin mit einer Zehntelsekunde geschlagen geben. Mit 9,94 Sekunden belegt sie aktuell Platz 3 in Deutschland, wird sich im Laufe der Saison aber noch steigern können. Im 60-Meter- Hürdenlauf (11,44s) und Weitsprung (4,43m) hat Lea Heidenreich noch Steigerungspotenzial.

Ohne Vorbereitung zum Sieg

Alina Mönius (W15) avancierte in Berlin zur erfolgreichsten Höchstadterin. Ihr Sieg im Diskuswurf ist hoch einzuschätzen, weil sie sich eigentlich für ihren Hürdenlauf vorbereitete und auch Trainer Georg Wegrath nichts von der kurzfristigen Zeitplan-Änderung mitbekommen hatte. So eilte sie noch mit Laufspikes zum Diskusring und absolvierte völlig unvorbereitet bei Dauerregen ihren Wettkampf. Am Nachmittag ließ sie dann mit persönlicher Bestleistung im Kugelstoßen (11,54 m) Sieg Nummer 2 folgen.

In der Klasse U18 absolvierte Felix Eck an zwei Tagen einen Fünfkampf, bei dem er vor allem im 100-, 200- und 400-Meter-Sprint überzeugte. Auch das komplette Top-Team ließ es sich nicht nehmen, nach Berlin zu reisen. Trainer Markus Mönius schlug Rennen in München und Rehlingen aus, um mit seinen Aktiven in Berlin zu starten. Der Veranstalter engagierte extra für die Höchstadter einen Hasen über 800 und 1500 Meter, um zu diesem frühen Saisonzeitpunkt bereits gute Ergebnisse zu erzielen. Zunächst startete ein TSV-Quartett über 800 Meter: Zacharias Wedel hatte nach langer Trainingspause noch deutlichen Leistungsrückstand. Erfreulicher verlief der Auftritt von Christian Amon, der erstmals unter der Zwei-Minuten-Marke blieb und beinahe noch Vereinskollege Tobias Budde abfangen hätte, der in seinem ersten ernsthaften Saisonrennen in 1:57 Minuten finishte.

Einbruch auf der Zielgeraden

Marco Kürzdörfer startete im schnellsten Lauf. Nach flotten 54 Sekunden über 400 Meter und einem Angriff auf die Spitze ereilte ihn 70 Meter vor dem Ziel ein unerklärlicher Leistungseinbruch, der ihn auf Platz 4 zurückwarf. Cheftrainer Mönius hat aktuell keine Erklärung für dieses Phänomen, da die Trainingswerte des 21-jährigen Adelsdorfers so gut wie nie sind. Ein umfangreiches Blutbild und weitere Tests sollen in Kürze Aufschluss geben.

Trotz großer Frustration stelle sich der Vollblutsportler am nächsten Tag neben Martin Grau und Konstantin Wedel an die Startlinie über 1500 Meter (A-Lauf). Tobias Budde musste mit muskulären Problemen passen. Der engagierte Hase verließ nach 1:59 Minuten (800 Meter) das Rennen. Nur Martin Grau konnte zu diesem Zeitpunkt das hohe Tempo annehmen, musste aber die Führungsarbeit alleine übernehmen. Das änderte jedoch nichts am überlegenen Sieg des Biengartners, der nach 3:50 Minuten vor einem Starter aus Norwegen die Ziellinie überschritt. Kleiner Wermutstropfen: Grau hatte sich vorgenommen, unter 3:49 Minuten zu bleiben. Marco Kürzdörfer zeigte sich gut erholt vom Vortag und schob sich im Endspurt auf Platz 4 (3:52) vor. Konstantin Wedel traute sich im Mittelteil nicht, an Kürzdörfer dranzubleiben und finishte in 3:55 Minuten als Zwölfter. Im B-Lauf erreichte Christian Amon eine weitere Bestleistung (4:05).

Auf der Rückreise am nächsten Tag machte ein Teil der Gruppe noch einen Abstecher in die Filmstudios Babelsberg. Das Resümee aller Beteiligten war einhellig, die Hauptstadt ist eine Reise wert und in zwei Jahren gilt wieder: "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin."

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