Heßdorf
Fussball

Himmel und Hölle in Heßdorf

Zur Winterpause stand die SpVgg Heßdorf auf dem ersten Tabellenplatz der Kreisliga 1, zur Zeit wechseln sich Licht und Schatten ab.
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Trainer Michael Green gibt bei der SpVgg Heßdorf klare Anweisungen, wünscht sich auf dem Platz aber mehr Eigeninitiative von seinen Spielern. Foto: anpfiff.info
Trainer Michael Green gibt bei der SpVgg Heßdorf klare Anweisungen, wünscht sich auf dem Platz aber mehr Eigeninitiative von seinen Spielern. Foto: anpfiff.info
Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga wusste man bei der SpVgg Heßdorf nicht so recht, wie erfolgreich dem Abwärtstrend entgegengewirkt werden kann. Aller Skepsis zum Trotz drehte das Team von Trainer Michael Green im Eröffnungsspiel ein 0:2 gegen den ASV Weisendorf in ein 3:2 und wurde danach von einer Eigendynamik ergriffen, die Sieg um Sieg zur Folge hatte. Doch der Jahreswechsel tat dem Kreisliga-Tabellenführer nicht gut. Gleich im ersten Rückrundenspiel gegen den FC Herzogenaurach gab es einen Dämpfer: "Wir waren in Überzahl 60 Minuten lang überlegen, spielten am Ende aber nur 1:1", sagte Green unserem Partnerportal anpfiff.info.

Und ähnlich ging es weiter: Einem 0:1 gegen Röttenbach folgte ein optimistisch stimmendes 4:2 gegen Großdechsendorf. Doch die 0:1-Pleite gegen Buckenhofen und das torlose Remis im Derby gegen Großenseebach bewirkten ein Abrutschen auf Rang 4.
"Wir haben nicht dieselbe Energie auf den Platz gebracht, wie noch in der Hinrunde", bemängelte Green. "Wenn es mal nicht läuft, haben wir keinen drin, der die Ärmel hochkrempelt und die Richtung vorgibt. Und Anweisungen von außen bringen nichts, weil die Spieler ihre Scheuklappen aufhaben", erklärt der Trainer.

Die Heßdorfer müssen an ihrer mentalen Verfassung arbeiten - und an der Disziplin. 2016 gab es die ersten Platzverweise der Saison gegen die SpVgg. Gegen Röttenbach mussten drei Heßdorfer vorzeitig zum Duschen - der Knackpunkt im Spiel. Gegen Großdechsendorf flog Stefan Marxer wegen einer Notbremse. Green ist zwar nicht mit allen Entscheidungen der Schiedsrichter einverstanden, macht aber klar: "Bei den Roten Karten dürfen wir die Fehler nicht bei anderen suchen." Dabei gesteht Green seinen Spielern Fehler zu, sagt ihnen das immer wieder. Trotzdem haben diese zu oft Angst davor, welche zu machen. Anders kann er sich die "teils verklemmten Auftritte" nicht erklären.

In den nächsten vier Spielen geht es für Heßdorf gegen die Mannschaften, die gerade ganz unten in der Tabelle stehen. Um weiter im Kampf um die vorderen Plätze dabei zu bleiben, sollten Siege her. Zunächst geht es gegen die SpVgg Erlangen II, die zuletzt mit 1:9 gegen Weisendorf verlor. Trotzdem wollen Trainer und Mannschaft den Gegner nicht unterschätzen. Zudem fehlen Lukas Heinlein, Sebastian Bräunig sowie drei der vier Rotsünder. "Wir wollen die Saison nicht abschreiben, obwohl wir auch jetzt besser dastehen als viele vorher geglaubt haben", versichert der Trainer, der sich von den jüngsten Rückschlägen nicht verunsichern lässt. "Bei uns liegen Himmel und Hölle sehr eng beieinander. Sachen die in dem einen Spiel funktionieren, klappen eine Woche später wieder nicht."

Neben dem Führungs-Trio will Heßdorf weiter vorn mitmischen. "Realistisch gesehen wird an Herzogenaurach und Weisendorf qualitativ kein Weg vorbeigehen. Weisendorf hat in Bestbesetzung zehn überdurchschnittliche Bezirksligaspieler auf dem Feld und auch Herzogenaurach hat einige Schlüsselspieler drin. Bei Adelsdorf gibt es ebenfalls zwei, drei Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Von denen haben wir mit Stefan Marxer nur einen. Trotzdem wollen wir weiterhin oben dabei bleiben. Wir müssen an uns glauben", fordert Green.

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