Höchstadt
Eishockey

Grenzenloser Jubel beim HEC

Nach nur einem Jahr Abstinenz kehren die Alligators in die Bayernliga zurück. Das Team von Daniel Jun machte auch im Rückspiel gegen Landsberg deutlich, dass es sich diesen Erfolg in einer langen Saison ehrlich verdient hat.
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Die Freude schäumte über bei den Alligators. Sekt, Bier - Flüssigkeiten, die sich in Flaschen zum Sprudeln bringen lassen - alles war am Sonntagabend recht, um die obligatorische Siegerdusche zu nehmen. Kurz vorher hatten die Höchstadter Eishockey-Cracks das geschafft, wovon der gesamte Verein fast ein hartes Jahr lang geträumt hatte: Die Rückkehr in die Bayernliga. "Mission abgeschlossen", war dementsprechend auf den Aufsteiger-T-Shirts zu lesen, die die HEC-Spieler kurz nach der Schlusssirene übergeworfen hatten, um mit den 900 Anhängern im Eisstadion am Kieferndorfer Weg zu feiern - Siegerzigarre und Gewinnerlächeln inklusive.
Dabei hatte eigentlich niemand ernsthaft daran gezweifelt, dass die Alligators sich nach dem 10:4-Erfolg vom Freitag im Rückspiel gegen den HC Landsberg noch die Butter vom Brot nehmen lassen würden. Dazu gesellte sich dann noch die Tatsache, dass die Oberbayern nur mit einer Rumpftruppe an die Aisch gereist waren und damit ihrer Beteuerung Nachdruck verliehen, selbst gar nicht aufsteigen zu wollen.
Die Höchstadter ließen sich davon aber nicht beeinflussen und zeigten von Beginn an mit Tempo-Eishockey und schönen Spielzügen, dass sie die Partie unbedingt mit einem der Bayernliga würdigen Auftritt bestreiten wollten. Und auch die Gäste taten im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles dafür, dass die Mittelfranken sich keinen geschenkten Sieg nachsagen lassen müssen. Wirklich spannend wurde es aber nicht: Schon Minuten vor Schluss sang die freudetrunkene HEC-Anhängerschaft: "Nie mehr Landesliga, nie mehr, nie mehr."
Die Motivation auf dem Eis bis zur letzten Sekunde hoch zu halten sei trotzdem nicht schwer gewesen, erklärte Goalie Michael Herzog. "Wir haben alle ein halbes Jahr lang sechsmal pro Woche hart dafür gearbeitet, heute hier zu stehen. Und da willst du auch in den letzten 60 Minuten alles geben, auch wenn dir im Hinterkopf herum schwirrt, dass du es eigentlich schon geschafft hast." Deshalb ist Herzog vor allem erleichtert. Denn es war trotz manchmal recht deutlicher Ergebnisse eine schwierige Saison. "Wir haben schon enorm unter Druck gestanden, vor allem, weil wir den Aufstieg gleich von Anfang an als Ziel ausgegeben haben. Dass uns das gelungen ist, ist Wahnsinn."

Höchstadter EC - HC Landsberg 7:2


Das Spiel an sich ist schnell erzählt. Die Alligators gaben vom ersten Bully weg mächtig Gas und boten den Zuschauern in den Anfangsminuten Einbahnstraßen-Eishockey vom Feinsten. Sergej Hausauer eroberte die Scheibe und passte auf Daniel Tratz, der mit einem trockenen Schuss ins lange Eck den Torreigen eröffnete (2.). Nur zwei Minuten später zog der HEC in Überzahl ein feines Powerplay über Jan Michalek und Daniel Jun auf, der passte zurück an die blaue Linie, von wo Pavel Weiß den Puck zum 2:0 in die Maschen drosch. Auch aus dem Gewühl heraus waren die Höchstadter erfolgreich. Über Hausauer und Stephan Hiendlmeyer gelangte das Spielgerät zu Tratz, der nicht lange fackelte und nachlegte (8.). Dann geriet die Tormaschine etwas ins Stocken, ehe Markus Babinsky in der 16. Minute Anton Gluchich in Szene setzte, und der fast wie bei einem Penalty allein auf Goalie Christoph Mayr zuraste und das 4:0 machte.
Auch im zweiten Drittel ging es munter weiter, auch wenn die letzte Konsequenz fehlte. Einen Konter über Jun schloss Sikorski mit dem 5:0 ab (24.). Und zwei Minuten später gelang den Gästen durch Alexander Wedl der verdiente Ehrentreffer, der beflügelnd wirkte. Doch Michael Herzog im HEC-Tor hielt sich schadlos. Mitten in der Landsberger Drangphase passte Sikorski zu Jun, der hielt von der blauen Linie drauf und der Puck schlug zum 6:1 ein.
Im Schlussabschnitt versuchten die Alligators weiter, schönen, zielstrebigen Eishockey zu bieten, doch die Scheibe wollte den Weg ins Tor nicht finden. So ist es nicht verwunderlich, dass der Treffer zum Endstand, der Hiendlmeyer zugeschrieben wurde, eigentlich ein Eigentor war. Das zwischenzeitliche 6:2 durch Marius Dorner war nur Ergebniskosmetik.

Die Statistik zum Spiel


Höchstadter EC -HC Landsberg 7:2 (4:0, 2:1, 1:1)

Höchstadter EC: Tor: Herzog, Feeser; Verteidigung: Sikorski/Stütz, Kaczmarek/Weiß, Babinsky, Weiß;
Angriff: Jun/ Hiendlmeyer/Michalek, Tratz/ Hausauer/Stribny, Grau/Gluchich/ S. Goblirsch, Lenk, Dietrich

HC Landsberg: Tor:
Mayr; Verteidigung: Wedl/Zivanovic, Heringer/Eisenloher;
Angriff: Hess/Dorner/Möhle, Klemm/ Rossi/Thebing

SR: Stretz, Guck
Zuschauer: 900
Tore: 1:0 Tratz (2.), 2:0 Weiß (4.), 3:0 Tratz (8.), 4:0 Gluchich (16.), 5:0 Sikorski (24.), 5:1 Wedl (26.), 6:1 Jun (28.), 6:2, Dorner (45.), 7:2 Hiendlmeyer (54.)
Strafzeiten: HEC 6/ HCL 8 + 10
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