Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey-Bayernliga

Genial - grottig - gut gegangen

Nach einer 5:1-Führung hätten die Alligators das letzte Vorrundenspiel fast noch vergeigt. Doch ein nicht gegebenes Tor des Aufsteigers aus Landsberg war der Weckruf zur rechten Zeit.
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HEC-Stürmer Ales Kreuzer (rechts) hatte im ersten Drittel Pech mit seinen Abschlüssen, war aber entscheidend am 6:5-Siegtreffer durch Patrik Dzemla beteiligt. Fotos: Picturedreams
HEC-Stürmer Ales Kreuzer (rechts) hatte im ersten Drittel Pech mit seinen Abschlüssen, war aber entscheidend am 6:5-Siegtreffer durch Patrik Dzemla beteiligt. Fotos: Picturedreams
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Die Wiedergutmachung für die Pleite im Hinspiel ist den Höchstadt Alligators geglückt. Zumindest phasenweise. Denn gegen die Riverkings aus Landsberg gingen Genie und Wahnsinn Hand in Hand. Nach anderthalb starken Dritteln und einer 5:1-Führung drohte die Partie dem HEC vollends zu entgleiten. Doch Daniel Jun und Co. rissen sich rechtzeitig wieder zusammen und zementierten mit dem 6:5-Sieg Platz 2 in der Bayernliga. Trotzdem war der Spielertrainer bei der anschließenden Pressekonferenz unzufrieden. Mit einer solch wackeligen Leistung wird es schwer, über das Play-off-Viertelfinale hinaus zu kommen.

Höchstadter EC - HC Landsberg 6:5

Die Partie hatte noch gar nicht richtig angefangen, da passte Daniel Jun von der Bande zum im Zentrum postierten Tomas Urban. Der hielt einfach mal drauf und schon stand es 1:0 für den HEC. Mit der frühen Führung im Rücken zogen die Alligators in der Folge feinstes Tempo-Eishockey auf und erspielten sich eine Reihe hochkarätiger Möglichkeiten. Doch Jun, Markus Babinsky und Marc Kaczmarek schafften es nicht, Schedlbauer im Landsberger Tor zu überwinden. Genauso wenig wie Ales Kreuzer, der es mit der Rückhand versuchte, nachdem er zuvor am Außennetz gescheitert war.
Doch nachdem die Bemühungen nichts eingebracht hatten, nahmen die Höchstadter Mitte des Drittels den Fuß wieder vom Gas. Prompt kam auch Landsberg zu Möglichkeiten, doch Goalie Ronny Glaser war bei Schüssen von Turner sowie Markus und Dominik Kerber (9., 10.) auf dem Posten. Danach neutralisierten sich die Kontrahenten weitgehend, wobei der HEC optische Vorteile hatte. Einziger Aufreger in dieser Phase blieb ein kleiner Boxkampf zwischen Thilo Grau und Maag (16.), die sich beide für 2+2 Minuten auf der Strafbank abkühlen durften. Erst in der Schlussminute wurde es auch vor den Toren wieder lebhaft. Erst vergab Rohde die mögliche Chance zum Ausgleich, dann setzt Jun zum Solo an und traf - unter Bedrängnis - im Nachschuss zum 2:0-Pausenstand.

Hohe Führung gibt keine Sicherheit

Im zweiten Abschnitt kehrte die Spiellaune des HEC zurück. Jun erhöhte nach Vorarbeit von Grau und Urban auf 3:0 (24.), Daniel Sikorskis krachender Distanzschuss landete nur am Pfosten. Auch das 3:1 durch Gäbelein (26.) nach einem Konter tat der Dominanz der Hausherren keinen Abbruch: Urban nach einem schönen Spielzug (32.) und Hiendlmeyer (33.) schraubten das Ergebnis auf 5:1 nach oben. Doch die hohe Führung tat dem Spiel der Alligators nicht gut. Spannung und Konzentration fielen ab, was die Riverkings als Einladung verstanden und es wieder zurückfanden. Allerdings waren die Treffer von Tausend (34.) und erneut Gäbelein (40.) echte Geschenke.

Landsberg setzt alles auf eine Karte

Leider setzte sich die lasche Vorstellung der Alligators auch im Schlussdrittel fort. Ein katastrophaler Fehlpass leitete einen Konter ein, den Gäbelein zum Anschlusstreffer verwertete (44.). Drei Minuten später zappelte der Puck erneut im Höchstadter Netz. Weil das Tor aber verrutscht war, zählte der Treffer nicht. Glück für den HEC. Doch wenig später nutzte Rohde einen Abpraller aus dem Gewühl heraus zum inzwischen verdienten Ausgleich (55.). Die Gäste hatten Blut geleckt und setzten nun alles auf eine Karte - zum Glück für die Aischgründer, die zumindest ihre Einsatzfreude wiederfanden. Denn in der 59. Minute bekamen sie - nach einem missglückten Landsberger Angriff - Gelegenheit zum Kontern: Kreuzer und Jun setzten Patrik Dzemla in Szene, der dem Goalie aus der Halbdistanz keine Chance ließ und den 6:5-Siegtreffer markierte.

Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC -HC Landsberg 6:5 (2:0, 3:3, 1:2)

Höchstadter EC: Tor: Glaser, Schnierstein; Verteidigung: Stütz/Sikorski, Knaup/Babinsky, Ryzuk/Kaczmarek; Angriff: Jun/Grau,/Urban, Vojcak/Dzemla/Kreuzer, Hiendlmeyer, Tratz

HC Landsberg: Tor: Schedlbauer, Güßbacher; Verteidigung: Barnsteiner, Maag, Geisberger, Schäffler, Turner; Angriff: Tausend, Grünauer, Dörner, Fischer, D. Kerber, RohdeS. Kerber, M. Kerber, Gäbelein, Dolezal

SR: Martin Grech, Petr Fiala, Jan Kaderabek
Zuschauer: 500

Tore: 1:0 Urban (1.), 2:0 Jun (20.), 3:0 Jun (24.), 3:1 Gäbelein (26.), 4:1 Urban (32.), 5:1 Hiendlmeyer (33.), 5:2 Tausend (34.), 5:3 Gäbelein (40.), 5:4 Gäbelein (44.), 5:5 Rohde (55.), 6:5 Dzemla (59.)
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