Herzogenaurach
Handball-Bayernliga

Gegner und Ball beherrscht

Einen in dieser Höhe nicht für möglichen Erfolg feierten die TSH-Damen, erkauften diesen aber teuer. Mit Viktoria Egle fällt wohl eine weitere Leistungsträgerin verletzt aus.
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TSH-Neuzugang Chrissi Bittner (rechts) übernahm nach der Pause Verantwortung und steuerte vier Treffer zum deutlichen Sieg über die HSG Fichtelgebirge bei. Fotos: herzopress
TSH-Neuzugang Chrissi Bittner (rechts) übernahm nach der Pause Verantwortung und steuerte vier Treffer zum deutlichen Sieg über die HSG Fichtelgebirge bei. Fotos: herzopress
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In einem denkwürdigen Bayernliga-Spiel düpierten die Handballerinnen der Turnerschaft Herzogenaurach die HSG Fichtelgebirge. War die Deutlichkeit des Sieges schon überraschend, waren es die extremen Widrigkeiten, unter denen das Team von Trainer Hans-Jürgen Kästl den Kontrahenten 60 Minuten lang beherrschten. "Diesen Sieg haben wir auch für unseren langjährigen und treuen Fan Gerd Günther errungen, der völlig überraschend verstorben ist", sagte Kapitänin Katrin Kräck unmittelbar nach dem Abpfiff.


TS Herzogenaurach - HSG Fichtelgebirge 33:23

Mit einem imposanten Start waren die Gastgeberinnen bestrebt, das Geschehen von Beginn an selbst zu gestalten. Dank einer stabilen Abwehr einschließlich Torfrau Annika Bernhardt fand man auch offensiv gut ins Spiel. Die TSH dominierte und setzte sich über 6:2 und 8:5 bis auf 16:7 ab.
Besonders bemerkenswert war die Leistungsexplosion von Sarah Stephan, die weder regulär noch mit Härte zu stoppen war. Begünstigt durch die Pressdeckung gegen Alexa Dodan fand die Außenangreiferin immer wieder Lücken für erfolgreiche Abschlüsse. Nachdem Viktoria Egle mit dem Verdacht auf einen Kreuzbandriss verletzt vom Feld musste (25.), nahmen die Gäste auch Stephan in Sonderbewachung. Doch die TSH behielt ihren Schwung und ging mit acht Toren Vorsprung in die Pause.


Spielfluss kommt ins Stocken

Kästl gab Instruktionen für den Umgang mit der Doppeldeckung, aber da die im Training noch nicht auf dem Programm stand, taten sich die TSHlerinnen im zweiten Durchgang schwer, und der Spielfluss kam ins Stocken. Nun aber zeigte sich, wie sehr die Mannschaft in sich gefestigt ist. Die enorm selbstbewusste Janka Kräck, Neuzugang Chrissi Bittner, Katrin Kräck, die nach der langen Verletzungspause mit einer großartigen Leistung aufwartete, oder auch Elena Lichtscheidel zeigten sich der besonderen Situation gewachsen. Und dann war da noch Steffi Mittasch, die nachhaltig bewies, warum ihr Trainer so große Stücke auf sie hält. Mit ihrem kraftvollen Auftreten löste sie sich ein ums andere Mal von den Gegnerinnen.
Dies war besonders hilfreich, als auch noch Stephan für zehn Minuten verletzt auf der Bank saß. Wichtig war es beim Spielstand von 25:19 in der 50. Minute auch, dass die jetzt im Tor stehende Michaela Müller kurz nacheinander zwei Strafwürfe parierte. In einer zunehmend hektischen Begegnung verloren nun auch die Schiedsrichter ihre Linie. Kästl monierte zum Beispiel die unterschiedlichen Auslegungen bei Fouls: Während die HSG in der Regel nur mit einem Siebenmeter bestraft wurden, gab es für Herzogenaurach zusätzlich meist noch zwei Strafminuten obendrauf.


Alexa Dodan muss mehr eingebunden werden

Letztlich hatte dies aber keinen Einfluss auf einen "Fight" , dessen deutlicher Ausgang so nicht hatte erwartet werden können. Die 100 Zuschauer erlebten ein Musterbeispiel dafür, wie ein Team über sich hinaus wachsen kann, wenn die Chemie stimmt. Und dies ist bislang offensichtlich der Fall. Wünschenswert wäre, dass Alexa Dodan mehr ins Angriffsspiel eingebunden werden könnte. Durch die Pressdeckung hatte die wurfstärkste TSHlerin nach der Pause nur vier Ballkontakte.
"Ich kann mich nur bedingt über den Sieg freuen angesichts der schweren Verletzung von Vicky Egle. Sollte auch sie länger ausfallen, wäre der Erfolg sogar als Vier-Punkte-Sieg zu werten. Ich bin begeistert von der Moral und Energie, welche die Mädels auch heute wieder eingebracht haben", sagte Trainer Kästl hinterher.

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