Herzogenaurach
Triathlon

Ein Traum geht in Erfüllung

Lasse Ibert wollte den 30. Herzoman unbedingt gewinnen und ließ sich von nichts und niemanden davon abbringen. Auch bei den Frauen setzte sich mit Julia Schübel eine der Favoritinnen durch.
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Bis zu sechs Mann auf einer Bahn: Obwohl es 16 Startergruppen gab, ging es im Herzogenauracher Freibad wieder sehr eng zu. Fotos: herzopress / Johannes Höllein
Bis zu sechs Mann auf einer Bahn: Obwohl es 16 Startergruppen gab, ging es im Herzogenauracher Freibad wieder sehr eng zu. Fotos: herzopress / Johannes Höllein
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Erschöpft, aber glücklich sanken viele der insgesamt 489 Triathleten, die das Ziel erreicht hatten, auf den Rasen im Stadion der Turnerschaft Herzogenaurach. Der 30. Herzoman war geschafft, die eigene Bestmarke aus dem Vorjahr unterboten. Doch das kleine Jubiläum bot keinen Platz für Superlative, dazu waren nicht genug Top-Sportler in die Schuhstadt gekommen. Diejenigen, die da waren, schöpften ihr Potenzial aber voll aus.
So wie Lasse Ibert, der sich nach Platz 3 im vergangenen Jahr unbedingt den Traum vom Gesamtsieg verwirklichen wollte. "Ich bin seit sechs Jahren dabei und nie hat es zum ganz großen Wurfe gereicht. Deshalb bin ich heute überglücklich", sagte der 29-Jährige in Diensten der Teams Arndt und Schaeffler. Letztes Jahr hatte Ibert, der damals noch reiner Radfahrer war, den Herzoman noch als Ausgleich genutzt, heuer - als Vollblut-Triathlet - hatte er andere Ansprüche. "Ich wusste nicht, ob sich die Challenge Roth, mein erster Langdistanz-Triathlon überhaupt, heute noch bemerkbar machen würde, aber es lief von Anfang an gut."

Flucht nach vorn

Im Herzogenauracher Freibad hängte sich Ibert an einen schnellen Schwimmer, stieg nach 400 Metern als Gesamtsechster aus dem Becken. Auf der 20-Kilometer-Radstrecke setzte er sich schnell an die Spitze und hatte beim zweiten Wechsel schon anderthalb Minuten Vorsprung. "Beim abschließenden Fünf-Kilometer-Lauf habe ich dann die Flucht nach vorn angetreten", sagte Ibert, wohlwissend, dass der auf Rang 2 liegende Vorjahressieger Christian Seeberger aus Forchheim ein starker Läufer ist.
Doch der 35-Jährige konnte nicht mehr entscheidend zulegen, blieb neben dem Sieger (57:38 Minuten) aber der einzige Teilnehmer, der unter der Marke von einer Stunde ins Ziel kam (59:58). Bronze holte sich der erst 16-jährige Fabian Kraft vom TV 48 Erlangen (1:00:31 Stunden).
Schon auf Rang 22 folgte mit Julia Schübel vom TSV Altenfurt die schnellste Frau (1:06:38), die ihre Konkurrenz - genau wie Ibert - alt aussehen ließ. Auf ihrem erklärten Lieblings-Triathlon, bei dem sie 2007 in der Schülerwertung ganz oben auf dem Siegertreppchen gestanden hatte, lief es von Anfang an perfekt. "Ich bin als Erste aus dem Wasser und das Radfahren lief überraschend gut. Und auf der schönen Laufstrecke hab ich mich einfach wohlgefühlt", sagte die 20-Jährige. Schübels Teamkameradin Anke Friedl (1:08:32), die aus Herzogenaurach stammt, konnte da nur noch gratulieren. Genau wie die für die Teams Arndt und Schaeffler startende Alica Nörthemann, die den anderen beiden vor allem auf dem Rad gehörig zusetzte, zu Fuß aber nicht mehr ganz mithalten konnte (1:09:51).

Kampf am Kuchenbuffet

Andere feierten auch kleine Erfolge wie große Siege: "Ich hab' den Bürgermeister um eine Minute unterboten", freute sich Olaf Kaddatz-Daßler, der sich mit zehn weiteren TSH-Basketballern vorgenommen hatte, das Team-Ergebnis des Vorjahres (Vorletzter) deutlich zu verbessern. Stadtoberhaupt German Hacker hatte sich für seine Herzoman-Premiere ein Zeitlimit von 1:50 Stunden gesetzt und dieses um satte 13 Minuten unterboten. Trotzdem reicht es in der mit 62 Finishern am breitesten besetzten Altersklasse M45 nur zu Rang 59 - zwei Plätze hinter Lokalrivale Kaddatz-Daßler.
Der 30. Herzoman war also ein voller Erfolg. Und obwohl alles reibungslos lief, hatten die 100 Helfer alle Hände voll zu tun. Zum Beispiel am großen Kuchenbuffet, das im Zielbereich nicht nur die erschöpften Sportler sondern auch ebenso viele Wespen anzog, die es zu verscheuchen galt. Marcel Zollhöfer, Triathlon-Abteilungsleiter bei der TSH, war rundum zufrieden. "Wetter, Leistungen, Zuschauer-Zuspruch - alles hat gepasst. Am meisten freut mich, dass die von Puma extra designten Finisher-Shirts so gut ankommen. Die sind nichts, das direkt ganz hinten in den Kleiderschrank wandert, sondern können beim Radtraining sinnvoll genutzt werden."
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