Weisendorf
Fußball

Echte Kunst, dieser Rasen

Das erste offizielle Spiel auf dem neuen Untergrund haben die Weisendorfer zwar verloren, aber der Kunstrasen war der große Gewinner am Einweihungs-Wochenende.
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Nicht nur ein Starkregen hat den neuen Weisendorfer Kunstrasen geprüft, auch die ASV-Jugendspieler gaben bei der Einweihungsfeier ihr Okay.  Fotos: Sänger
Nicht nur ein Starkregen hat den neuen Weisendorfer Kunstrasen geprüft, auch die ASV-Jugendspieler gaben bei der Einweihungsfeier ihr Okay. Fotos: Sänger
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Kaum ergrünt, musste der Kunstrasenplatz des ASV Weisendorf seine Feuertaufe bei Gewitter und dem Spiel der ASV-Altherren-Mannschaft gegen das Traditionsteam des 1. FC Nürnberg bestehen. Die Alt-Clubberer entschieden das Spiel mit 6:1 für sich, doch die Weisendorfer hielten tapfer dagegen und verhinderten eine zweistellige Niederlage. Auch der neue Platz überstand seine erste Belastungsprobe.

Rund 800 Zuschauer verfolgten die von Jugendleiter Manfred Schmidt als Stadionsprecher kommentierte Begegnung, in der die ehemaligen Profis zeigten, dass zahlreiche Bundesliga-Spiele in ihren Beinen stecken. Bei der Partie stand zwar der Spaß am Sport im Vordergrund, auf dem Platz ging es aber durchaus zur Sache - und vor allem in eine Richtung: auf das Weisendorfer Tor.


Erst Tore, dann der Regen

Die Gastgeber kamen trotzdem zu Chancen, doch an Torwart Markus Hechtl nicht vorbei.
"Ab morgen werden wir Kopfbälle üben", rief Schmidt einem ASV-Akteur zu, als dieser deutlich am Tor vorbeigeköpft hatte. In der sechsten Minute traf Bernd Müller mit einem unhaltbaren Schuss zur Führung und nur drei Minuten später erhöhte Carlo Werner für den Club auf 0:2. Dann kam der große Regen.

Steff Reisch, Reinhold Hintermaier, Martin Driller, Marek Mintal und - allein schon wegen seines Namens - Lothar Güssregen machte das nichts aus. Sie ließen Ball und Gegner derart gut laufen, dass sich mancher Club-Fan im Publikum gewünscht hätte, dass sich die Zweitliga-Mannschaft ab und zu etwas davon abschauen würde. Auch beim Vorsitzenden des FCN-Fanclubs "Frankenpower" aus Herzogenaurach schlugen zwei Herzen in einer Brust. "Ich gratuliere den Weisendorfern zu ihrem hervorragenden Spielfeld und drücke dem AH-Team die Daumen", sagte Elmar Amling.


Platz lässt sich nichts anmerken

Das Unwetter in der ersten Halbzeit kam den ASV-Verantwortlichen gar nicht so ungelegen. "Wenn das Spiel auf Rasen stattfinden würde, hätte der Schiedsrichter schon unterbrechen müssen", meinte Schmidt. Denn auf dem A-Platz bildeten sich bereits nach wenigen Minuten Pfützen, während auf dem Kunstrasen nicht einmal Spritzer zu sehen waren. Nicht nur deshalb erhöhten die Nürnberger ihre Trefferzahl auf sechs, der Ehrentreffer gelang Uwe Fischer.

Den Bedarf für ein zusätzliches Spielfeld in Weisendorf zeigen die nackten Zahlen. 15 Jugend-Mannschaften sind im Einsatz, dazu kommt die AH, zwei Mädchen-Mannschaftensowie die beiden Herren-Teams. Rund 450 000 Euro hat der Kunstrasen gekostet. "Durch viele Sponsoren und ehrenamtliche Helfer wurde das erst ermöglicht", erklärte Vorsitzender Walter Mayer. Er und Jugendleiter Schmidt, aber auch die Aktiven sehen in dem neuen Platz nur Vorteile: Er ist ganzjährig bespielbar, muss nicht gemäht werden und einige Spieler meinen sogar, der Ball laufe etwas schneller.

Mit diesem Projekt ist der ASV laut Mayer in der Region Vorreiter. "Es ist der erste Kunstrasenplatz in Erlangen-Höchstadt." Die ASV-Führung ist stolz darauf, das Projekt mit der Hilfe der Vereinsmitglieder gestemmt zu haben. Die große Unterstützung vieler Gönner und Sponsoren gehörte aber ebenso dazu wie die der Gemeinde und des Landkreises.

Nach Zuschüssen vom bayerischen Landessportverband (BLSV/75 000 Euro), dem Landkreis (8000) und der Gemeinde Weisendorf (22 500) muss der ASV noch 339 500 Euro aufbringen. Noch fehlen ihm rund 125 000 Euro. Spender können weiterhin ein symbolisches Stück des Kunstrasens erwerben.


Der Kader des 1. FC Nürnberg

Markus Hechtl (29 Spiele für den FCN II und SC Schwabach), Carlo Werner (227 BL-Spiele für Fortuna Düsseldorf und FC St. Pauli), Lothar Güssregen (92 Spiele für den FCN II), Harald Distler (156 Spiele für Seligenporten und SC Schwabach), Reinhold Hintermaier (243 BL-Spiele für den FCN, Braunschweig und Saarbrücken, 15 Länderspiele für Österreich), Bernd Müller (201 Spiele für Unterhaching, FCN II und Bayern München II), Martin Driller (304 Spiele für den FCN, Borussia Dortmund und St. Pauli), Stephan Giesbert (42 Spiele für Bayer Uerdingen und Rot-Weiß Essen), Thomas Ziemer (248 BL-Spiele für den FCN, FSV Mainz, 1860 München und Hansa Rostock), Marek Mintal (180 BL-Spiele für den FCN, 45 Länderspiele für die Slowakei), Reiner Kraus (8 Spiele für den FCN, ehemaliger Jugend-Nationalspieler)





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