Herzogenaurach
Handball-Bayernliga

Der TSH geht die Puste aus

Mit nur einer Wechselspielerin an Bord können die Herzogenauracherinnen dem Ismaninger Tempospiel nur 45 Minuten folgen. Trotzdem stimmt der Auftritt optimistisch.
Artikel drucken Artikel einbetten
Anders als im Hinspiel konnten die Herzogenauracherinnen um Katrin Kräck (Mitte) in Ismaning nur 45 Minuten lang Paroli bieten, wurden am Ende aber etwas unter Wert geschlagen. Foto: herzopress/Archiv
Anders als im Hinspiel konnten die Herzogenauracherinnen um Katrin Kräck (Mitte) in Ismaning nur 45 Minuten lang Paroli bieten, wurden am Ende aber etwas unter Wert geschlagen. Foto: herzopress/Archiv
Beim Meisterschaftsfavoriten der Bayernliga, dem TSV Ismaning gab es für die Handballerinnen der Turnerschaft Herzogenaurach letztendlich nichts zu holen. "Lieber mal eine klare Niederlage als immer diese heftigen Enttäuschungen, wenn man eine Minute vor dem Abpfiff ein oder beide Punkte abgeben muss", sagte TSH-Mannschaftsführerin Katrin Kräck hinterher. Ihr Trainer Udo Hermannstädter hatte vor der Begegnung gehofft, dass sein Team "an einem richtig guten Handballspiel mitwirken kann, wenn auch die Unparteiischen mitspielen".

TSV Ismaning - TS Herzogenaurach 34:26

Nun, beides klappte rund 45 Minuten. Die Begegnung, in welcher die Gäste aus Franken nach dem 5:5 in der 12. Minute deutliche Vorteile hatten und in der 23. Minute mit 16:11 in Front lagen, stand auf einem hohen Niveau.
"Da hatte bei uns alles geklappt, fanden wir über eine vorbildliche Disziplin immer besser ins Spiel und konnten vor allem im Angriff unsere Konzepte super durchsetzen", analysierte der TSH-Coach überwiegend zufrieden.
Während aber die zwei Schiedsrichter ihre gute Leistung über 60 Minuten beibehielten, bekam das Spiel der Herzogenauracherinnen schon vor dem Seitenwechsel erste Macken. Da die TSH wieder nur eine Wechselspielerin zu Verfügung hatte, musste sie dem hohen Tempo Tribut zollen, auch wenn Hermannstädter haderte: "Da gingen dann wieder einige Bälle völlig unnötig verloren." Umgekehrt war Ismaning mit elf Feldspielerinnen jederzeit in der Lage, das Tempo zu forcieren, und so konnte die TSH gerade noch eine 17:16-Führung in die Pause retten.

Die Disziplin geht verloren

Im zweiten Abschnitt diktierte der Aufstiegsaspirant zunehmend das Geschehen, und auch wenn sich die TSH weiterhin nach Kräften wehrte, entglitt ihr zunehmend der Einfluss. Es war auch die Phase, wo es nötig gewesen wäre, dass die Torfrauen Müller oder Aures im Kasten der TSH auch ein, zwei "Unhaltbare" unschädlich machen, doch anders als noch im Hinspiel bekamen die Keeperinnen kaum noch eine Hand an den Ball. Vor allem deshalb, weil Ismaning nun wesentlich zielstrebiger und noch druckvoller als zuvor anrannte und präzise abschloss.
"Leider haben wir unsere zunächst prima Disziplin verloren und so das Ismaninger Tempospiel erst ermöglicht", erklärte Hermannstädter später. So bestrafte der TSV zunehmend den etwas verloren gegangenen Teamspirit als auch die physischen Möglichkeiten bei der TSH, die sich bis zur 50. Minute auf Augenhöhe bewegte (25:22), sich dann aber den unaufhaltsamen Angriffslawinen ergab.

Unter Wert geschlagen

Sowohl Mannschaftsführerin Kräck als auch Hermannstädter bedauerten später, dass es nicht gelungen war, eine über rund 45 Minuten währende Topleistung am Ende auch ergebnismäßig achtbar erscheinen zu lassen. Eine lange Zeit herausragende Leistung zeigte Nina Bestle, die sich als Lenkerin der Offensive besonders hervortat, aber in dieser Funktion allein gelassen wurde. Vicky Egle bestätigte erneut ihre Torgefahr, zumindest so lange noch genügend Spannkraft vorhanden war. Alexa Dodan, die ohne Pressdeckung spielen durfte, trat leider nicht so spielbestimmend auf, wie man es von einer Spielerin mit ihrer Reputation erhoffen könnte.
So verlor die TSH letztlich doch mit acht Toren Unterschied. Erst zum zweiten Mal in dieser Saison spiegelte das Ergebnis den Tabellenstand wider. Andererseits setzte es in Ismaning in den letzten Jahren immer wieder heftige Pleiten, da hält sich die Enttäuschung in Grenzen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren