Röttenbach

Der FSM in neuem Gewand

Wer regelmäßig bei Laufveranstaltungen in der Region startet, der erlebt einiges - auch abseits der Strecke. Der Röttenbacher Jochen Brosig vom FSV Großenseebach erzählt davon in seiner FT-Kolumne.
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Querläufer Jochen Brosig
Querläufer Jochen Brosig
Wie lautet die Grundregel für Gewichtsabnahme? Richtig, du musst durch körperliche Aktivität mehr Kalorien verbrauchen, als du durch Nahrung aufnimmst. Eigentlich doch ganz einfach. Das ist nur mein kleines Problem. Durch jahrelanges Lauftraining hat sich mein Körper an die Belastung gewöhnt. Er fordert mehr Treibstoff. Die letzten Monate waren vom sportlichen Nichtstun geprägt. Die Achillessehne hatte mich zum Zuschauen verdammt. Als Krönung zuletzt der Urlaub, neben der Weihnachtszeit die größte Gefahr für des Läufers Wettkampfgewicht. Im Mai sah ich böse Zahlen auf der Waage. Schlimmer noch als 666. Die Verkörperung des Bösen schlechthin. Dann zog ich den Schlussstrich.

Jetzt stehe voll im Training. Meine Form ist gut. Wie sagte schon Felix Magath: "Qualität kommt von Qual!" So war auch mein Training. Viele lange Läufe über 30 Kilometer. Gespickt mit etlichen Höhenmetern.
Dazwischen extensive Dauerläufe und Bergsprints. Fahrtspiele und Crossläufe waren auch dabei. Gefolgt von ausgiebigem Dehnen nach meinen Laufeinheiten sowie Fußgymnastik mit Fußroller, Golfball und Black Roll. Die richtige Disziplin ist selbstverständlich. Gestern viel getrunken. Gegen 18 Uhr Nudelparty. Kein Alkohol. Anschließend früh ins Bett. Am Sonntag wollte ich fit sein. Der "FSM" stand an.

Der Fränkische-Schweiz-Marathon hat ein neues Gesicht. Alles dreht sich um Ebermannstadt. Der Start für den 10-Kilometer-Lauf steht uns bevor. Pünktlich um 9 Uhr werden die Läuferfrau und ich losjoggen. Was? 10 Kilometer? Das werdet ihr euch zu Recht fragen. Dieser ist neu. Meine Freunde vom FSV Großenseebach sind schon unterwegs. Susanne, Harald und Leon starteten als Zugläufer beim Marathon. Rudi wird um 10.30 Uhr auf die Halbmarathonstrecke gehen. Ebenfalls eine neue Errungenschaft beim FSM. Handbiker und Speedskater sind natürlich auch wieder dabei. Schüler und Bambiniläufe waren schon.

Es läuft gut. Das Wetter ist optimal. Nur der Gegenwind Richtung Weilersbach stört. Aber glücklicherweise habe ich eine Gruppe gefunden, hinter der ich mich verstecken kann. Meine Kilometerzeiten stimmen. Ich liege auf einem 40-Minuten-Kurs, den ich wohl bis zum Wendepunkt halten werde. Die Marathonläufer kommen uns entgegen. Die Stimmung ist gut. Viele bekannte Gesichter sind dabei. Das gibt mir neuen Schwung. Vor mir Jörg von der LG Erlangen und Carmen vom SC Kemmern. Ihr giftgrünes Shirt brennt mir in den Augen.

Läufer um Läufer arbeiten wir uns vor. An der Wende sprengt es unsere Gruppe. Aber egal, jetzt kommt der Wind von hinten. Auf die Samba-Truppe in Streitberg muss ich leider verzichten. Vielleicht nächstes Jahr wieder. Eine Schwächephase gibt es heute nicht. Bei Kilometer 8 erhöhe ich das Tempo. Ich sauge mich an Jörg ran. Mein Schnaufen verrät mich, Jörg zieht an. Da vorn kommt schon das Ziel in Sicht. Er gibt alles. Ich auch. Mit einer Zeit unter 40 Minuten wird es heute nichts. Egal, die Zeit des Leidens ist endgültig vorbei. Wir geben noch mehr Gas, die Cheerleader jubeln, das Moderatoren-Team auch. Die Organisation ist wie gewohnt perfekt. Die Neuauflage ist gelungen. Danke an die Helfer.

Ziel! Geschafft! Jetzt freue mich auf ein Weizenbier. Prost!

Run happy and smile,
Euer Querläufer


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