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Herzogenaurach
Leichtathletik

Blake bleibt knapp über zehn Sekunden

Das LAC Quelle Fürth und Adidas feiern die Premiere einer besonderen Veranstaltung, die Breitensport und Weltklasse in einem Meeting vereint.
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Marvin Bracy (links) konnte nur zu Beginn mit Yohan Blake mithalten, der sich in - für den frühen Zeitpunkt der Saison - ordentlichen 10,03 Sekunden den Sieg über 100 Meter sicherte. Keston Bledmann (rechts wurde Dritter. Fotos: herzopress
Marvin Bracy (links) konnte nur zu Beginn mit Yohan Blake mithalten, der sich in - für den frühen Zeitpunkt der Saison - ordentlichen 10,03 Sekunden den Sieg über 100 Meter sicherte. Keston Bledmann (rechts wurde Dritter. Fotos: herzopress
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Die erste Auflage des neu ins Leben gerufenen "Boost"-Meetings kann als voller Erfolg bezeichnet werden. Schon zum Auftakt an der Adidas-Outlet-Plaza in Herzogenaurach, den die Stabhochspringerinnen bestritten, fanden sich viele Zuschauer ein. Da Hallen-Weltrekordlerin Jennifer Suhr (USA) und auch Silke Spiegelburg (Bayer Leverkusen) ihren Start kurzfristig absagten, rückten Kristina Gadschiew (LAZ Zweibrücken) und Regine Kramer (Bayer Leverkusen) in den Fokus. Letztere übersprang als Einzige 4,30 Meter und lobte nach ihrem Sieg das besondere Flair: "Es war insgesamt ein guter Wettkampf heute, auch wenn ich meine Bestleistung von 4,40 Metern nicht überbieten konnte."

Bei den anschließenden Laufwettbewerben auf dem Gelände des Adidas-Headquarters gab es ein Highlight nach dem anderen. Zunächst zeigte David Verburg aus den USA sein Können und gewann das 400-Meter-Rennen locker in 45,41 Sekunden vor seinem Landsmann Tony McQuay (46,11 s) und Johannes Trefz von der LG Stadtwerke München (46,63 s). Patrick Schneider vom LAC Quelle Fürth wurde Vierter. Die Stadionrunde bei den Frauen dominierte Jessica Beard (USA) in 52,78 Sekunden, schnellste Deutsche war Daniela Ferenz (LG Neckar-Enz) als Vierte.


Gladitz fliegt zum Sieg

Der 200-Meter-Endlauf der Männer bot einen so nicht erwarteten Fight zwischen dem Panamerikanier Edward Alonso und Alexander Gladitz (Hannover 96). Frisch zurück aus dem Trainingslager lief der Deutsche persönliche Bestleistung und zeigte sich nach dem Rennen begeistert. "Ich habe mich heute frisch gefühlt und bin hier super gelaufen. Das war ein perfekter Start in die Saison", erklärte Gladitz. Das Frauenrennen dominierte Ruth Sophia Spelmeyer (Oldenburg) in 23,72 Sekunden.

Die Starterliste beim 10 000-Meter-Lauf versprach ein hochklassiges, internationales Rennen. Die Äthiopier Leul Gebresilasie und Tebalu Zawude setzten sich zusammen mit Emmanuel Kipsang vom restlichen Feld ab. Nach 5000 Metern wurden die Zuschauer vom Stadionsprecher bis auf Bahn 4 geholt, um die Läufer anzufeuern. Das wirkte. Sie konnten das Tempo beibehalten, und nach einer sehr schnellen letzten Runde lief Gebresilasie neue Weltjahresbestleistung (27:19,71 min). Die zehn Kilometer der Frauen standen dem Spektakel der Männer in nichts nach. Gudeta Metsonat aus Äthiopien gelang in 30:56,26 Minuten ebenfalls Weltjahresbestleistung vor ihrer Landsfrau Yalew Genet.

Der zweite Teil des Meetings begann tags darauf auch mit einem Paukenschlag: In den 800-Meter-Läufen knackten gleich zwei Deutsche die Qualifikationsnorm für die Jugend-WM. Das Rennen gewann Pascal Kleyer (LG Region Karlsruhe) in einer Zeit von 1:48,66 Minuten vor Robert Farken (SC DhfK Leipzig), der sich in 1:49,02 Minuten ebenfalls qualifizierte. Letzter erklärte: "Dieses Jahr bin ich verletzungsfrei durch den Winter gekommen. Ich denke das ist ein Grund dafür, dass ich gleich im ersten Rennen der Saison so souverän laufen konnte."

Der absolute Höhepunkt war das 100-Meter-Rennen der Männer. Zuvor aber zeigten im B-Lauf auch einige deutsche Sprinter, dass die Formkurve nach oben geht. Hervorzuheben ist hier Lokalmatador Felix Straub (LAC Quelle Fürth), der mit 10,76 Sekunden ganz beachtlich in die Saison einstieg. Das A-Finale war ein Showdown der Superstars. Yohan Blake, Warren Weir, Keston Bledman und Marvin Bracy enttäuschten ihre Fans nicht. Blake lief locker-leicht in 10,03 Sekunden der Konkurrenz davon, auf den Plätzen 2 und 3 folgten Weir und Bledman. Bei den Damen sprintete Gina Lückenkemper (LG Olympia Dortmund) im B-Lauf völlig überraschend in 11,25 Sekunden zur Olympia-Norm. Sie konnte ihr Glück kaum fassen. "Das Meeting in Herzogenaurach sollte eine erste Standortbestimmung werden. Unglaublich, dass ich in meinem ersten Saisonrennen gleich Olympia-Norm laufe." Im A-Lauf legte Tori Bowie (USA) mit 10,91 Sekunden eine Weltklasse-Zeit auf die Bahn, gefolgt von Michelle-Lee Ahye (Trinidad & Tobago) und der Britin Desiree Henry.


Weltjahresbestleistung

Den 800-Meter-Hauptlauf der Männer gewann der Kenianer Willy Kiplimo Tarbei in 1:44,84 Minuten. Bei den Frauen lief die Äthiopierin Tigist Assefa in 2:02,28 Minuten vorneweg. Die 1500 Meter waren eine klare Sache für den Kenianer Nixon Kiplimo Chepseba (3:39,18 Minuten), auf Platz 2 folgte Sebastian Keiner (Erfurter LAC) mit guten 3:40,50 Minuten. Bei den Damen überzeugte Maren Koch (LG Telis Finanz Regensburg) als Siegerin in guten 4:11,96 Minuten.

Ein schnelles Rennen war bei den 5000 Metern der Frauen zu erwarten. Mit einer Weltjahresbestleistung hatte aber niemand gerechnet. Sembere Terefi aus Äthiopien flog in 14:46,61 Minuten zum Sieg, ihre Landsfrau Sintayehu Lewetegen (15:20,55 min) und Sabrina Mockenhaupt (15:40.03 Minuten) folgten ihr aufs Podium. "Ich habe heute nicht alles gegeben, aber es war ein guter Speed-Wettkampf auf der Unterdistanz. Ich denke, dass so viele gute deutsche Athleten gekommen sind, zeigt auch, dass der Wettkampf hier gut angenommen wurde", sagte Mockenhaupt hinterher.