Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey-Bayernliga

Alligators beißen bis zum Schluss

Der Höchstadter EC lieferte sich mit dem EHC Waldkraiburg das erwartet enge Duell und musste einem Rückstand hinterherlaufen. Was im dann Schlussdrittel und in der nötigen Verlängerung abging, spottet jeder Beschreibung.
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Alligators-Verteidiger André Lenk (links) lieferte sich ein hitziges Duell mit den Waldkraiburger Stürmern um Richard Hipetinger und sorgte 42 Sekunden vor Schluss noch für den 3:3-Ausgleich. Foto: Picturedreams
Alligators-Verteidiger André Lenk (links) lieferte sich ein hitziges Duell mit den Waldkraiburger Stürmern um Richard Hipetinger und sorgte 42 Sekunden vor Schluss noch für den 3:3-Ausgleich. Foto: Picturedreams
"Wahnsinn, absolut geil. Was die Jungs heute abgerissen haben, ist unbeschreiblich." Nicht nur bei Matthias Weber, Marketingleiter des Höchstadter EC, herrschte gestern Abend um halb elf überbordender Jubel. Einem Zwei-Tore-Rückstand waren die Alligators gegen Waldkraiburg hinterhergerannt, hatten sich irgendwie in die Verlängerung gerettet und dem Tabellendritten dort den Todesstoß verpasst.



Höchstadter EC - EHC Waldkraiburg 4:3 n. V.

Die Alligators starteten in den ungewohnten, weil extra für eine Weihnachtsverlosung angefertigten gelben Trikots, verhalten in die Partie, wollten erst einmal checken, was der Gegner so drauf hat. Doch der dachte nicht daran, das Spiel zu machen. Also legten die Hausherren die Scheu ab und waren sogleich erfolgreich: André Lenk passte in den Slot, wo sich mit Philipp Seelmann der jüngste Höchstadter in die Scorerliste eintrug (4.). In der Folge tauten auch die Gäste auf, die durch Rott einen ersten Versuch wagten, aber an Philipp Schnierstein scheiterten (7.).
Der HEC-Goalie stand in den nächsten Minuten im Mittelpunkt des Geschehens, und machte Chancen von Kaltenhauser (13., 15.) und Paderhuber (16.) zunichte. Der Ausgleich wäre zu diesem Zeitpunkt verdient gewesen, und eine Strafe gegen Höchstadt schien dem EHC in die Karten zu spielen. Doch ein Treffer wurde wegen Torraumabseits nicht gegeben. Stattdessen waren Marcel Schorr und Sven Gäbelein, der den Puck an die Latte hämmerte, bei Kontern ganz nah dran am 2:0.
Doch es waren noch 28 Sekunden auf der Uhr, und als Thilo Grau für ein vermeintliches Foul - viele Fans wollten eine Schwalbe erkannt haben - in die Eisbox geschickt wurde, nutze Waldkraiburg seine Chance. Wagner traf zum 1:1.

Im zweiten Durchgang brachten beiden Teams gleich vom Start weg viel Tempo aufs Eis, vor allem den Hausherren war anzumerken, dass sie unbedingt wieder vorlegen wollten. Mit bissigen Aktionen und energischem Einsatz an der Bande setzte der HEC Zeichen, Tomas Urban und Grau vergaben die neuerliche Führung. Auf der anderen Seite parierte Schnierstein Kaltenhausers Schuss bravourös, doch als Paderhuber aus acht Metern abzog, und der Puck sich seinen Weg durch eine Spielertraube suchte, war auch er machtlos (26.).
Der HEC wollte in Person von Lukas Lenk die schnelle Antwort. Die fand er aber nicht und wurde stattdessen von der ersten Reihe der Gäste überfahren - Kaltenhauser legte das 1:3 nach (28.). Der EHC hatte nun Blut geleckt, doch nach wenigen Minuten hatten sich die Alligators wieder frei gekämpft und profitierten von einigen Überzahl-Situationen. So auch in der 36. Minute, als die Mittelfranken zwei Mann mehr auf dem Eis hatten: Daniel Jun passte zu Urban, der die Scheibe im Winkel versenkte.

Mit dem Anschlusstreffer im Gepäck hatten sich die Gastgeber eine Portion Zusatz-Motivation für das Schlussdrittel beschert. Matthias Weber wollte genau das erkannt haben: "Die Mannschaft hat sich nach dem 1:3 wieder hochgezogen und glaubt daran, das Spiel noch drehen zu können." Tatsächlich versuchten die Aischgründer im letzten Abschnitt noch einmal alles. Doch es dauerte mehr als 19 kräftezehrende Minuten und einen Pfostentreffer, ehe der hohe Aufwand tatsächlich belohnt wurde: 60 Sekunden vor Schluss nahm der HEC Schnierstein vom Eis, um in Überzahl wenigstens noch einen guten Angriff zu fahren. Und den vollendete André Lenk im Gewühl mit der Rückhand und dem Glück des Tüchtigen zum 3:3.
Nun ging es also in die Verlängerung, die - so will es das Regelwerk - im Modus Vier-gegen-vier gespielt wird und in der das erste Tor entscheidet. Und so machten zunächst die zuvor wie gelähmt wirkenden Löwen viel Betrieb, um den Zusatzpunkt einzusacken. Doch der HEC hielt Stand und schlug in Überzahl eiskalt zurück. Daniel Sikorski drosch den Puck zum Golden Goal in die Maschen.


Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC - EHC Waldkraiburg 4:3 n. V. (1:1, 1:2, 1:0)

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Fous; Verteidigung: Sikorski/A. Lenk, Urban/Schorr;
Angriff: Jun/Grau/Hiendlmeyer, Dzemla/Pronath/L. Lenk, Gäbelein/Seelmann/Tratz

EHC Waldkraiburg: Tor: Birk, Vetter; Verteidigung: Paderhuber/A. Kanzelsberger, Andrä/Hilpert, F. Kanzelsberger/Rott; Angriff: Marek/Kaltenhauser/Wagner, Hradek/Hämmerle/Vogl, Hagemeister/Hipetinger/Seifert

SR: Siegfried Gut, Dominik Beigel, Oliver Mackert
Zuschauer: 670
Tore: 1:0 Seelmann (4.), 1:1 Wagner (20.), 1:2 Padhuber (26.), 1:3 Kaltenhauser (28.), 2:3 Urban (36.), 3:3 A. Lenk (60.), 4:3 Sikorski (62.)
Strafzeiten: 4 / 8

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